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„Ma(h)lerei“ mit prächtigen Klangfarben

Der japanische Stargeiger Tatsuki Narita spielte im SAL Vivaldi und Paganini.
Der japanische Stargeiger Tatsuki Narita spielte im SAL Vivaldi und Paganini. ©Volksblatt/Shourot
Die Schweizer Musikfestwochen 2012, die unter dem Motto „Zauber“ stehen, gastierten mit dem Eröffnungszyklus „Ma(h)lerei“, gespielt vom vereinigten Alumni Sinfonie-Orchester Uni Bern und dem Neuen Zürcher Orchester (ALSO/NZO) unter der Leitung von Martin Studer-Müller, im Schaaner SAL.

Schaan. (sch) Schon vor dem Konzert im SAL am Samstag um 19 Uhr gab es an diesem Ort am Nachmittag einen Musikvermittlungs-Event (es wurden Teile aus dem ganzen Konzertprogramm gespielt). Er war als interaktive und farbenfrohe Begegnungsveranstaltung mit Moderation und mit Einbeziehung des Publikums konzipiert und auch auf spezielle Gruppen (Familien, behinderte und benachteiligte Menschen sowie für die ältere Generation) ausgerichtet. Das Programm glich einem populären „Wunschkonzert“ mit Werken von Ravel, Vivaldi und Gustav Mahler, und man konnte sich nur wundern, dass nur relativ wenig Publikum dieses erstklassige Orchesterkonzert genoss.

Profilierte Klangkultur

Die vereinigten Orchester ALSO/NZO, alles ausgebildete Musiker, aber doch nur seit ca. einer Woche zu den Proben beisammen, boten eine profilierte Klangkultur mit einem hohen Grad von Homogenität. Maestro Martin Studer-Müller ist schon längst ein anerkannter Musikpädagoge und Dirigent, und so führte er seine zahlreichen Musici ohne Stab und mit expressiver, oft tänzerischer Gestik zu den Gipfeln der jeweiligen Tonkunst. Es erklangen der populäre „Boléro“ von Maurice Ravel (1875-1937), „Sommer“ und „Herbst“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi (1678-1741) und Gustav Mahlers (1860-1911) erste Symphonie in D-Dur.

Junger Stargeiger aus Japan

Am Beginn des Konzerts erklangen die zweimal 17 Dreivierteltakte des berühmtesten Opus von Ravel (er selbst übte eher Understatement, wenn man ihn auf den Welterfolg seines „Boléro“ ansprach); Tatsache bleibt aber, dass es Ravel grandios verstand, die Faszination des Rituellen, ein Ostinato mit stets wechselndem Klangkleid bis hin zum ekstatischen Furioso zu steigern. Studer-Müller ließ den „Bólero“ organisch stets mit denselben Tempi emporwachsen, was den lasziven Glanz des effektvollen Konzertsaal-Hits noch steigerte. Antonio Viivaldis „Vier Jahreszeiten“ (bzw. die zwei präsentierten) führten in eine andere köstliche Klangwelt. Jetzt waren vor allem die Streicher im Mittelpunkt; mit ihnen der hochbegabte japanische Stargeiger Tatsuki Narita (geb. 1992 in Sapporo, er lebt in Frankreich). Ebenso virtuos wie klangprächtig spielte er die Soli im „Sommer“ und „Herbst“, ein Gustostück war die martialisch vorüberstürmende „Jagd“. Tatsukis brillante Zugabe: die erste Caprice von Paganini.Nach der Pause der Gipfel mit Gustav Mahlers erster Symphonie in D-Dur (1884-88, genannt „Der Titan“). Das jetzt  vor allem in Blech und Holz prominente Orchester kostete dank des sensiblen Dirigats von Studer-Müller alle divergierende Stimmungsebenen des großen Meisterwerks aus – verträumte Naturidyllik, Passagen im Volkston; Klezmer-Melancholie, daneben eruptive schmerzliche Gefühlsausbrüche, im Finalsatz dann endlich schmetternde Fanfarenstöße – künden sie von Sieg oder Untergang im Jüngstem Gericht? Die Gäste aus der Schweiz huldigten Gustav Mahler jedenfalls mit heißen Musikerherzen. Bravissimi !  Viel Jubel von den beschenkten Fans.

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