Wiener Innenstadt-Bankräuber bekommt Teil der Beute zurück

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Ein ehemaliger Bankräuber hat nun einen Teil der Beute rechtmäßig zurückbekommen Ein ehemaliger Bankräuber hat nun einen Teil der Beute rechtmäßig zurückbekommen - © Bilderbox (Sujet)
Der Überfall liegt fast 20 Jahre zurück und auch seine Strafe hat ein ehemaliger Bankkassier, der zum Räuber wurde, bereits abgesessen. Nun die kuriose Wende: Der heute 63-jährige Bankräuber bekam kürzlich einen Teil der Beute zurück - er darf sich über 63.000 Euro freuen.

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Einem Bericht des ORF über den Fall um den verurteilten Bankräuber zufolge lief zunächst alles rechtlich einwandfrei ab. Der 63-Jährige Täter hatte 1993 Freunde dazu angestiftet, gemeinsam "seine" Bankfiliale in Wien-Döbling zu überfallen, in der er selbst arbeitete. Das Trio erbeutete 2,3 Millionen Schilling  (heute 167.000 Euro) in Geld, Edelmetallbarren und Goldmünzen und teilte sich die Beute. Doch die Bande flog auf.

Bankräuber nach drei Jahren frei

Als die drei kurz darauf gefasst wurden, stellte man einen Teil der Beute sicher und die Männer kamen vor Gericht. Der Mann wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, kam nach dreieinhalb Jahren frei. Bei dem Prozess hatte er über seinen Anwalt einen Teil der Beute als Wiedergutmachung bei Gericht deponiert.

Eine kuriose Entwicklung nahm der Fall dann ab diesem Frühjahr, als der Wiener Rechtsanwalt Herbert Eichenseder, Anwalt des heute 63-jährigen Bankräubers, eine schriftliche Mitteilung vom Wiener Landesgericht mit der Bitte um Bekanntgabe der Kontonummer erhielt, damit seinem Mandanten demnächst 63.000 Euro überwiesen werden könnten. Es handelte sich quasi um einen übrig gebliebenen Beute-Anteil aus dem Coup.

Eichenseder prüfte die alten Unterlagen, das Landesgericht prüfte etc., etc. Auch bei der ehemals betroffenen Bank und bei deren Versicherung erklärte man sinngemäß: "Kein Geschädigter mehr vorhanden."

Niemand wollte das Geld

Damit hatten also sowohl die Bank, als auch die Versicherung erklärt, dass es keine Forderungen mehr gebe und ihre Ansprüche praktisch bereits gedeckt wären. Somit blieben die über 60.000 Euro übrig, die niemand mehr haben wollte - und die daraufhin in den Besitz des Bankräubers übergingen.

"Das Wiener Landesgericht hat die Sache von Mai bis Oktober dieses Jahres geprüft. Und weil kein Geschädigter mehr da ist, habe ich das Geld an meinen ehemaligen Mandanten weitergeleitet. Was er damit jetzt tut, das weiß ich nicht." So kommentierte am Donnerstag Eichenseder die skurrile Geschichte.

"Ich hätte es ja auch einstecken können"

Mehrere Wiener Zeitungen berichteten am Donnerstag von dem kuriosen Fall. Der Wert der ehemals deponierten Edelmetalle hatte sich im Laufe der Jahre so gesteigert, dass eben bei der Verwertung mehr herausgekommen war, als ursprünglicher Schaden entstanden war.
 
Worauf der Anwalt das Geld bekam - und vor kurzem an seinen Ex-Mandanten weiterleitete. Jedenfalls war er damit ein "ehrlicher Weiterleiter". "Ich hätte es ja auch einstecken können", schmunzelnde der Jurist am Donnerstag am Telefon. Unglaublich, aber wahr: Das Geld gehört nun rechtmäßig dem ehemaligen Bankräuber.
 

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