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„Europäischer Qualitätsweg“ am Lech

Stolz erläutert Bürgermeister Fritz die neue Wanderroute zwischen den Walsergemeinden am Tannberg.
Stolz erläutert Bürgermeister Fritz die neue Wanderroute zwischen den Walsergemeinden am Tannberg.
Vorarlberger Teil eines grenzüberschreitenden Projekts ist in den Grundzügen fertiggestellt.

Warth, Lech. (stp) „Einzigartigkeit ist die Voraussetzung für das Prädikat ,Qualitätsweg‘, das auf nationaler Ebene in Deutschland bereits umgesetzt wird. Mit dem grenzüberschreitenden Lech soll dies jetzt auf eine ganz andere Stufe geführt werden, der Weg entlang des Lechs soll ein ,europäischer Qualitätsweg‘ werden“, erläutert Bürgermeister Gebhard Fritz bei einem Lokalaugenschein in der wildromantischen Schlucht zwischen Lech und Warth.

Es wird schon gewandert

„Offiziell“ gibt es den rund sechs Kilometer langen Weg von Lech-Stubenbach bis zur Landesgrenze bei Warth noch gar nicht, Insider haben diese faszinierende Route aber längst entdeckt und sind sie begeistert abgegangen. Lech-Warth ist eine besondere Facette im Verlauf des insgesamt 264 Kilometer langen Lechs, der von seinen beiden Quellbächen Formarinbach und Spullerbach nach einigen Kilometern den gleichnamigen Ort Lech durchfließt, ehe er nach insgesamt zwölf Kilometern die Tiroler Grenze überschreitet. Auch auf Tiroler Gebiet hat die 78 Kilometer lange Flussstrecke eine Fülle einzigartiger Naturjuwele zu bieten.

Auch Tirol arbeitet daran

Im Tiroler Lechtal wurden nach jahrzehntelangen Diskussionen und Auseinandersetzungen mit der E-Wirtschaft die Weichen für sanften Tourismus und Erhalt der Natur gestellt. Mehr als 40 Quadratkilometer stehen unter Schutz, es gibt starke Bestrebungen engagierter Organisationen (allen voran der „Lebensraum Lechtal“), den Schutzstatus noch auszuweiten und stärker zu verankern. Seit einigen Jahren sind große Teile des Lechtals Naturpark. Das Lechtal ist zugleich ein Natura-2000-Gebiet nach der Habitat-Richtlinie und nach der Vogelschutzrichtlinie.

„Andere Welt“ in Bayern

Bald nach dem „Grenzübertritt“ verändert der Lech seinen Charakter grundlegend. Vor Füssen stürzt sich der Fluss zwölf Meter tief über den Lechfall und mit dem Forggensee beginnt die lange Kette von insgesamt 24 Stauseen und 30 Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von knapp 350 MW. Zwischen den Stauseen und Kraftwerken bleibt aber doch noch Raum für die Natur und einen Kontrast zwischen Lech-Urlandschaften und Technik.

Faszinierende Vision

„All diese Naturschätze für sanften Tourismus umfassend zu erschließen und zu nutzen ist eine faszinierende Vision, der europäische Qualitätsweg vom Ursprung oberhalb von Lech bis zur Mündung des Lechs in die Donau soll dies Wirklichkeit werden lassen“, so Gebhard Fritz, der stolz darauf ist, den Vorarlberger Teil dieses Projekts bereits umgesetzt zu haben.

Ein Glücksfall

„Es war zu einem großen Teil auch ein Glücksfall, denn ohne die Möglichkeit, im Zusammenhang mit dem Bau der Trinkwasserleitung von Lech nach Warth Synergien nutzen zu können und die Trasse der Leitung nach den Bauarbeiten statt zu renaturieren als Weg auszubauen, wäre die Umsetzung in so kurzer Zeit nicht möglich gewesen.“ Es gab zwar abschnittsweise Wege, weil in diesem Gebiet auch Alpen bewirtschaftet werden, „aber eine wirklich begehbare Verbindung zwischen Lech und Warth gab es bisher nicht. Jetzt steht uns dieser einzigartige Weg, bis zu 100 und mehr Meter über dem Flussbett, das immer wieder sichtbar ist, zur Verfügung und bis zur offiziellen Eröffnung im kommenden Frühjahr werden wir noch Infrastruktur – Rastbänke und ähnliches – schaffen, damit die Attraktivität noch erhöht wird.“ Damit wird es möglich, den Lech auf seiner „Wanderung“ vom Formarinsee/Spullersee auf mehr als 1800 Meter Seehöhe bis nach Warth hautnah zu begleiten und zu genießen. Das ist eine interessante und attraktive Ergänzung zum weitläufigen Wanderwegenetz, das seit dem Vorjahr in einem einzigartigen Wanderführer „Auf den Spuren der Walser am Tannberg“ beschrieben wird.

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