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Wienerlied meets Rock: “Augustin” im Stadtsaal

Der liebe Augustin auf der Musicalbühne. Der liebe Augustin auf der Musicalbühne. - © APA/Stadtsaal Wien
Der “Liebe Augustin” jetzt als Rock-Musical auf der Bühne des Stadtsaals Wien. Ein Abend voller Wiener Schmäh, der dem Publikum gefiel: langer Schlussapplaus für Musical-inszinierte Hits von Wolfgang Ambros.

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Die Geschichte vom Lieben Augustin, jenem Volkssänger, der im pestgeplagten Wien des Jahres 1679 betrunken eine Nacht lang in einer Pestgrube schläft und dennoch am nächsten Morgen unbeschadet wieder aufsteht, ist bekannt. Das Rock-Musical lüftet nun auch den Grund dafür: Glücklicherweise hatte er am Vorabend mit dem Tod Bruderschaft getrunken. Aber alles auf Anfang: Henriette Tod (Nadja Maleh), geborene Pest (alter Epidemikeradel), ist unzufrieden mit ihrem Gatten (Wolfgang Katzer als Gevatter Hein) – er ist todlangweilig geworden und schwingt die Sense schon lange nicht mehr so energisch wie früher.

Deshalb plant Frau Pest mit schriller Stimme eine Reise nach Wien – eine Luftveränderung hat schließlich noch keiner Beziehung geschadet.

Nächster Schauplatz: Hoher Markt, Wien. Zwischen Marktschreiern und Wirtshaus lebt Augustin (Christian Clementa), für den wirklich schon beinahe alles hin ist: Keine Auftritte, kein Geld für Wein, die Tochter des Wirten viel zu gut bewacht (“Finger weg, sonst stehst du morgen in der Kronen Zeitung!”) und die promiskuitive Witwe Mehlwurm (Tauchen im bewährten Frauengewand) hinter ihm her – und dann auch noch Lokalverbot. Die Pest hat da gerade noch gefehlt. Zusammen mit dem Tod, der wieder einmal auf der Flucht vor seiner nörgelnden Frau ist, ertränkt er seine Sorgen. Die Liebe zum Wein und zu seltsamen Gestalten am Nebentisch rettet schließlich auch sein Leben und macht ihn über Nacht berühmt.

Wienerisch goes Musical: Augustin

Die Wiener Ambivalenz zwischen Lebensfreude und Todessehnsucht, die scheinbare Nonchalance ist Ziel des augenzwinkernden Spotts. Das Goldene Wiener Herz kommt dabei in allen seinen Ausprägungen und Zungenschlägen vor: der näselnde Comte Guggi von Guggenheim, die beiden Marktschreier (“Sauschädeln!”) und der bestechliche Büttel gehören ebenso zum Personal wie Schab den Rüssel, die mittelalterliche Sagengestalt. Das Repertoire des Originals mit Liedern wie “Lokalverbot” oder “Coffein” wurde durch einige Dialoge und Songs ergänzt. So schmeißen sich Tod und Pest zu Beginn – zu den Klängen von Grease “You’re The One That I Want” – “Du bist mei Nagel zum Sarg” an den Kopf. Einige aktuelle Bezüge sorgen zudem für die vermeintlich kritische Note.

Zusammen mit dem Wienerischen “Geh Gschissener, schleich di!” sorgt das für allerhand komische Momente, selbst wenn sich in die Lieder der eine oder andere schiefe Ton einschlich. Als Nachschlag gab es dann doch noch das bekannte Wiener Lied vom Augustin. 

Das begeisterte Publikum wischte sich die Lachtränen aus den Augen. Mehr Informationen zum Musical hier.

(APA)

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