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Weite Savanne, Blaue Bohnen: Far Cry 2

Endlose Weiten: In der afrikanischen Savanne brennt die Luft. Endlose Weiten: In der afrikanischen Savanne brennt die Luft. - © Waibel
Far Cry setzte schon vor vier Jahren Maßstäbe in Sachen Grafik. Seitdem hat die Szene nachgezogen. Far Cry 2 ist ein völlig neues Spiel, weg von den Wurzeln des Karibikabenteuers.  

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Crytek, die vor einiger Zeit den Edelshooter Crysis released hatten, traditionell in Bombastoptik, die sogar noch aktuelle High-End Systeme ins Schwitzen bringt, konzentriert sich auf neue Ziele. Die Rechte für Far Cry liegen bei Ubisoft, die das Sequel in ihrem Studio in Montreal entwickelten. Raubein Jack Carver, den Til Schweiger im aktuellen gleichnamigen Kino-Schundwerk von Uwe Boll verkörpert, ist nicht mehr an Bord, stattdessen schlüpft der Spieler in die Rolle eines namenlosen Söldners. Traditionell aber bleibt das Open World Setting, der Spieler bewegt sich in einem 50 Quadrat-Kilometer großen Gebiet

In Afrika brodelts, das ist auch von der Tagesaktualität nicht allzu weit hergeholt. Deswegen wird der Hauptprotagonist in den fiktiven afrikanischen Staat geschickt und soll einem Waffenhändler, der zwei sich im Krieg befindende Warlords beliefert, den Garaus machen. Dummerweise vergisst der Held wohl vor Antritt dieser Reise den Tropenmediziner seines Vertrauens aufzusuchen und sieht sich gleich nach Ankunft mit der bitteren Tatsache konfrontiert, dass er nach einer kurzen Taxifahrt, während der ihm schwarz vor Augen wird, mit Malaria infiziert wieder aufwacht.

Fortan bestimmt nicht nur die Suche nach dem Waffenhändler namens Jackal das Leben des Söldners, sondern auch die Hatz nach Malaria Medikamenten, um am Leben zu bleiben. So steht man meist zwischen den Fronten der verfeindeten Parteien und nimmt Aufträge an, oder bewegt sich frei in der offenen Spielwelt und spielt drauflos.

Wer möchte, schließt sich einer Fraktion an und genießt Vorteile, jedoch kann man sich auch als Söldner durchschlagen und Aufträge annehmen, wie immer man Lust hat, alleine der jeweiligen Belohnung wegen. So zeigen sich eindeutige Parallelen zu Titeln wie GTA, ein riesiger Sandkosten mit vielen Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Wer Lust hat, schnappt sich einen Deltasegler und fliegt eine Runde, oder hüpft in eines der herumstehenden Vehikel wie Jeeps oder Buggy, die allesamt, so rostig sie daherkommen, ein Navi an Bord haben. Durch Annahme der Missionen kommt man an die notwendigen Mittel, sich Medis gegen die Malaria oder auch neue Schießprügel beim lokalen Waffendealer leisten zu können. Das ist ein notwendiges Übel, denn im Gegensatz zu bisherigen Shootern nutzen sich insbesonders erbeutete Knarren nämlich ab und versagen schon mal den Dienst. Besondere Bedeutung kommt dabei beispielsweise dem Flammenwerfer zu, mit dem man herrliche Physikspielereien anstellen kann. So lassen sich mit dem Teil ganze Landstriche in Brand setzen, praktisch, wenn man die begrenzte Munition sparen will. Dabei greift das Feuer physikalisch korrekt auf angrenzende brennbare Gegenstände über.

Dabei geht es nicht nur darum, die bösen Buben ins Jenseits zu befördern, bevor sie dasselbe mit dem Protagonisten machen, sondern auch die Verarztung der Wunden und die Verabreichung von Malaria Medikamenten von Zeit zu Zeit. Dabei operiert sich das virtuelle Alter Ego Kugeln aus dem Fleisch oder zieht sich in nicht gerade magenschonenden detaillierten Ansichten Splitter oder Rohre aus dem Oberschenkel. Das kommt allzu oft vor, da die Gegner KI wieder einmal nicht von schlechten Eltern ist. Die Opponenten suchen geschickt Deckung, weichen Granaten aus und versuchen auch, den Söldner zu verfolgen, im Falle eines kontrollierten Rückzugs.

Technisch wusste schon der Vorgänger zu begeistern, Far Cry 2 setzt da noch eins drauf. Die eigens von Ubisoft Montreal entwickelte Grafikengine zeigt äußerst realistische Licht- und Wettereffekte, welche im Spiel auch voll zur Geltung kommen. Nette Wassereffekte mit schönen Reflexionen, weite Felder mit sehr hübscher Vegetation bringen ein bisschen Afrika ins traute Heim. Die Atmosphäre des afrikanischen Kontinents vermag so zu fesseln, dass man zu Beginn des Spiels glatt darauf vergisst, was man eigentlich machen wollte. Zur Atmosphäre tragen einzelne wilde Tiere die den Weg kreuzen, der Tag und Nacht Wechsel, sowie die schier unfassbare Grösse der Spiellandschaft bei. Alleine diese wunderschön inszenierten Elemente machen diesen Titel spielenswert. Der Zuckerguß auf der ganzen Szenerie ist die überzeugende Physik. Winde oder Stürme zausen die Vegetation der Savanne, Feuer und Explosionen verdienen eine besondere Erwähnung. Auch der Sound vermag zu überzeugen. Die knackigen Soundeffekte der Wummen können sich hören lassen. Das ganze wird garniert mit einer sehr stimmigen Musikuntermalung und der Geräuschkulisse der Savanne.

Als Open World Shooter bietet sich Far Cry 2 geradezu als Multiplayertitel an. Innovativ: Wer die immer gleichen Maps für bis zu 16 Spieler satt hat, bastelt sich mit dem mitgelieferten Editor einfach ein paar eigene. Der Editiermodus kommt dabei sehr intuitiv daher und lässt einen recht einfach neue Levels entwerfen.

Fazit
Wenn auch das neue Far Cry nicht mehr von Crytek kommt: Ubisoft Montreal hat mit seiner großen Erfahrung einmal mehr alles richtig gemacht. Das Open World Prinzip, die opulente Atmosphäre, die Rollenspielelemente, die Benutzbarkeit vieler Vehikel und der feine Leveleditor lassen kaum Wünsche offen. Freunde schnellen Gameplays werden sich vielleicht an den oft langen Laufwegen zwischen den Aufträgen stoßen, ansonsten kann man für diesen Titel insbesondere für Ego-Shooter Fans eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Allerdings erst für ab 18jährige, da der Titel aus nachvollziehbaren Gründen keine Jugendfreigabe erhielt.

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