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Wissenschaftsminister Töchterle eröffnete 16. Philosophicum Lech

Der Lecher Bürgermeister beim Philosophicum im Jahr 2010 Der Lecher Bürgermeister beim Philosophicum im Jahr 2010 - © VOL.AT/Steurer
Lech – Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat am späten Donnerstagnachmittag das 16. Philosophicum Lech offiziell eröffnet. Zum Thema “Tiere. Der Mensch und seine Natur” werden sich bis Sonntag Philosophen, Biologen, Verhaltensforscher und Kulturhistoriker im Vorarlberger Nobelskiort äußern.

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In seiner Ansprache regte Töchterle eine umfassendere Diskussion über Ethik in der Forschung an. Er plane die Erarbeitung von Grundlagen für ein Forschungsethikgesetz, sagte der Minister. Die politische, ökonomische und ökologische Dimension unseres Umgangs mit Tieren habe eine Dimension – aber auch eine Zwiespältigkeit – erreicht, die eine grundsätzliche – also philosophische – Befassung unumgänglich mache, so Töchterle. Die vom Philosophicum gewählte Thematik sei auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Novelle des Tierversuchgesetzes zu sehen.

Mensch aus Natur herausgehoben

Der Mensch habe sich lange Zeit nicht in die Natur eingebettet, sondern aus ihr herausgehoben gesehen, zeichnete der Minister die Entwicklung des abendländischen Denkens nach. Kritische Gegenstimmen seien kaum gehört worden. Erst die Moderne habe Änderungen gebracht, die sich in ökologischen und Tierrechtsbewegungen niedergeschlagen haben.

Landeshauptmann Markus Wallner (V) betonte ebenfalls die Aktualität des diesjährigen Themas. Das Philosophicum habe seit seinen Anfängen in den späten 1990er Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen. Das zeige deutlich, dass man mit der Themenwahl richtig liege, so Wallner. Der Landeshauptmann würdigte das Symposium als “bedeutende Veranstaltung für das Land”, die Jahr für Jahr viele prominente Wissenschafter und Besucher anziehe.

Nach der Eröffnung führten Konrad Paul Liessmann als wissenschaftlicher Leiter der Tagung und der Theologe Eugen Drewermann mit seinem Appell “Der tödliche Fortschritt oder Wir brauchen eine neue Ethik” in den inhaltlichen Teil des Philosophicums ein. Bis Sonntag werden verschiedenste Fragen zum Themenkreis erörtert. Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Preisverleihung der mit 25.000 Euro dotierten Essay-Auszeichnung “Tractatus” an den deutschen Philosophen Herbert Schnädelbach am Freitagabend.

Namhafte Vortragende

Vortragende sind heuer am Freitag der Philosoph Markus Wild, die Schriftstellerin und Biologin Andrea Grill, die Literaturwissenschafterin Daniela Strigl sowie Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder. Am Samstag sprechen der Kulturwissenschafter Thomas Macho, der Philosoph Reinhard Brandt sowie die Ethik-Professoren Dieter Birnbacher und Jean-Claude Wolf. Der an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien forschende Ethiker Herwig Grimm und der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal bestreiten den Abschlusstag. Nach den Vorträgen diskutieren die Vortragenden jeweils mit Liessmann oder Ex-”Presse”-Chefredakteur Michael Fleischhacker über das Tagesprogramm.

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