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"Was mir lieb und teuer ist": Peter Zumthor im Kunsthaus Bregenz

Einen persönlichen Einblick in seine innere Landschaft erlaubt der bekannte Schweizer Architekt und Schöpfer des Kunsthauses Bregenz, Peter Zumthor, mit seiner Ausstellung zum 20-jährigen Jubiläum des Museums. "Dear to me" zeigt die Vorlieben und Interessen des Künstlers.

“Von Anfang an war mir klar, dass ich nicht Architektur von mir zeigen will”, eröffnete der Pritzker-Preisträger die Presseführung anlässlich seiner Ausstellung, die ab 16. September im KUB zu sehen sein wird. Vielmehr wollte der Architekt des Museums “Dinge zeigen, die mir lieb sind und sie mit der Stadt, dem Land und den Gästen, die kommen, teilen”.

Literatur, Bücher und Gärten

Lieb ist Zumthor einiges, etwa Literatur und Bücher (“Obwohl ich nicht zum Lesen komme, aber ich kaufe immer mehr Bücher”) oder Gärten. Von letzteren versteht er nach eigenen Angaben “null”, “aber sie kommen immer wieder in meinen Arbeiten vor”, setzte er lächelnd hinzu. “Sie bedeuten für mich so etwas wie Hinschauen, Schönheit, Veränderung übers Jahr. Gärten haben eine Geschwindigkeit, eine Langsamkeit, die ich nicht sehe und trotzdem verändert sich was”, präzisierte Zumthor seine Vorliebe für die Pflanzenwelt.

Auch “das Gesamtkunstwerk, alle Künste” liegen dem Architektur-Maestro am Herzen, und natürlich “das, wo wir herkommen” und die geistige Welt, “Gespräche mit Menschen, mit denen ich mich austauschen kann”. Möglichkeiten dazu wird es im Kunsthaus auch wiederholt geben. Jeden Sonntag bis 7. Jänner lädt Zumthor um 11.00 Uhr einen Gast – Freunde oder Menschen, die er kennenlernen möchte – ins KUB ein und interviewt sie. Aber auch alle anderen Lieben und Interessen abseits des Bauens spiegeln sich in den vier Ausstellungsräumen und dem reichhaltigen Veranstaltungsangebot wider, für das Zumthor-Sohn Peter Conradin Zumthor und die Literaturexpertin Brigitte Labs-Ehlert verantwortlich zeichnen.

“Akustik wurde erträglich gemacht”

“Was Sie hier sehen, ist keine Ausstellung. Sie wandeln durch Räume,”, machte KUB-Direktor Thomas D. Trummer deutlich. Im Erdgeschoß ist das etwa eine Bar oder Lounge mit einer Bühne in der Mitte, auf der ein Bösendorfer-Flügel thront. Für den Sitzbereich entwarf Zumthor eigens elegante, gemütliche Sessel aus Velours oder Leder in passenden Herbstfarben. Mit Paneelen an den Wänden und einem schwarzen “Himmel” wurde “die Akustik erträglich gemacht”, wie es Trummer formulierte. Damit ist der Raum bis Ausstellungsende tauglich gestaltet für Konzerte, Lesungen, Sonntagsgespräche oder einem an der Bar genossenen Drink.

Musik ist auch ein Schwerpunkt im ersten Obergeschoß. Für diesen Raum hat die österreichische Komponistin Olga Neuwirth ein Werk für eine Spieluhr komponiert. Die 16 Meter lange Lochkarte spult sich in der Mitte des Raumes bis an die lichtdurchflutete Decke. “Dreht man an der Spieluhr, sieht man die Musik kommen und gehen”, bestaunte Zumthor fasziniert das gewünschte Kunstwerk.

Die magische Welt eines Unterwassergartens

Das zweite Obergeschoß empfängt seine Gäste bereits am Eingang mit dem unverkennbaren Geruch von alten Büchern. 40.000 davon sind dort in hohen Bücherregalen eingeordnet, die sich als schneckenförmiges Labyrinth um einen offenen Kern anordnen. In diesem “Lichthof der Lektüre” wird unter anderem die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck literarische Texte lesen.

Das oberste Stockwerk schließlich entführt in die magische Welt eines Unterwassergartens, fantastische Meerestiere und Pflanzen inklusive. Große Steine aus dem Bregenzerwald laden ein, bei einer Tasse Tee zu verweilen und den verschiedenen Klängen aus dem Körper des Menschen, dem Dschungel oder nur dem Wind zu lauschen. Gestaltet wurde die Installation “Lungenkraut” – der gereichte Tee wird ebenfalls aus der Pflanze gebraut – vom Schweizer Künstlerpaar Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger, die im KUB nach eigenen Angaben “den zartesten und fragilsten Garten in ihrer 20-jährigen Zusammenarbeit” geschaffen haben.

(APA)

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