Wohnstudie 2017 bestätigt teures Vorarlberg

Von Gemeindereporter Edith Rhomberg
Werner Böhler, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen,Harald Salzmann Sparkassen REAL-Geschäftsführer (vl)
Werner Böhler, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen,Harald Salzmann Sparkassen REAL-Geschäftsführer (vl) - © Edith Rhomberg
Die starke Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt ist nach wie vor ungebremst.

Dornbirn. Damit das leistbare Wohnen kein Wunschtraum bleibt, ist auch die Politik gefragt. Wie aus der jüngst vorgestellten Wohnstudie 2017 hervorgeht, ist Vorarlberg – und da vor allem auch Dornbirn – teuer. Das ist zwar nicht grundsätzlich neu. Rund zwei Drittel der Vorarlberger leben in den eigenen vier Wänden. Nur das Burgenland hat mit 70 Prozent eine höhere Eigenheim-Dichte, der Bundesschnitt beträgt 59 Prozent. Für die Eigentümer bedeutet das Unabhängigkeit und die meisten Wohnungs- oder Hausbesitzer sehen darin auch ein wesentliches Element ihrer Altersvorsorge. Die Unabhängigkeit hat allerdings ihren Preis. Kreditrückzahlungen bedeuten oft ein enges, finanzielles Korsett über einen langen Zeitraum hinweg.

Durchschnittlich 86 Prozent der Österreicher zeigen sich mit ihrer Wohnsituation zufrieden oder sehr zufrieden. „Besonders ältere Personen über 60 Jahre sind sehr zufrieden damit, wie sie wohnen. Viele von ihnen haben sich ihren Wohntraum bereits realisieren können oder aber ihre Vorstellungen pragmatisch der Realität angepasst“, meint Werner Böhler, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.

Teures Wohnen

Die hohen Wohnkosten sind möglicherweise der Grund dafür, dass sich laut der repräsentativen IMAS-Studie im Auftrag von der Erste Bank und Sparkassen, 82 Prozent der Vorarlberger als weniger zufrieden bezeichnen. Nur in der Bundeshauptstadt wohnt man mit 728,70 Euro/Monat noch teurer als in Vorarlberg mit 705,50 Euro pro Monat. Überdurchschnittlich hoch im Österreichvergleich ist deshalb auch die Zahl jener, die monatlich zwischen 801 und 1.000 Euro für Miete oder Kreditrate plus Betriebskosten, Energie und Heizung bezahlen müssen. Zwei Drittel der Befragten in Vorarlberg geben an, dass die Kosten in den letzten fünf Jahren zumindest etwas gestiegen sind.

Kredit ermöglicht Eigentum

Mehr als 80 Prozent der Mieter können sich Kredit für die Eigenheimfinanzierung vorstellen. Wenn auch das niedrige Zinsniveau derzeit für ideale Bedingungen sorgt, muss langfristig gedacht werden. „Die Raten müssen auch in zehn oder 15 Jahren noch leistbar sein“, empfiehlt Böhler. Ein Fixzinskredit, der langfristig niedrige Zinsen sichert, kann deshalb eine gute Wahl sein. Rund 50 Prozent der Vorarlberger Sparkassenkunden haben sich deshalb schon für diese Variante entschieden. Die Verfügbarkeit von Eigenmitteln in entsprechender Höhe ist sehr hilfreich.

Neuer Geschäftsführer bei s Real

Harald Salzmann, Geschäftsführer der ersten Stunde, wird seit 1. Juli 2017 von Bernhard Gobber bei der Leitung von Sparkassen REAL Vorarlberg unterstützt. Gobber, der seit 1975 in der Sparkasse tätig ist, davon seit 14 Jahren als Bereichsleiter für Freie Berufe, folgt Andreas Schabmann, der sich auf seine Managementtätigkeit in der Dornbirner Sparkasse konzentriert.

Bei der Suche nach einer geeigneten Wohnmöglichkeit scheint für die Vorarlberger zunächst die ideale Immobilie Priorität zu haben und weniger der Umstand, ob verkauft oder vermietet wird. Mehr als die Hälfte hält demnach Ausschau sowohl nach Kauf- als auch nach Mietobjekten. 34 Prozent suchen ihre Traumimmobilie im Internet. „Für die 18- bis 34-Jährigen ist das Netz sogar die beliebteste Such-Variante“, ergänzt Sparkassen REAL-Geschäftsführer Harald Salzmann. Quer über alle Altersstufen hinweg hat immer noch das Zeitungsinserat mit 42 Prozent einen hohen Stellenwert.

Zitat: „Für junge Menschen ist es gut und wichtig, Eigenmittel anzusparen mit einem bestimmten Ziel.“

Bernhard Gobber, Vater von Drillingen (31)

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