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Zu seinem 25. Todestag - Ernst-Happel-Kaffeehaus-Talk

Anlässlich des 25. Todestages von Ernst Happel, des im Alter von 66 Jahren verstorbenen österreichischen Kulttrainers, hat Christina Happel mit Günter Netzer, Andreas Herzog, Franz Hasil, Alfred Körner und Heinz Palme über ihren Großvater diskutiert.

Große Resonanz hat gestern die Premiere des Ernst Happel Kaffeehaus-Talks im Altwienerkaffeehaus Café Ritter Ottakring gefunden. Mehr als hunderttausend Menschen haben die von Christina Happel, der Enkelin von Ernst Happel, moderierte Auftaktsendung auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/happel.ernst/  mitverfolgt.

Günter Netzer (mit Ernst Happel in den 80er Jahren beim HSV):

  • Sein Erfolg war die Eintrittskarte für sein Benehmen. Ich hätte ihn auch manchmal an die Wand klatschen können, wenn er gewisse Dinge einfach nicht wollte. Aber wir loben ihn zu Recht. Er war der größte und der beste Trainer, den wir je gehabt haben. Keiner kommt an diesen Mann heran.
  • Abseitsfalle, Forechecking, das gab es alles vorher nicht – Ernst Happel hat den Fußball verändert, er hat Deutschland verändert. Er hat für den deutschen Fußball Außerordentliches geleistet und ihn vorangebracht.
  • Ad ÖFB-Teamchef: Es reicht nicht aus, dass der neue Teamchef ein Deutscher ist. Da müssen schon außergewöhnliche Qualitäten vorhanden sein.

ÖFB-Rekordnationalspieler Andreas Herzog, zweifacher Torschütze bei Happels letztem Länderspiel als ÖFB-Teamchef (5:2 gegen Israel, 28.10.1992):  

  • Ernst Happel war als Trainer ein Weltstar und unumstritten. Sein Spielstil war für die damalige Zeit extrem mutig. Das erfordert auch hohe Überzeugungsarbeit bei den Spielern.
  • Wir waren alle in Ehrfurcht als er Nationaltrainer geworden ist. Wir mussten pünktlich um 7 Uhr beim Frühstück sein. Wir waren alle schon um viertel vor 7 dort. Bis auf den Toni Polster. Der kam um 7 – mit den Worten: „Heast Trainer, mitten in der Nacht zum Frühstück!“ Der war aus Spanien andere Zeiten gewohnt.
  • Ich habe meinen Ärger über die Teamchefbestellung aus der Emotion heraus kundgetan. Ich habe als Spieler immer Verantwortung übernommen und hätte jetzt auch gerne als Teamchef Verantwortung übernommen. Aber jetzt ist der Ärger vorbei. Ich drücke Franco Foda die Daumen. Für mich wird etwas Neues kommen. Die Deutschen haben die Siegermentalität. Die Deutschen gehen in jedes Spiel, im Glauben es zu gewinnen. Das habe ich von Jürgen Klinsmann mitgenommen. Und das wünsche ich auch Franco Foda, dass er das unseren Spielern vermittelt.

Franz Hasil, Meistercup- und Weltpokalsieger mit Feyenoord Rotterdam in den 70er Jahren unter Ernst Happel:

  • Er war als Trainer kein Entertainer. Er konnte den Gegner in der Sprache der Spieler in wenigen Worten erklären. Und das in dem ihm eigenen Kauderwelsch. Das war seine große Stärke.
  • Ernst Happel hat zu mir gesagt, dass ich zur Audienz bei der holländischen Königin Juliana muss. „Sie haben aber einen schönen Beruf“, hat die Königin zu mir gesagt. Habe ich zu ihr gesagt: „Sie haben aber auch keine schlechte Hack`n“.
  • Zuerst hat mich Happel von Schalke nach Holland geholt, dann wollte er mich gleich wieder heimschicken. „Mit dem Oasch-Wiener-Gspü, was wöst du da? Renn um dein Leben. Wennst die ned änderst, schick I di wieder ham.“ Sage ich: Herr Happel, ich bin doch gerade erst gekommen.

(Red.)

 

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