„Hand in Hand können wir viel erreichen“

Vahide Aydin war die Referentin eines Vortrags von Anna Huber und Eva Fitz.
Vahide Aydin war die Referentin eines Vortrags von Anna Huber und Eva Fitz. ©Laurence Feider
Vahide Aydin referierte über Frauenrechte aus Sicht von Migrantinnen.   Dornbirn. Als Vahide Aydin mit neun Jahren nach Österreich kam, konnte sie kein Wort Deutsch. Doch sie war gut in Mathe und lernte mit einer Schulfreundin Mathe während deren Mama ihre Deutschaufsätze korrigierte.
Vortrag Vahide Aydin

Auch auf ihre Lehrerin konnte Vahide zählen. Die lernte sogar außerhalb der Schulzeit mit ihr Deutsch. „Es waren immer besondere Frauen die in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben“, so die heutige Vorarlberger Landtagsabgeordnete. Frauen waren auch das eigentliche Thema des Referats von Vahide Aydin im Rahmen der Vortragsreihe „Steh auf meine Freundin – together we are strong“ in der alten Kochschule in Dornbirn-Oberdorf.

 

„100 Jahre Frauentag – Errungenschaft oder Gefahr für Migrantinnen?“ so der genaue Titel des Vortrags. An Hand ihrer eigenen Geschichte erzählte Vahide Aydin, welche Rolle die Frauenbewegung für Frauen mit Migrationshintergrund der ersten und zweiten Generation spielt. Als die ersten Arbeitsmigrantinnen in den 50er Jahren nach Vorarlberg kamen, sahen sie die Errungenschaften der österreichischen Frauen wie die Mutter-, Kindschutzgesetzte und den acht Stunden Arbeitstag als selbstverständlich an. Auf der anderen Seite wurden die Migrantinnen auch nicht an der Frauenbewegung beteiligt, sondern als Opfer eines patriarchalischen Systems gesehen, denen man helfen musste. Vahide Aydin erzählte von den Vorurteilen auf beiden Seiten, von dem Spannungsfeld zwischen den eigenen Familientraditionen und der Lebensart der österreichischen Frauen. Für selbstbewusste Frauen wie sie es immer schon war, eine schwierige Gradwanderung. Gleichberechtigung bezog sich in den Migrantenfamilien vor allem auf die Sexualität, dass Feminismus mehr ist, musste erst erkämpft werden. „In unserer Gesellschaft gab es keine Frauenrechtlerinnen, unsere weiblichen Vorbilder waren unsere Mütter und Tanten. Wir haben aber auch unsere österreichischen Lehrerinnen, Freundinnen und Nachbarinnen beobachtet, ihnen zugehört und viel von ihnen gelernt“, so die diplomierte Sozialarbeiterin.

 

In einer anschließenden Diskussionsrunde ging es darum, wie sich die Gesellschaft heute entwickelt, welche Rolle der Islam spielt, wie auch innerhalb des Islams eine Emanzipation der Frauen stattfindet und welche Rolle die oft unterschiedliche Erziehung türkischstämmiger Buben und Mädchen spielt. „Wir Frauen sind sehr stark, ich denke, wenn wir Hand in Hand gehen, können wir sehr viel erreichen“, so das optimistische Schlusswort von Vahide Aydin.

 

Der Erlös des Abends kam dem Frauenprojekt in Migori/Kenia, das Eva Fitz und Anna Huber seit Jahren unterstützen, zu Gute. Mit dem Geld wird unter anderem Stoff gekauft aus dem kenianische Frauen Schuluniformen für ihre Kinder nähen. Auch Vahide Aydin verzichtete zugunsten dieses Projekts auf ihr Honorar.

 

Spendenkontonummer lautend auf Anna Huber und Eva Fitz „Migori“, Sparkasse Dornbirn, BLZ 20602, Kto-Nr 00004070629

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