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„Gemma Hochwasser schaun“

„Gemma Hochwasser schaun“, so scheint die Devise vieler Touristen und Einheimischer am Montag in der Stadt Salzburg gelautet zu haben.

Obwohl sämtliche Brücken in der Landeshauptstadt gesperrt waren und die Salzach zu einem reißenden Strom angeschwollen war, ließen es sich viele Schaulustige nicht nehmen, sich an die Böschung des Flussufers zu begeben. Auch Warnungen der Einsatzkräfte, sich doch fern zu halten, weil man nie wissen könne, was passiert, wurden in den Wind geschlagen.

Obwohl es den ganzen Tag über schüttete und Gummistiefel das wohl praktischste Schuhwerk waren, begaben sich – oft nur mit Sandalen und leichten T-Shirt bekleidete – Touristen zur Salzach, um ja live dabei zu sein. Einige stellten sich sogar auf die Absperrungsgeländer: Dass das Wasser ihnen schon entgegenspritzte und sie mit den Füßen in der reißenden Salzach standen, machte nicht aus – Hauptsache man hatte ein gutes Bild in der Kamera.

Einige Unermüdliche versuchten trotz gesperrter Brücken von einer Seite der Stadt auf die andere zu gelangen. Um Ausreden waren sie dabei kaum verlegen: Man wohne in der Altstadt, habe ein Kind zu Hause, das gefüttert werden müsse, ein Bügeleisen habe man vergessen auszuschalten – alles Argumente, die bei den Ordnungshütern jedoch auf taube Ohren stießen. Die Sicherheit ging vor.

Dadurch, dass die Brücken gesperrt wurden, kam es in der Innenstadt auch zu einem völligen Verkehrschaos. Die Busse fuhren nur sehr eingeschränkt und mussten teilweise umgeleitet werden. Viele Urlauber fanden sich mit den Absperrungen und Umleitungen nicht zurecht und irrten mit ihren Fahrzeugen – auch gegen Einbahnrichtungen – in den Seitengässchen umher.

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