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„Wirte dürfen nicht zum Spielball der Politik werden“

Schwarzach -  Aktuelle Nichtraucherschutz-Umfrage unter Vorarlberger Gastronomiebetrieben. Obmann Nussbaumer: „Jetzt braucht es ein klares Bekenntnis der Politik“.

Das Nichtraucherschutzgesetz bietet den nötigen Freiraum – auch für die wachsende Nachfrage nach Nichtraucherlokalen – so das Fazit der Umfrage unter 181 Vorarlberger Gastronomiebetrieben. Von den insgesamt rund 1.800 Vorarlberger Gastronomiebetrieben sind 89 %  Mehrraumbetriebe, nur 11 % haben eine Lokalgröße von unter 50 m² und können damit frei entscheiden ob sie ein Raucher oder Nichtraucherbetrieb sind. Bereits 50 % dieser Betriebe haben sich für das Führen eines Nichtraucherlokals entschieden.

53,42 % der Mehrraumbetriebe (über 50 m²) setzt auf das Prinzip der Raumtrennung Nichtraucher/Raucherbereich. 25 %  der Mehrraumbetriebe bleiben bei einem reinen Nichtraucherlokal. 14,89 % der Einraumbetriebe über 50 m2 haben rechtzeitig im Jahr 2008 noch einen Antrag auf Herstellung eines abgetrennten Raucherraums eingebracht und können den Umbau bis 30.6.2010 durchführen und bis dahin das Rauchen weiter im Betrieb erlauben. Mit dem Umbau wird vielerorts allerdings noch zugewartet: So haben knapp die Hälfte der Betriebe, die in die Übergangsfrist fallen, noch nicht mit den Umbauarbeiten begonnen, werden das aber fristgerecht tun, die andere Hälfte will den Umbau nicht durchführen und nach Ablauf der Frist auf ein Nichtraucherlokal umstellen. „Dass mit dem Umbau zugewartet wird, ist auch absolut nachvollziehbar. Die Verunsicherung ob es seitens der Regierung bzw. der EU noch zu Änderungen der Richtlinie kommt ist bei den Gastronomen allgegenwärtig“, erklärt Andrew Nussbaumer, Obmann der Fachgruppe Gastronomie.

„Die Wirte haben die Unsicherheit in der Frage des Nichtraucherschutzes satt und wollen sich endlich auf das Gesetz und seinen Bestand verlassen können. Ein Bekenntnis seitens der österreichischen Politik dazu ist absolut notwendig, damit jene Betriebe, die vor Investitionsentscheidungen stehen, auch die entsprechenden Planungen vornehmen können“, sind sich Nussbaumer und der Geschäftsführer der Fachgruppe Gastronomie Harald Furtner, einig. Seitens der EU gibt es derzeit keine Signale für europaweite Rauchverbotsregelungen.


Totales Rauchverbot wird von der Mehrheit abgelehnt

Auch wenn nicht alle mit der Regelung glücklich sind, ein totales Rauchverbot wird von 56 % der Vorarlberger Gastronomen als Alternative zur derzeit geltenden Regelung abgelehnt. Die Tatsache, dass viele Jugendliche schon im frühen Alter mit dem Rauchen beginnen, dürfe nicht mit dem Fehlen eines gesetzlichen Nichtraucherschutzes vermischt werden, warnt Harald Furtner. „Verbote sind ganz offensichtlich keine geeigneten Maßnahmen der Prävention, hier sind andere Wege der Aufklärung  gefordert.“

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