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„Feuerwehr-Kooperationen dürfen kein Tabuthema sein“

In Zeiten des Sparens sind auch bei der Feuerwehr verstärkte Kooperationen gefragt.
In Zeiten des Sparens sind auch bei der Feuerwehr verstärkte Kooperationen gefragt. ©BilderBox
Muntlix - Kein gemeinsamer Schlauchturm für Zwischenwasser. Bürgermeister fordert verstärkte Kooperationen.

Josef Mathis, Bürgermeister von Zwischenwasser und Obmann der Regio Vorderland, fordert mehr Kooperationen im Feuerwehrwesen. Stein des Anstoßes ist der geplante Um- und Erweiterungsbau des etwa 35 Jahre alten Feuerwehrhauses in Muntlix. Konkret wollte sich die Kleingemeinde die Investitionen für den Schlauchturm (rund 100.000 Euro) sparen und strebte deshalb eine Kooperation mit einer der benachbarten Feuerwehren an. Die Gespräche scheiterten jedoch. Am vergangenen Donnerstag hat die Gemeindevertretung nun einstimmig beschlossen, den Um- und Erweiterungsbau samt Schlauchturm, Werkstätte sowie Atemschutz-, Lager – und Umkleideraum umzusetzen. Gesamtkosten: 500.000 Euro.

Unumgänglich

„Die derzeit grundsätzlich ablehnende Haltung der Feuerwehren für gemeinsame Projekte ist aus deren Sicht verständlich“, stellt Mathis fest, „längerfristig sind aber verstärkte Kooperationen unumgänglich.“ Vorarlberg sei „bis an die Zähne bewaffnet“ mit Sicherheitseinrichtungen. Man müsse sich irgendwann die Frage stellen, „ob es in dieser Tonart weitergehen kann“, so der Bürgermeister, der sich in letzter Konsequenz auch die Zusammenlegung von einzelnen Feuerwehren vorstellen könnte.

Von einer ablehnenden Haltung gegenüber Kooperationen könne keine Rede sein, entgegnet Landesfeuerwehrinspektor Hubert Vetter auf VN-Nachfrage. Es gebe im ganzen Land bereits zahlreiche Kooperationen, sowohl bei Fahrzeugen und Gerätschaften als auch in der Infrastruktur. Die Zusammenlegung einzelner Stützpunkte sei allerdings kein Thema. Landeshauptmann Markus Wallner warnt davor, die Ortsfeuerwehren im Land als reinen Kostenfaktor zu betrachten. Die „gesunden Strukturen der Ortsfeuerwehren“ dürften nicht untergraben werden. „Die Feuerwehren“, sagte Wallner gestern den VN, „garantieren ein Höchstmaß an örtlicher Sicherheit. Sie leisten aber auch einen enormen Beitrag zur örtlichen Gemeinschaft, sind beispielsweise in der Jugendarbeit unverzichtbar.“ Der Landeshauptmann will deswegen „Kooperationen der Feuerwehren fördern, aber nicht die Feuerwehren zu Kooperationen zwingen“.

(VN/ Stadler)

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