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„Gestatten: Brockhaus“

Röthis. Zu einem musikalisch-literarischen Treffpunkt im Schlösslesaal Röthis luden der Kulturausschuss der Gemeinde und das Forum für Literaturschaffende und Literaturinteressierte, das an diesem Abend sein 4. Vereinsjubiläum feierte. Bilderserie

Heinrich Brockhaus, Verleger des Konservationslexikons, führte zeit seines Lebens akribisch Tagebuch. Die umfangreichen Aufzeichnungen hat der Erlanger Historiker und Buchwissenschafter herausgegeben und vor einem interessierten Publikum und zahlreichen Mitgliedern des Literaturforums vorgestellt und aus den überlieferten Tagebüchern gelesen.
Heinrich Brockhaus leitete nach dem Tod seines Vaters, Friedrich Arnold Brockhaus, von 1823 bis 1874 die Verlagsbuchhandlung und Druckerei in Leipzig. Das erfolgreichste Produkt des 1805 gegründeten Verlages war das Konversationslexikon, das zum Grundstein für die internationale Bekanntheit des Namens „Brockhaus“ wurde.

Das bewegte Leben eines der erfolgreichsten und bekanntesten Unternehmer im 19. Jahrhundert, seine Bekenntnissen und scharfsinnigen Urteilen sind einzigartige Zeugnisse bürgerlicher Kultur. Heinrich Brockhaus hatte mit vielen Denkern und Musikern seiner Zeit Kontakt: Richard Wagner war sein Schwager, Humboldt und Mendelssohn seine Freunde.

Den Abend begleitete musikalisch die Geigerin Regina Florey. Sie spielte die ersten und letzten drei Sätze der E-Dur Partita von Johann Sebastian Bach. Das Publikum honorierte ihr stilsicheres Können mit lang anhaltendem Applaus.
Evelyn Brandt

aus: Heinrich Brockhaus, Tagebücher

1. März 1840
„Ich wollte am heutigen Sonntag recht fleißig für mich sein, meine italienischen Kupferstiche ordnen, aber da kam Störung über Störung, lästiger und angenehme Besuche, sodaß ich nicht zu viel mehr als zum Auspacken und Einpacken gelangte. Es ist zum Verzweifeln, daß ich nie allein und ungestört sein kann; niemand kann sich mehr nach Ruhe und Einsamkeit sehnen als gerade ich, und ich begreife wenigstens trotz aller in mir lebendigen Unruhe und der großen Verhältnisse, in denen ich zu leben gezwungen bin, recht gut, wie man sich ganz aus dem Treiben zurückziehen und in der Einsamkeit für sich allein zu sein wünscht.“

1. März 1827
„Ich halte, abgesehen von dem Genus, den eine spätere Durchsicht des Erlebten und des Gedachten gewährt, Tagebücher für kein geringes Bildungsmittel. Muß man sich über jeden Eindruck, den man empfindet, bestimmte Rechenschaft ablegen, so wird man viel klarer über sich selbst, als wenn man alles über sich hingehen lässt.“

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