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"Wir sind Festhalter geworden"

Allein mit dem Lebenslauf von Hermann Scherer könnte man ganze Seiten füllen.
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Würde man dann noch alle Auszeichnungen anführen und die Plätze auf den Bestsellerlisten, hätte man weitere gefüllt. Der Topspeaker widmete sich bei seinem fesselnden Vortrag am Vorarlberger Wirtschaftsforum dem Thema „Jenseits vom Mittelmaß – Spielregeln für die Poleposition in den Märkten von morgen.“

Ein Erfolgsfaktor ist dabei das Loslassen. „Wenn wir die Zukunft gestalten wollen, müssen wir uns die Frage stellen, was wir weglassen können“, sagt Scherer. Es reiche nicht nur, wenn man einen neuen Job annehme, zuerst müsse man den alten kündigen. „80 Prozent der wirtschaftlichen Fehlentscheidungen werden getroffen, weil man an etwas festhält. Nicht weil es gut ist, sondern teuer war oder man viel in etwas investiert hat. In eine Beziehung beispielsweise.“

Ergebnis- statt erlebnisorientiert
Wir sind also Festhalter geworden, ist Scherer überzeugt. Dabei müsste man sich nur ein Beispiel an Kindern nehmen, die eine Sandburg aufbauen, danach aber wieder kaputt machen. Während Kinder also erlebnisorientiert sind, sind Erwachsene vielmehr ergebnisorientiert. Dabei gehe es vielmehr darum, Regeln zu brechen. „Das Schlechte gewinnt langfristig“, sagt Scherer auch. Das sehe man am Beispiel der Digitalkameras. „Über die erste Digitalkamera haben alle anderen Hersteller von Analogkameras gelacht.“ Loslassen bedeutet für Scherer auch, Störfaktoren im Leben ausblenden und sich fokussieren. „Ein Hamsterrad sieht nur von innen aus wie eine Karriereleiter“, so Scherer. Dafür müsse man „not-to-do-Listen“ erstellen. Zum Beispiel Perfektion weglassen. Oder das Bügeln.

Und Scherer sagt, den Erfolg suchen nur die Erfolglosen. Erfolgreich sei man letztlich nur, wenn man negativ ist. „Man muss ein Problemtrüffelschwein sein.“ Denn letztlich könne man die Chancen nur entdecken, wenn man den Mangel sieht. Deshalb brauche man im Unternehmen auch pessimistische Mitarbeiter. „Jedes Problem ist ein nicht gegründetes Unternehmen oder Produkt“, so der Speaker. Und Probleme machen glücklich, ist er überzeugt. Oder auch, wenn man es schafft, Dinge zu überwinden.

Status Quo verhindert
Leider hätten sich viele zu sehr an ihren Status Quo gewöhnt. Und Scherer nennt ein Beispiel der profitablsten Airline der Welt – South¬west Airlines. Diese hätte erkannt, dass die Schwierigkeiten oft in den Beschwerden der Fluggäste liegen. „Hat Southwest eine Stunde Verspätung, verkündet sie, dass nur ein Passagier dafür entschädigt wird, weil man als Billigairline zu wenig Geld für alle habe. Diese Entschädigung bekommt dann derjenige mit dem hässlichsten Foto im Führerschein. Somit sind alle damit beschäftigt und auch jeder, der keine Entschädigung bekommt, ist glücklich, weil er nicht der hässlichste Passagier ist.“

Hermann Scherer hat übrigens jahrelang ohne Besitztümer gelebt. Loslassen kennt er also. Er besitzt genau 30 und ausschließlich schwarze Hemden. Damit müsse er nicht jeden Morgen überlegen, was er anziehen soll. Auch eine Form des Weglassens, genauso wie die Tatsache, dass er nicht mehr selbst Auto fährt. „Der Fahrer kostet mich zwar Geld, aber in der Zeit kann ich viele andere Dinge tun.“

VIDEO
Jenseits vom Mittelmaß

Zur Person Hermann Scherer
Speaker, Autor, Dozent
GEBOREN in Moosburg an der Isar
AUSBILDUNG Lehre Einzelhandel, Betriebswirtschaftsstudium
LAUFBAHN Inhaber mehrerer Lebensmittelgroßmärkte, internationaler Unternehmensberater, Trainerausbilder

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

„Ich finde, die Ansprache von Herrn Scherer war sehr unterhaltsam und humorvoll. Im Speziellen seine Ausführungen über den Keynote Switch fand ich sehr interessant.“
Harald Pöttinger , Alpine Equity Management GmbH

„Ich bin ein Fan von Hermann Scherer und habe alle seine Bücher gelesen. Der Vortrag war spannend und ich denke, ich kann für fast alle sprechen, wenn ich sage, seine Ausführungen haben uns gefesselt.“
Susanne Denk, Hotel Schwärzler

„Sein Vortrag hat mir unglaublich gut gefallen. Er hat das Thema genau auf den Punkt gebracht. Die Tatsache, dass er auf eine sehr humorvolle Art referierte, machte seine Ausführungen spannender als erwartet.“
Manuel Bitschnau, Montafon Tourismus

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