Zoff zwischen Vorarlberger FPÖ und ÖVP

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Ländle-FP-Chef Bösch (r.) hat die Vorarlberger ÖVP scharf kritisiert, diese kontert in person von Roland Frühstück (l.) ebenso deutlich.
Ländle-FP-Chef Bösch (r.) hat die Vorarlberger ÖVP scharf kritisiert, diese kontert in person von Roland Frühstück (l.) ebenso deutlich. - © Bernd Hofmeister; Klaus Hartinger; APA
Die Vorarlberger Freiheitlichen haben in ihrer Wahlkampf-Abschlusskonferenz am Montag das Verhalten der ÖVP im Ländle scharf kritisiert. Die wiederum kontert ähnlich harsch.

“Die ÖVP Vorarlberg ist nicht mehr an ihrem Platz und gebärdet sich als größte grüne Vorfeldorganisation”, sagte der Vorarlberger FPÖ-Chef Reinhard Bösch. Gemeint ist damit die Wahlempfehlung der Ländle-VP für Alexander van der Bellen, den Gegenkandidaten des FPÖ-Manns Norbert Hofer bei der Bundespräsidentschaftsstichwahl am kommenden Sonntag. Unter anderem hatten sich einige ÖVP-Bürgermeister an einer Initiative für van der Bellen beteiligt und auch die ehemaligen Landeshauptleute Herbert Sausgruber, Martin Purtscher und Herbert Kessler sprachen sich für den Grünen-Kandidaten aus. Dies könne die FPÖ laut Bösch nicht widerspruchslos hinnehmen.

Die Vorarlberger ÖVP entferne sich so von Außenminister Sebastian Kurz. Dabei gehe es auch um Reformen in der Europapolitik. Die FPÖ würde diese in Angriff nehmen, die Ländle-ÖVP tue hingegen so, als würden keine Probleme existieren.

Frühstück: “Das geht zu weit”

Die Vorarlberger Volkspartei selbst reagiert am Nachmittag mit deutlichen Worten auf die Angriffe der Freiheitlichen. Die Wahlwerbung der FPÖ entwickele sich zur Schlammschlacht, heißt es in einer Aussendung von VP-Klubobmann Roland Frühstück. Bösch sei mit seinen Äußerungen “definitiv einen Schritt zu weit gegangen”. Es sein ein Novum, dass die FPÖ im Wahlkampf eine Partei “beschmutzkübelt”, deren Kandidat gar nicht zur Wahl stehe. “Es ist auch ein Affront gegenüber den Wählerinnen und Wählern der Vorarlberger Volkspartei und erinnert mich an Peter Handkes Publikumsbeschimpfung”, meinte Frühstück. Im Namen aller VP-Wähler verwehre er sich entschieden gegenüber der Wortwahl Böschs. “Sie ist in jeder Hinsicht inakzeptabel.”

FPÖ-Wahlkampf eine “politische Bankrotterklärung”

Frühstück ist sich sicher, dass die Wähler keinen Gefallen daran finden würden, “wenn an Stelle von politischen Argumenten der Mitbewerber frontal attackiert wird.” Es sei zudem “eine politische Bankrotterklärung”, wenn die FPÖ es nicht schaffe, die Vorzüge des eigenen Kandidaten ins rechte Licht zu rücken. Dazu hätte Bösch die Chance gehabt, indem etwa “berechtigte Zweifel” an der Europapolitik Hofers und der FPÖ ausgeräumt würden. “Aber anscheinend liegen ihm die Europafeinde Marie Le Pen, Harald  Vilimsky und Geert Wilders deutlich näher, als die Wählerinnen und Wähler der bürgerlichen Mitte, die sich für Europa aussprechen”, schließt Frühstück.

(Red.)

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