Wirbel um angebliche Polizeiaktionen in ATIB-Moscheen in Vorarlberg

Von Jakob Nalik
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In mehreren ATIB-Moscheen in Vorarlberg waren am Freitag Polizeibeamte zugegen.
In mehreren ATIB-Moscheen in Vorarlberg waren am Freitag Polizeibeamte zugegen. - © VOL.AT/Matthias Rauch
Auf türkischen Seiten wird von angeblichen Polizeiaktionen in Vorarlberger ATIB-Moscheen berichtet. Auch von Durchsuchungen ist die Rede. VOL.AT hat bei der Polizei nachgefragt, was es mit den Aktionen auf sich hatte.

Wie havadis.at und trt.net berichten, seien während des Freitagsgebets in elf Moscheen des islamischen Vereins ATIB zu Polizeiaktionen gekommen. Zudem hätten die Beamten den Moscheevorsitzenden und den Gemeinden Fragen gestellt, wobei es um eventuelle AKP-Wahlkampfveranstaltungen gegangen sein soll. “Wieso sind hier heute so viele Menschen? Veranstaltet ihr etwa eine Konferenz?”, hätten die Beamten laut trt.net, dem deutschsprachigen Internetauftritt des türkischen Staatsrundfunks, “ohne Grund” gefragt. Abdullah Horoz, Koordinator von ATIB Vorarlberg, kritisierte gegenüber TRT die Aktionen: “Die Polizei weiß eigentlich ganz genau, zu welchem Anlass sich die Muslime freitags versammeln. Dass sie dennoch danach fragt, ist eine Anspielung auf etwas anderes. Selbstverständlich werden wir der Verwaltung und der Polizei immer behilflich sein. Aber auch die Sensibilität der muslimischen Gemeinde müsste respektiert werden.” Die Polizei habe erstmals eine “derartige Haltung gegen diese Vereine” gezeigt.

“Von Durchsuchungen weit entfernt”

VOL.AT hat bei der Polizei nachgefragt, ob es tatsächlich zu Durchsuchungen gekommen ist und was hinter den Aktionen steckt. Die Polizei bestätigte, dass Beamte in mehreren Moscheen vor Ort waren und mit Personen sprachen, jedoch habe es sich dabei lediglich um einen “informellen Informationsaustausch” gehandelt. “Von Durchsuchungen war das weit entfernt”, heißt es vonseiten der Polizei. Es sei lediglich darum gegangen, abzuklären, ob auch in Vorarlberger Moscheen türkische Wahlkampfveranstaltungen stattfinden.

(Red.)

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