Verhandlungen in Zypern über Bankabgabe dauern an

Akt.:
41Kommentare
Zypern hat sich laut eines zypriotischen Regierungsangehörigen am Samstag mit der Troika auf Sonderabgaben auf Bankeneinlagen geeinigt. Demnach soll es eine Bankabgabe für Einlagen über 100.000 Euro geben. Diese betrage grundsätzlich vier Prozent, für Kunden der bei russischen Oligarchen beliebten Bank of Cyprus 20 Prozent. Anderen Meldungen zufolge gab es jedoch noch keine endgültige Einigung.

0
0


Die EZB hat Zypern eine Frist bis Montagabend gesetzt. Bis dahin muss der eigene Beitrag stehen. 5,8 Mrd. Euro sollen aus dem Finanzsektor kommen, erst dann können die zehn Milliarden Euro von EU und IWF freigegeben werden. Ursprüngliche Pläne, die auch eine Abgabe auf Einlagen unter 100.000 Euro vorsahen wurden nach massiven Protesten offenbar fallgelassen.

Trotz wachsenden Zeitdrucks zeichnete sich Medienberichten zufolge entgegen früheren Angaben des zypriotischen Regierungsangehörigen bei den Gesprächen zwischen Regierung und Geldgeber-Troika aus EU, EZB und IWF am Samstagabend jedoch keine rasche Einigung ab. Staatliche Medien berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, es gebe Komplikationen. Die IWF-Vertreterin stelle "immer wieder neue Forderungen".

Es wird erwartet, dass das zypriotische Parlament am Sonntagabend über die Zwangsabgabe entscheidet. Ein erster Entwurf war mit Pauken und Trompeten von den Abgeordneten abgelehnt worden. Ebenfalls am Sonntag (ab 18:00 Uhr) wollen die Finanzminister der Eurogruppe die Zypern-Frage in einer Krisensitzung erörtern. Am Dienstag sollen die seit Samstag vor einer Woche geschlossenen Banken wieder öffnen. Derzeit gibt es auf der Insel Bargeld nur vom Bankautomaten.

Unterdessen hat der Plan Zyperns, künftige Einnahmen aus 2011 entdeckten Gasvorkommen vor der Küste in einen Solidaritätsfonds zur Krisenbewältigung einfließen zu lassen, die türkische Regierung auf den Plan gerufen. Ankara hat Zypern in scharfer Form davor gewarnt, die Finanzkrise mit einem Verkauf der von beiden Seiten beanspruchten Gasvorkommen bewältigen zu wollen. Die Türkei sei entschlossen, die eigenen Rechte und die Interessen der türkischen Zyprioten auf der geteilten Insel zu schützen, teilte das türkische Außenministerium am Samstag mit.

Werbung


0
0
Leserreporter
Feedback
41Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel
Verkehr in Vorarlberg
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Bitte Javascript aktivieren!