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„Dornbirn ist eben nicht Rio!“

Die Dornbirner Narren zeigten sich bei der Eröffnung der fünften Jahreszeit von ihrer wetterfesten Seite.
Die Dornbirner Narren zeigten sich bei der Eröffnung der fünften Jahreszeit von ihrer wetterfesten Seite. ©Laurence Feider
Der Dornbirner Narrenauftakt stand im Zeichen der Absage des großen Umzugs.   Dornbirn. Einen etwas trüben Faschingsbeginn gab es diesmal in Dornbirn und das lag nicht nur am Regen und Nebel.
Narrenauftakt in Dornbirn

„Bloß, d’Hälfte Spaß ischt aus und hio, Omzug wiord as kuon meh gio“, meinte Zunftmeister-Stellvertreter Hugo Nussbaumer in seinem Prolog und spielte auf die Absage des großen Dornbirner Umzuges am Faschingssonntag an. Umsonst hatte man sich in den letzten Wochen darum bemüht, eine Halle für die teilnehmenden Gruppen zu finden. „Wir sind halt nicht in Rio, bei uns ist es im Fasching kalt und die Umzugsteilnehmer brauchen einen Ort wo sie sich aufwärmen und etwas trinken können“, so Nussbaumer. Früher stand die Dornbirner Stadthalle den Narren zur Verfügung, die intensive Nutzung durch den Rollhockey-Club macht dies jedoch unmöglich. „Das Abbauen der Bande würde vier Tage dauern und 7.000 Euro kosten, das ist für uns nicht finanzierbar“, sagt Zunftmeister Winfried Schnetzer. Auch andere Alternativen sind an der Finanzierbarkeit gescheitert. „Ein Zelt für 1.500 Leute hätte ohne Infrastruktur und WC-Anlagen 15.000 Euro gekostet“, erklärt Nussbaumer.

 

Enttäuscht ist man über die mangelnde Unterstützung seitens der Stadt Dornbirn. Als einzige Variante habe man das ungünstig gelegene Messeareal vorgeschlagen, dazu hätte der Umzug in die Lustenauerstraße verlegt werden müssen. „Der Umzug gehört einfach in die Stadt. Nicht umsonst hat Dornbirn so eine tolle Innenstadt und so einen schönen Marktplatz“, meint Hugo Nussbaumer resignierend. Das Argument, dass auch für andere Umzüge in Dornbirn keine Hallen zur Verfügung ständen, lässt er nicht gelten. „In Haselstauden und Kehlegg können wir die Turnhalle nutzen.“ Schließlich hat man sich vor wenigen Tagen zum Entschluss durchgerungen, den heurigen Umzug abzusagen. Damit wird eine seit dem 19. Jahrhundert gelebte Tradition, die seit 1961 von der Dornbirner Fasnatzunft organisiert wird, heuer nicht stattfinden. „Wir haben alles versucht und keine Lösung gefunden. Von der Stadt, die seit mehreren Jahren von der Hallen-Problematik weiß, fühlen wir uns komplett im Stich gelassen und sind dementsprechend traurig“, so Schnetzer.

 

Doch es wären keine Narren, wenn sie sich dadurch am 11.11. komplett die Laune verderben lassen würden. Und so wurde doch pünktlich um 11.11 Uhr mit einem kräftigen „Maschgoro, maschgoro, rollolo“ die Dornbirner Fasnat am neu gestalteten Kehlegger Dorfplatz eröffnet. Dazu marschierten der Dornbirner Fanfarenzug und die Kehlegger Schalmeien auf und sorgten klangtechnisch für Faschingsstimmung. Die großen und kleinen Gardemädchen trotzen dem schlechten Wetter mit einer gehörigen Portion Charme. Als wetterfest erwiesen sich auch die Kehlegger Hexen und die Faschingsfans die extra nach Kehlegg gekommen waren. Unter ihnen war auch Stadträtin Marie-Louise Hinterauer die meinte, man werde sich weiterhin nach einer für alle Beteiligten passenden Lösung bemühen. Für heuer bleibt es, auch als zeit-organisatorischen Gründen bei der Absage. Vielleicht wird es aber am Faschingssonntag einen Narren-Protestmarsch oder eine Alternativ-Veranstaltung geben – das lassen sich die Dornbirner Narren noch offen…

 

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