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„Der Rest ist für Sie...“ - Trinkgeld geben im Ausland

Nicht zu viel, nicht zu wenig: Trinkgeld-Tipps in beliebten Reiseländern.

Auch beim Trinkgeld geben kann man im Urlaub ins Fettnäpfchen treten. Zuviel „Tip“ kann in manchem Land genauso beleidigend aufgefasst werden, wie andernorts zu wenig. „Hier braucht es wirklich Fingerspitzengefühl, denn es gibt länderspezifisch recht unterschiedliche Gebräuche“, weiß ÖAMTC-Touristikerin Tanja Gems. Wie viel Trinkgeld bekommt der Gepäckträger? Soll man das Geld auf dem Restaurant-Tisch liegen lassen? Ein kleiner ÖAMTC-Leitfaden:

In Europa:
In europäischen Ländern wird – gleich wie in Österreich – fast überall Trinkgeld erwartet. „Es gibt aber ein regelrechtes Süd-Nord-Gefälle.” In Italien sind im Schnitt zehn Prozent üblich, im skandinavischen Raum hingegen sind fünf Prozent ausreichend. In Dänemark wird kein Trinkgeld erwartet, in Island ist es im Endpreis inkludiert. ÖAMTC-Tipp: In Restaurants schaut man am besten in der Karte nach, ob das Trinkgeld schon inkludiert ist, z.B. wenn „Service Charge included“ steht. Besondere Leistungen sollten aber belohnt werden.

In Frankreich, Spanien, Italien oder Portugal wird das Trinkgeld einfach auf dem Tisch liegen gelassen. Kleinstbeträge, wie fünf Cent, werden aber als unhöflich angesehen. In Irland bleibt das Trinkgeld für die Bedienung hinter der Bar im Pub dem Gast überlassen. „Have a drink“: Möchte man Trinkgeld geben, so gibt man dem Barkeeper einen aus.

Andere Regeln als auf dem Festland, sei es jetzt im Restaurant oder im Hotel, gelten auf dem Wasser: Wer eine Kreuzfahrt plant, sollte sich im Vorfeld informieren, welche Handhabung üblich ist. Einige Reedereien geben eine Empfehlung, wie hoch das Trinkgeld sein sollte, z.B. für Kabinen-Stewardess oder Restaurant-Kellner. Auf anderen Schiffen ist das Trinkgeld auch schon im Reisepreis enthalten.

 Außerhalb von Europa:
In Japan und China ist Trinkgeld geben unüblich. In den Touristenzentren ist allerdings das Personal an zehn Prozent Trinkgeld vom Rechnungsbetrag gewöhnt. ÖAMTC-Tipp: Immer diskret und nicht vor den Augen anderer überreichen. In Thailand wird Trinkgeld unter 10 Baht (das sind gerade mal zwei Cent) als Beleidigung empfunden. In der Südsee kann die traditionelle Gastfreundschaft auf bestimmten Inseln die Annahme von Trinkgeld verbieten. Ein Blick in einen aussagekräftigen Reiseführer empfiehlt sich.

In den USA ist das Grundgehalt im Gastronomiegewerbe äußerst niedrig. Die Mitarbeiter aus Restaurants, Hotels und anderen Dienstleistungsunternehmen sind auf das Trinkgeld angewiesen. Der „Tip“ ist in diesen Ländern somit Pflicht. In Restaurants wird 15 bis 20 Prozent Trinkgeld erwartet, falls die Servicegebühr nicht schon auf der Rechnung angeführt ist. Personal, das einen zum Tisch begleitet, lebt vom Trinkgeld.

In Australien gibt es keine „Verpflichtung“ für ein Trinkgeld wie in den USA. Vor einigen Jahren war Trinkgeld sogar unüblich. Das hat sich mittlerweile geändert. Hin und wieder wird man aber Menschen antreffen, die partout kein Trinkgeld annehmen – und das sollte man als Urlauber dann akzeptieren.  Wer sich unsicher ist, wie viel Trinkgeld angemessen ist, kann sich auch vor Ort (z.B. an der Hotel-Rezeption) erkundigen. Wenn es vorkommt, dass man als Gast mit der Leistung von Zimmermädchen oder Kellner nicht zufrieden ist, sollte man das sachlich begründen und wenig oder kein Trinkgeld geben.

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