Bürger aus Muntlix drohen der Gemeinde mit rechtlichen Schritten

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Bürger vom Frödisch- und Frutzdamm drohen der Gemeinde mit rechtlichen Schritten
Bürger vom Frödisch- und Frutzdamm drohen der Gemeinde mit rechtlichen Schritten - © Werner Schnetzer
(VN-gms, tk) Etwa 21 Muntliger Bürger, die entlang des Frödisch- und Frutzdamms wohnen, drohen der Gemeinde Zwischenwasser mit rechtlichen Schritten.

Spätestens jetzt, seit Anrainerin Natascha Soursos bei der 29. öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung im voll besetzten Saal die Petition „Nutzung Frutzdamm“ eingebracht hat, ist der Streit zwischen den betreffenden Bürgern und den Gemeindeverantwortlichen fix. Soursos, Gemeindevorständin auf der Bürgermeister-Liste, trat in der Sitzung als Privatperson auf.

Der Damm sorgt schon seit Langem für Streit. Seit 1956 waren die Grundstücke, wie Bürgermeister Kilian Tschabrun erklärt,  parzelliert, darunter auch das Grundstück 476/31 – ein zwei bis drei Meter breiter Streifen zwischen der Böschung der Frutz und den Grundstücken der Hausbewohner im Ortsteil Zinken. Es befindet sich seit damals in Gemeindebesitz. Das Grundstück wurde über die Jahrzehnte von den Hausbesitzern für private Zwecke genutzt. 1993 wurden bei einem Ortsaugenschein sogar bauliche Elemente festgestellt. Nach Hochwassern 1999 und vor allem 2005 investierte die Gemeinde 4,5 Millionen Euro in die Sanierung bzw. die Wildbach- und Lawinenverbauung entlang des Damms. Seit damals muss der Damm im Katastrophenfall befahrbar sein – eine private Nutzung wurde untersagt.

Die Anrainer ärgern sich nun darüber, dass der Frutz- und Frödischdamm von der Gemeinde als Naherholungszone und Spielplatz angepriesen wird und sogar als Wanderweg der Region Vorderland-Feldkirch aufscheint. Der Bereich vom Muntliger Steg bis zur Frutzmündung und von der Frödisch bis zur Frödischbrücke wird laut Soursos verstärkt von Fußgängern, Fahrradfahrern, Reitern und sogar Mopedfahrern genutzt.

 

Ärger über „Umnutzung“

„Vor zwei Jahren wurden 30 Personen in der Stunde gezählt, momentan ist es in 15 Minuten schon die gleiche Anzahl an Menschen. Hinzu kommen Lärm, Verschmutzung, Verlust der Privatsphäre. Die Umnutzung von einer Schutzzone zu einem offiziellen Wanderweg wurde mit den Anrainern nie abgesprochen und wird von uns nicht geduldet. Den Anrainern wurde mehrmals öffentlich zugesagt, dass der Damm ein Schutz ist und kein Weg“, so Soursos. „Sollte darauf beharrt werden, das ohne Zustimmung der Anrainer weiterhin als Naherholungsgebiet zu progangieren, werden wir uns rechtliche Schritte überlegen.“

Entsprechende Maßnahmen und Richtigstellung in den Medien, keine Bewerbung als Naherholungsgebiet, entsprechende Zäune bzw. abgeschlossene Tore, keine Ausschilderung als Wanderweg, regelmäßige Kontrollen – das sind die Forderungen der Anrainer. Eine detaillierte Dokumentation, wie es zur Abtretung der „ersessenen“ Grundstücke gekommen ist, ist eine weitere Forderung.

Auch andere Anrainer zieht es vor Gericht. Sie wollen den Grund einklagen – sie hätten ihn durch die jahrzehntelange Nutzung ersessen, so ihr Argument. Mit diesem Hintergrund lässt sich wohl auch eine angedrohte Besitzstörungsklage gegen den Bruder des Bürgermeisters erklären, der den Weg benutzt hat. Für Tschabrun ungeheuerlich, dass private Gemeindebürger  in den politischen Diskurs hineingezogen werden.

 

Lösung wird angestrebt

Bürgermeister Tschabrun, selbst Anrainer, äußerte sich in der Sitzung nicht weiter. Gegenüber der VN-Heimat erklärte er: „Die etwa 2000 Quadratmeter Fläche vom Frutz- und Frödischdamm ist im Besitz der Gemeinde Zwischenwasser. Das Naherholungsgebiet soll frei zugänglich sein, und das soll auch so bleiben. Diese Drohungen der Anrainer vom Damm sind nicht nachvollziehbar. Der Dank gilt der öffentlichen Hand für den Ausbau des Bachbetts und dafür, dass nach dem Hochwasser die richtigen Maßnahmen getroffen wurden. Ich bin als Anrainer ebenfalls betroffen. Aber ich vertrete alle Bürger aus Sicht der Gemeinde.“

Vizebürgermeister Daniel Bösch, der in der Sitzung anstelle des Bürgermeisters die Diskussion führte, betont einerseits die jahrelange Problematik der „Nutzung Frutzdamm“, hofft aber auch auf eine Lösung. „Eine einvernehmliche Lösung wird schnellstens angestrebt. Gemeinsam an den Tisch setzen wäre sinnvoll“, betont er.

Als Nächstes folgt erst einmal ein Ortsaugenschein durch den Verkehrsausschuss, um vor Ort die Argumente im Bezug auf die Dammnutzung mit den Anrainern zu  besprechen.

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