Westbahn will Flächendeckung durch IC-“Lasteselverkehr”

Die oberste Priorität für die "Flächendeckung" bei der Westbahn ist der IC-Verkehr.
Die oberste Priorität für die "Flächendeckung" bei der Westbahn ist der IC-Verkehr. - © APA (Sujet)
Unternehmer Hans Peter Haselsteiner strebt mit dem Zugunternehmen Westbahn “eine gewisse Flächendeckung” an. Dabei setze man die größte Kraft weiter in IC-Verbindungen. Dann folgt der Nahverkehr, bei dem man sich praktisch bei allen künftigen Vergaben um den Zuschlag bemühen werde. Erst an dritter Stelle folgen die Fernverkehrsstrecken.

Zu den IC-Verbindungen, die die Westbahn auf der lukrativen Westbahnstrecke derzeit zwischen Wien und Salzburg betreibt, sagte Haselsteiner, dass die Westrecke länger ist als nur bis Salzburg. Die Westbahn würde er auch gerne bis Innsbruck fahren sehen. “Aber die Strecken müssen ausgeschrieben werden”, sagte der Westbahn-Hauptanteilseigner. Das werde nicht vor 2019 der Fall sein. “Danach hoffen wir auf Zwischenschritte.” Ab 2023 müssten die Mitgliedsstaaten gemäß der EU-Liberalisierung im Bahnverkehr mehr Wettbewerb zulassen. Jedenfalls würde die Westbahn laut ihrem Haupteigentümer gerne mehr IC-“Lasteselverkehr” schultern.

Haselsteiner: Westbahn will vor allem IC-“Lasteselverkehr”

“Wir senden das Signal, dass wir weniger öffentliche Mittel für den Streckenbetrieb brauchen, was die ÖBB nicht gerne sieht”, so Haselsteiner. Das gelte nicht nur für IC-Verbindungen, sondern eben auch beim regionalen Nahverkehr wie beispielsweise in Vorarlberg, wo die Westbahn gerne den S-Bahn-Nahverkehr übernehmen würde.

Im westlichsten Bundesland versucht das Unternehmen, eine entsprechende Vereinbarung von Verkehrsministerium und Land Vorarlberg mit den ÖBB zu kippen. Einerseits wird die Vergabe an die ÖBB mit rechtlichen Mitteln bekämpft, andererseits hat die Westbahn jetzt selber ein Initiativangebot eingereicht. Die Causa liegt jetzt beim Verwaltungsgerichtshof. Wirklich mit einem Zuschlag rechnet Haselsteiner aufgrund der derzeitigen Vergabemöglichkeiten nicht. Er schließt auch ein Vorgehen gegen eine für die Westbahn negative Entscheidung durch den Verwaltungsgerichtshof aus: “Das ist nicht sinnvoll, weil die Vergabe rechtens sein wird. Ob es die wirtschaftlich beste Lösung ist, muss der Verkehrsverbund rechtfertigen”, stichelte Haselsteiner.

Westbahnzüge gekauft

Auf der Weststrecke würde sich Haselsteiner langfristig einen 20-Minuten-Takt wünschen, der mit den ÖBB gemeinsam umgesetzt werden solle. Die Weichen auch auf die Südstrecke zu stellen, sei eine “strategische Entscheidung”, für die es ebenso Ausschreibungen benötige.

Haselsteiner hat sich bei der Pressezugfahrt mit einer neuen Westbahngarnitur auch einmal mehr als “altmodischer Unternehmer” geoutet. Die Begründung: Die Westbahn kaufe ihre Züge und lease sie nicht. Somit sei auch der Schuldenstand der Westbahn in Höhe von 300 Mio. Euro nicht fatal: Verkaufe man die Züge, kämen mehr als 180 Mio. Euro herein, so Haselsteiner.

Haselsteiner und auch der zweitgrößte Westbahn-Mitegentümer Erhard Grossnig fahren übrigens auch privat mit dem Zug, wie sie auf Nachfrage betonten. Und sie fahren auch nicht nur Westbahn, sondern ebenso ÖBB – laut Haselsteiner, wenn es sein muss; also abseits der lukrativen Westbahnstrecke. Die beiden sehr wohlhabenden Erfolgsunternehmer haben sogar eine ÖBB-Vorteilskarte – und zwar für Senioren, wie sie unumwunden sagten und Grossnig sogar durch das Vorzeigen seiner Karte bewies.

(APA/Red)

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