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„Es sollte wieder eigenständig gedacht werden!“

Ein dynamisches Duo: Isabella Tschemernjak und Gabriele Ammann.
Ein dynamisches Duo: Isabella Tschemernjak und Gabriele Ammann. ©W&W/Miro
Hohenems - Am Mittwochabend fällt der Startschuss für das ambitionierte Projekt „Gemeinwohl-Netzwerk“ der beiden Vorarlberger­innen Isabella Tschemernjak und Gabriele Ammann. WANN & WO hat mit ihnen über ihre Initiative gesprochen.

WANN & WO: Wie sind Sie auf die Idee eines „Gemeinwohl-Netzwerkes“ gekommen und welche Ziele verfolgen Sie damit?
Isabella Tschemernjak: Wir haben uns einfach folgende Fragen gestellt: Wie kann man destruktive Systeme durch konstruktive friedlich ersetzen? Wie erhalten wir unseren Wohlstand und erhöhen unsere Sozialkompetenz?
Gabriele Ammann: Im Anschluss haben wir mit unseren eigenen und den vielen recherchierten Antworten ehrenamtlich und in Eigenregie das Konzept und den Weblog erstellt. Nun freuen wir uns schon riesig, uns mit engagierten Menschen dieses Landes zu treffen, Ideen zu sammeln und diese in die Tat umzusetzen!

WANN & WO: Wo sehen Sie die größten Probleme in unserer modernen Gesellschaft?
Isabella Tschemernjak: Im Getriebensein, in der Kompensation innerer Leere durch Konsum und Selbstwertverlust durch „Was häscht, was bischt?!”. Auch in der Intransparenz wirtschaftlicher und politischer Systeme und der Realitätsverweigerung vieler Menschen unter dem Motto: „Ich bin froh, dass ich nicht ALLES weiß!“.
Gabriele Ammann: Auch die Mutlosigkeit, einander die Wahrheit über die persönlichen Lebensumstände mitzuteilen, um miteinander mögliche Lösungen zu finden, ist heute ein großes Problem.

WANN & WO: An wen richtet sich nun Ihre Initiative?
Isabella Tschemernjak: Das „Ge­­meinwohl-Netzwerk“ versteht sich als organisatorische Unterstützungs-, Vernetzungs- und Informationsplattform für aktive Bürger und diejenigen, die die Bereitschaft zur Aktivität haben und wissen, dass sie gemeinsam mit anderen mehr bewegen können.
Gabriele Ammann: Es ist für Menschen aus allen Lebensbereichen gedacht, die ihr Wissen – also ihre Information, verbunden mit ihrer Lebenserfahrung – und ihre Fähigkeiten mit anderen Menschen teilen oder ihnen zur Verfügung stellen möchten. Menschen, die bereit sind, ihren Beitrag für neue konstruktive Wege im Sinne des Gemeinwohls einzubringen.

WANN & WO: Welche Werte sollten in Ihren Augen in unserer Gesellschaft wieder stärker verfolgt werden?
Isabella Tschemernjak: Sich selbst achten und sich seiner selbst bewusst sein. Zudem das Erkennen der eigenen Stärken und Fähigkeiten, Eigenverantwortung übernehmen und sich selbst, den Menschen und der Natur Respekt entgegen bringen. Sich füreinander Zeit nehmen und zuhören. Langsamer werden, hinhören und hinschauen, beobachten, hinterfragen und nachfühlen.
Gabriele Ammann: Und was ganz wichtig ist: Eigenständig denken!

WANN & WO: Was erwarten Sie sich von der Politik?
Isabella Tschemernjak: Die Politiker müssen sich darum bemühen, das verlorene Vertrauen der Wähler wieder zu gewinnen. Es ist zudem aber auch an der Zeit, die bestehende Politik zu modernisieren. Sie ist nicht mehr zeitgemäß. Es ist aber auch die Aufgabe eines eigenverantwortlichen Volkes, der Politik mitzuteilen, wie gespielt werden soll. Nur so kann es ein faires Spiel für alle sein.
Gabriele Ammann: Wir haben unsere Verantwortung zum größten Teil an Berufspolitiker abgegeben. Wer würde im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte das eigene Auto zum Metzger in die Reparatur bringen? Wahltechnisch tun wir das aber seit vielen Jahren.

WANN & WO: Wieviele Personen haben bisher Interesse an ihrer Initiative bekundet und aus welchen Bereichen kommen diese Personen?
Isabella Tschemernjak: Offiziell haben sich rund 70 Personen zur heutigen Startveranstaltung angemeldet. Die Teilnehmer sind zum größten Teil Privatpersonen, die sich vereinzelt bereits in verschiedenen Lebensbereichen zu Gruppen zusammengeschlossen haben. Es sind aber auch engagierte Wirtschaftstreibende dabei, die sich auch schon für andere Initiativen stark gemacht haben.

Infos

Die Startveranstaltung für das „Gemeinwohl-Netzwerk“ beginnt am Mittwochabend um 19.30 Uhr.
Veranstaltungsort: Kleiner Löwensaal in Hohenems (neben dem Schlosscafe / 1. Stock)
Interessierte finden weitere Informationen zur Bürgerinitiative „Geminwohl-Netzwerk“ auf der Internet seite www.gemeinwohl.at.
Kontaktpersonen: Isabella Tschemernjak: 0699 10445166 Gabriele Ammann: 0664 3143204 info@gemeinwohl.at

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