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Zehntausende im Jemen vor Regierungsoffensive geflohen

Tausende Zivilisten flüchten vor Bürgerkrieg im Jemen
Tausende Zivilisten flüchten vor Bürgerkrieg im Jemen ©APA (AFP)
An der jemenitischen Westküste hat eine Offensive der Regierungstruppen nach Angaben von Amnesty International Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Vermutlich stehe den Bewohnern des umkämpften Gebiets aber "das Schlimmste noch bevor", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag.

Überlebende Zivilisten, die aus Ortschaften südlich der Hafenstadt Al-Hudaydah (Hodeida) fliehen konnten, berichteten demnach von einer gefährlichen Flucht durch Gefechte und Minenfelder. Viele mussten Habseligkeiten wie Trauringe, Grundstücke und Vieh verkaufen.

Im Jemen kämpfen die Truppen des nach Saudi-Arabien geflohenen sunnitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Houthi-Rebellen. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt Hadis Truppen. In dem seit drei Jahren andauernden Konflikt wurden fast 10.000 Menschen getötet, mehr als 2.000 weitere starben an der Cholera. Die UNO spricht von der “schlimmsten humanitären Krise der Welt”.

An der jemenitischen Westküste rücken die Regierungstruppen, die von Bodentruppen und durch Luftangriffe der Militärkoalition unterstützt werden, seit Monaten auf die Hafenstadt Al-Hudaydah am Roten Meer vor, die von den Houthi-Rebellen kontrolliert wird. Nach Angaben der UNO wurden im vergangenen halben Jahr bereits mehr als 100.000 Menschen vertrieben. Sie flohen nach Aden und in anderen Gebiete unter Regierungskontrolle im Süden des Landes.

Am Mittwoch bot die Regierung den Houthi-Rebellen einen Gefangenenaustausch anlässliche des islamischen Fastenmonats Ramadan an. Das Informationsministerium in Riad, wo Präsident Hadi seit drei Jahren im Exil lebt, teilte mit, die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Roter Halbmond sollten bei dem Austausch vermitteln. Freigelassen werden sollen demnach alle Gefangenen, darunter auch 14 jemenitische Journalisten und mehrere Ausländer.

(APA/Ag.)

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