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„Ich bin Sam“

Das rührseliges Schicksal eines behinderten Vaters und der Kampf um das Sorgerecht ist das Thema des neuen Films "Ich bin Sam" mit Sean Penn und Michelle Pfeiffer.
Ihr Vater ist nicht wie andere Väter – das merkt die kleine Lucy (Dakota Fanning) ziemlich schnell. Eigentlich in dem Moment, als sie mit Gleichaltrigen zusammen kommt. Kinder können grausam direkt sein. Ihr Vater Sam (Sean Penn) ist nämlich geistig behindert und auf dem intellektuellen Stand eines Siebenjährigen. Die rührselige Geschichte „Ich bin Sam“ – ab 10. Mai in den österreichischen Kinos – um den Sorgerechtskampf dieses Mannes hat Sean Penn eine Oscar-Nominierung eingebracht.

Die Frage, wie ein geistig zurückgebliebener Mann dazu kommt, ein Kind allein groß zu ziehen, beantwortet der Film – und beantwortet sie doch nicht: Der allein lebende Sam hatte eine Obdachlose bei sich aufgenommen, die ihn direkt nach der Geburt mit dem Neugeborenen allein an der Bushaltestelle stehen lässt. Also zieht Sam seine Tochter auf. Zur Seite steht ihm seine unter Agoraphobie leidende Nachbarin Annie (Dianne West). Da sie sich nicht aus dem Haus traut, ist sie die perfekte Tagesmutter. Vier ebenfalls behinderte Freunde helfen Sam, wenn er Schuhe für Lucy kaufen muss.

Verblüffend, dass bis zum siebenten Geburtstag der Kleinen niemand auf die Idee kommt, dieses ungewöhnliche Erziehungssystem zu hinterfragen. Das ändert sich, als Lucy in die Schule kommt:
Plötzlich befürchtet eine Sozialarbeiterin, dass Sam mit der Erziehung eines Kindes überfordert sein könnte. Darauf deuten auch viele Situationen hin. So beispielsweise die nur bedingt komische Unbeholfenheit, wenn Sam sich für die Fütterungszeiten des Babys an den Intervallen seiner Lieblings-Fernsehsendungen orientieren muss. Aber: Sam liebt seine Tochter heiß und innig. Das weiß auch der oft zu Tränen gerührte Zuschauer und bangt gemeinsam mit dem behinderten Vater und seinen Freunden um den Ausgang des vor Gerichts landenden Sorgerechtstreits.

Obwohl es da gar nicht viel zu bangen gibt, denn Sam engagiert die clevere, wenn auch gnadenlos hektische und auf ihre Art überforderte Top-Anwältin Rita (Michelle Pfeiffer sehr elegant im Armani-Outfit). Die ist reich, schön und hartherzig, übernimmt den Fall dann aber doch umsonst und lernt durch Sam, ihr eigenes Leben besser in den Griff zu bekommen. Immerhin erspart Regisseurin und Co-Autorin Jessie Nelson den Zuschauern eine klischeehaft böse Pflegemutter. Ganz im Gegenteil: Laura Dern spielt diese so liebe- und aufopferungsvoll, dass auch mit ihr gelitten werden kann.

Die Schauspieler geben ihr Bestes und sind eigentlich „eine gute Wahl“, um einen von Sams Lieblingssprüchen zu zitieren. Sean Penn hatte viel Zeit im „L.A. Goal-Zentrum“ verbracht – einer karitativen Organisation, die behinderte Erwachsene betreut – und sich so auf seine Rolle vorbereitet. Brad Allan Silverman und Joseph Rosenberg, die Sams Freunde Brad und Joe spielen, leben in diesem Zentrum, sind also tatsächlich behindert. Und schließlich konnte die kleine Dakota Fanning ihre persönliche Erfahrung mit einbringen, weil sie mit einem geistig Behinderten zusammen aufgewachsen ist.

Doch trotz allem: Die Geschichte bleibt unrealistisch und stark am Hollywood-Mainstream orientiert. Im Übrigen muss der Zuschauer ein eingefleischter Beatles-Fan sein: 16 Pop- und Rockstars wie Nick Cave, Sheryl Crow und Heather Nova haben für den Soundtrack ausschließlich Beatles-Songs nachgespielt.

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