„Unser Sport wird immer professioneller“

Philipp Bonadimann wurde heuer Vierter im Gesamt-Weltcup.
Philipp Bonadimann wurde heuer Vierter im Gesamt-Weltcup. ©privat
Der Dornbirner Monoskifahrer Philipp Bonadimann über seine erfolgreiche Saison.   Dornbirn. Mit einem Slalom im kanadischen Panorama ging für den Dornbirner Monoskifahrer Philipp Bonadimann die heurige Weltcupsaison zu Ende.
Philipp Bonadimann Saisonrückblick

Zwar schied Bonadimann im Abschlussrennen aus und sorgte damit für den einzigen Ausfall in dieser Saison, trotzdem genügte dem Kehlegger sein Punktevorsprung für den Sieg im Slalomweltcup 2011/12. Im Interview mit der VN Heimat läßt der sympathische Sportler seine Saison Revue passieren.

 

Welche waren die Höhepunkte Ihrer Saison 2011/12?

Bonadimann: Ein Highlight war sicher die Kugel in der Slalomwertung, darüber bin ich sehr froh. Es ist das erste Mal, dass ich diese für mich gewinnen konnte.

 

Haben Sie Ihre persönlichen Ziele erreichen können?

Bonadimann: Mein Ziel den Gesamtweltcup, den ich letztes Jahr gewonnen habe, zu verteidigen ist mir heuer leider als Gesamt-Vierter nicht gelungen. Allerdings war es sehr knapp, da fünf Athleten innerhalb von 100 Punkten gelegen sind. Das Rennen um den Gesamtweltcup hat schlussendlich ein Japaner, vor einem Amerikaner, einem weiteren Japaner, mir und einem Franzosen gewonnen. Vor dem Gesamtsieger Morii Taiki kann ich nur den Hut ziehen, er hat diesen Winter alles richtig gemacht.

 

Wie zufrieden sind Sie dennoch mit der abgelaufenen Saison?

Bonadimann: Insgesamt kann ich die Saison als erfolgreich sehen. Ich habe den Slalom Gesamtweltcup gewonnen und zudem bei den österreichischen Staatsmeisterschaften alle Rennen gewonnen. Ich wurde also Staatsmeister im Slalom, im Riesentorlauf, im Super G und in der Super Kombination.

 

Wie sehen Sie die Entwicklungen im Monoskisport?

Bonadimann: Grundsätzlich wird unser Sport immer professioneller. Im heurigen Weltcup waren mehr als 30 Athleten aus über zwölf Nationen am Start, davon sehr viele Halb- und einige Vollprofis. Ich kann mich schon lange nicht mehr an ein so spannendes und ausgeglichenes Weltcupjahr bei den sitzenden Herren erinnern. Ich hoffe, dass sich unser Sport auch in Zukunft in diese Richtung weiterentwickelt, denn da ist für Spannung und Überraschungen gesorgt.

 

Haben Sie ein persönliches Erfolgsrezept?

Bonadimann: Ich bin in der glücklichen Lage einen Arbeitgeber (Verwaltungsangestellter VGKK) gefunden zu haben, der mich hinsichtlich meines „intensiven Hobbys“ unterstützt und mir Dienstfreistellungen für diverse Weltcupbewerbe, Weltmeisterschaften und Olympiaden gibt. Ohne dies, wären sportliche Leistungen in diesem Ausmaß gar nicht möglich. Bedanken möchte ich mich auch bei meinen Trainern, Serviceleuten, Physios, bei meinen Kollegen im Beruf und allen Personen, die mich während der Saison unterstützen.

 

Wie schaut Ihr Trainingsprogramm im Sommer aus?

Bonadimann: Für den Sommer ist das „normale“ Programm angesagt, das heißt Ausdauertraining mit dem Handbike sowie Kraft- und Koordinationstraining. Alles im Hinblick auf die nächste Wintersaison mit einer WM in La Molina. Außerdem winkt 2014 die Olympiade in Sotschi.

 

Vielen Dank für das nette Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

 

Zur Person:

Philipp Bonadimann

Jahrgang: 1980
Status: ledig – Freundin Sabrina
Verein: Rollstuhlclub ENJO Vorarlberg
Beruf: Verwaltungsangestellter VGKK
Monoskisport seit: 2004
Behinderungsart: Querschnittlähmung nach Motorradunfall 1998
Größte Erfolge:
Weltcupgesamtsieger Slalom
Weltcupgesamtsieger Overal
Europacupgesamtsieger Overal
Österreichischer Meister in allen Disziplinen
Medaillengewinner bei Olympiaden und Weltmeisterschaften

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