Wunden lecken, Vollgas geben

Von VN/Dietmar Hofer
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Montag in Linz wird Pierre Boya anfangs wohl vorerst auf Sascha Boller verzichten müssen. Montag in Linz wird Pierre Boya anfangs wohl vorerst auf Sascha Boller verzichten müssen. - © Stiplovsek
Für die Austria heißt es bereits am Montag in Linz die letzte Chance zu wahren. Boller wieder mit dabei.

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Am Freitag blieb ­Sascha Boller wegen seiner Angina nur die Zuschauerrolle vor dem Fernseher, gestern saß er mit seinen Mannschafts­kollegen schon wieder im Bus Richtung Linz. „Für 90 Minuten reicht die Kraft zwar noch nicht, dennoch hoffe ich, dass ich im Spiel gegen den LASK zumindest eine Halbzeit lang zum Einsatz komme“, brennt es den deutschen Spielmacher schon wieder unter den Nägeln. Klar ist, dass sich nach dem heutigen Aufeinandertreffen auf der Linzer Gugl ein Team wohl endgültig aus dem Titelkampf verabschieden muss. Die Austria trennen drei Runden vor Schluss vier, den LASK fünf Punkte auf den Spitzenreiter. Sowohl bei Lustenau als auch in Linz glaubt man noch an die kleine Chance. „Auch wenn wir jetzt Außenseiter sind, heißt das noch lange nicht, dass St. Andrä durch ist“, bringt es der 28-Jährige auf den Punkt.

An den Nerven gezehrt

Das 2:2 gegen St. Andrä hat auch an Bollers Nerven gezehrt. „Es ist schon ein Wahnsinn, wenn man selbst nichts tun kann. Auch wenn wir am Ende noch froh sein konnten, einen Punkt geholt zu haben, war das Resultat doch ein wenig enttäuschend, weil wir so nahe am Sieg dran waren. Aber wer das Spiel am Freitag gesehen hat, weiß, wer eigentlich die bessere Mannschaft ist.“ Dennoch war die Stimmung am Tag danach bei allen etwas gedrückt. Gestern herrschte jedoch schon wieder Aufbruchsstimmung. „Wir geben gegen den LASK ganz sicher Vollgas. Gewinnen wir, können wir am Freitag im Derby gegen den FC wieder vor einer tollen Kulisse agieren“, übt sich der Deutsche in Optimismus. Gesprächsstoff unter den Austria-Fans war natürlich die Rote Karte gegen Harry Dürr. Selbst der Sky-Kommentator suchte in den vielen Zeitlupenwiederholungen vergeblich nach der angeblichen Tätlichkeit, die der Ur-Austrianer begangen haben soll. Dürr fehlt damit heute auf jeden Fall, dafür kehrt Soares wieder zurück.

Keinen Transferpoker

Durch die beeindruckenden Frühjahrsleistungen rückten vor allem die beiden „Bo-Bo“-Boys ins Visier der Spielerscouts. Sowohl Boller als auch Boya haben einen Vertrag bis 2013. Letzterer allerdings mit Ausstiegsklausel. Sollte die Austria nicht aufsteigen, wird der Kameruner, der elf Treffer im Frühjahr erzielte, kaum zu halten sein. Und wie sieht es bei Boller aus? „Ich habe in letzter Zeit einige interessante Anfragen erhalten. Aber es ist durchaus denkbar, dass ich in Lustenau bleibe. Ich will nur nicht, dass wieder um hohe Ablösesummen gepokert wird. Aber ich glaube, der Präsident weiß, dass dies wenig Sinn macht.“

Zwischenbrugger für Dürr

Drei Varianten hat Austria-Trainer Helgi Kolvidsson im Kopf, um die vakante Position des gesperrten Kapitäns Harald Dürr zu besetzen. Rückkehrer Danilo Soares zählt ebenso dazu wie Jan Zwischenbrugger.

Teamnews

Aufstellung: Kofler; Dunst, Peter Pöllhuber, Christoph Stückler, Zech; Zwischenbrugger, Kampel; Krajic, Thiago, Soares; Boya

Ersatz: Mendes; Karatay, Boller, Tipuric, Grabher, De Oli­veira, Aaron Kircher

Gesperrt: Dürr

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