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Wellness kompakt

"Schöne Räume, schöne Handwerklichkeit, schöne Materialien, nichts Rustikales" (Bernardo Bader, Architekt)
Koblach - Den eigenen Körper pflegen. Längst ist das kein Luxus mehr – eher notwendig angesichts der vielen Zeit, die wir sitzend im Büro oder im Auto verbringen, manchmal gar medizinisch angezeigt.
Saunahaus kumma.aktiv.vital

Eine Einsicht, die bei Herstellern funktionaler Sportbekleidung auf der Hand liegt. So kam es, dass Markus Berchtold, als geschäftsführender Textilbeschaffer Partner eines solchen Unternehmens, für die Mitarbeiter des Unternehmens, für Geschäftspartner und eine interessierte Öffentlichkeit ein solches Angebot machen wollte und er tat sich mit dem professionellen Heilmasseur Felix Fässler zum Unternehmen „kumma aktiv vital“ zusammen. Massage, Sauna, Entspannung, kleine Gastronomie unter einem Dach – medizinische Vorsorge, Betriebskultur und Kommunalentwicklung in einem.

Dabei war beiden klar, dass Körperkultur gleichermaßen die äußerste Haut, die bauliche Hülle, den Baukörper selbst mit umfassen muss – wie sind die Räume beschaffen, wo dergleichen geschieht? Was eng mit der Frage zusammenhängt: Wo befinden sie sich? Naheliegend: die Ruhe der Natur suchen. Doch obwohl diese Möglichkeit bestand, entschied man sich für einen Standort direkt neben der Fabrikation mit guter Verkehrsanbindung, öffentlicher gar.

Architekt Bernardo Bader antwortete auf diese Herausforderung mit einem Entwurf, der das Programm genau wertet und auf engstem Raum verdichtet – und somit in die Höhe strebt. So entstand ein sehr kompakter Baukörper, der in sich gekehrt erscheint. Auf den ersten Blick würde man sagen: ein Würfel aus Holz, entschieden im Auftritt wie ein Stadel auf freiem Feld.

Genauer besehen gliedern sich die horizontal mit Lärche verschalten Wände in drei Zonen, die nach oben hin lichter und höher werden – sie entsprechen den drei Stockwerken, auf welchen sich das Programm entwickelt. Im Erdgeschoß die geschlossene Wand mit wenigen großen Fenstern: Zugang, kleiner Gastbetrieb, zum rückwärtigen Garten Massageräume. Im Obergeschoß öffnet sich die Verschalung etwa hälftig. Neben den geschlossenen Räumen für Umkleiden, Biosauna, Dampfbad, Wärmebank, Kneippbad und Solarien bieten die Ruheräume einen raumhohen, gefilterten Blick. Im Dachgeschoß lichtet sich die Wand noch mehr, die Räume sind am höchsten, neben der finnischen Sauna liegen hier ein reiner Ruheraum, ein „Tee- und Kaminzimmer“ sowie ein „zum Himmel offenes Zimmer“, der Dachgarten. Die Blicke gehen auf den nahen Kummenberg und Koblach, das Rheintal hinauf und in die nahen Schweizer Berge.

Von gleichem Geist wie der Baukörper ist die Raumgestaltung: Klarheit und Konzentration. Wenige Materialien sind bestimmend: helle Hölzer an Wand, Boden und Decke der Ruheräume (sägeraue Weißtanne und Esche in gewohnt samtener Oberfläche); dunkelanthrazit der Glimmer des gebürsteten Granit in den Nassräumen; weiß der Schichtstoff der Funktionsflächen und –räume; kräftig die Bretterschaltung der Betonwände des zentralen Treppenhauses. Hervorgehoben sind nur wenige, besondere Plätze: Der Kamin in massiver Lehmwand, die finnische Sauna aus gebürstetem Holz.

Das Haus ist auf Durchlässigkeit angelegt: Um die zentrale Treppe ergibt sich jeweils ein Rundgang in jede Richtung, auch die geschoßweise Nutzung bleibt dem eigenen Belieben überlassen. „Erstaunlich wie gleichmäßig das Haus auf allen Ebenen genutzt wird – der Raumwechsel ist anregend, die Raumgrößen sind richtig, nicht anonym und nicht zu privat, die Atmosphäre ist freundlich. Die Leute sind begeistert, das Haus wird seit der Eröffnung gut angenommen“, freut sich Markus Berchtold. „Entspannung, Leichtigkeit, das war wichtig und unterscheidet uns von so manchem Betrieb mit Alphüttengetue oder billiger Medizintechnik“, ergänzt Masseur Felix Fässler.

Diese Offenheit verdankt sich auch einem klaren, konstruktiven Konzept: betonierte Decken um den betonierten Kern, Stahlstützen in der Außenwand, großzügig gedämmte Holzständerwände, die großen Fenster dreifachverglast. So kommt das Haus trotz erhöhtem Wärmebedarf mühelos auf Niedrigenergiestandard, Geothermie heizt das Haus über den Fußboden, dazu kommt der Kamin. So sauber wie Konstruktion und Gestaltung ist aber vor allem auch die Ausführung: „schöne Räume, schöne Handwerklichkeit, schöne Materialien, nichts Rustikales. Das wurde mitgetragen von einem Generalunternehmer und von Handwerkern, die sich dieses Haus geradezu zur Leidenschaft gemacht haben. Deshalb stimmen auch die Details“, so Bernardo Bader. Guter Geist in einem gesunden Baukörper.

Daten & Fakten

Objekt: Saunahaus kumma.aktiv.vital

Bauherren: Markus Berchtold, Felix Fässler

Architekten: Bernardo Bader, Dornbirn

Projektleitung: Joachim Ambrosig

Generalunternehmer: Alpina Bau- und Holzelemente, Hard; Projekt- und Bauleitung Elmar Fink

Brandschutzkonzept: Ingenieurbüro Köhldorfer, Lochau

Entwässerungsplanung: Breuß Mähr Ingenieure, Koblach

Heizung- und Sanitär-Konzept: E-Plus, Stephen Kaltheier, Egg

Elektroplanung: Elektro Kirchmann, Langen bei Bregenz

Planung: 2010–2012

Ausführung: 2011–2012

Nutzfläche: 385 m²

Keller: 65 m²

Grundstücksgröße: 1100m²

Bauweise: Massiver Betonkern, alle Außenbauteile Holzelementbau; Fassade: heimische Lärche; Heizung: Wärmepumpe mit Brunnen, Kaminofen; Fußböden: gebürsteter Granit; sägerauer Riemenboden aus Esche mit Bandsägeschnitt; Innenwände: sägeraue Täfer aus Weißtanne mit Bandsägeschnitt, Beton auf Sicht, weißer, glatt gespachtelter Gipskarton; Kaminofen aus Stampflehm

Ausführung: Generalunternehmer, Zimmerer & Fenster, Möbel: Alpina Bau- und Holzelemente, Hard; Baumeisterarbeiten: Zimmermann Bau, Bregenz; Pflasterer: Pflasterermeister Jörg Kröll, Röthis; Innenausbau: Tischlerei Haller Roland, Langen bei Bregenz; Stein an Boden und Wand: Fliesen Jams, Riefensberg; Holzböden: FIM Fischer GmbH, Hard; Schlosser: Figer Peter, Bezau; Elektroinstallationen: Kirchmann, Langen bei Bregenz; Heizung & Sanitär: Kienreich, Lauterach; Lüftung: Kranz Luft-Klima-Technik, Weiler; Lehmofen: Müller Ofenbau, Ludesch; Ausstattung: Reiter Wohn- & Objekteinrichtung, Rankweil; Küche, Bar: FHE Franke, Dornbirn; Sauna: Klafs, Hopfgarten – Tirol; Raumausstatter: Manfred Schwendinger, Dornbirn

(VN/ Leben & Wohnen)

Für den Inhalt verantwortlich:
vai Vorarlberger Architektur Institut
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