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Was Kleinkinder wirklich schlau macht

Gemeinsames Vorlesen steigert den Intelligenzquotienten bei Kleinkindern. Gemeinsames Vorlesen steigert den Intelligenzquotienten bei Kleinkindern. - © Bilderbox (Symbolbild)
Amerikanische Wissenschaftler haben drei effektive Maßnahmen gefunden, die bei Vorschulkindern nachweislich den Intelligenzquotienten erhöhen sollen.

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Für die im renommierten Journal “Perspectives on Psychological Science” erschienene Studie haben sich amerikanische Wissenschaftler um John Protzko von der New York University mit 70 veröffentlichten Studien beschäftigt, wie “Die Welt” berichtet. Ziel war es, herauszufinden, was bei Babys und Kleinkindern in den ersten fünf Lebensjahren im Hinblick auf kognitive Fähigkeiten wirklich den Intelligenzquotienten erhöht. Soziale oder emotionale Intelligenz wurden dementsprechend nicht untersucht.

Überraschende Ergebnisse

Es stellte sich heraus, dass vor allem der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren einen sehr positiven Effekt auf den IQ hat. Ein Kindergartenbesuch ist ebenfalls ratsam, vor allem wenn die Kinder zu Hause eher weniger Anreize und Anregungen durch die Eltern bekommen. Dies gilt für alle Altersgruppen, egal ob Krabbel- oder Vorschulkind. Eine gute Tagesbetreuung und der Kontakt mit Gleichaltrigen haben den IQ der Kinder in der Studie nämlich um bis zu sieben Punkte erhöht. Werden mit Vorschulkindern außerhalb des Kindergartens gezielt sprachliche und kognitive Eigenschaften trainiert, erhielt man ähnliche Ergebnisse. Am meisten überraschte die Forscher aber der Effekt des gemeinsamen, interaktiven Lesens mit den Kindern. Denn hier wurden bis zu sechs zusätzliche Punkte beim IQ festgestellt. Also: Je früher damit begonnen wird, desto besser.

Nahrungsergänzungsmittel nützen nichts

Gaben die Forscher den Kindern zusätzlich zur normalen Ernährung Eisen, Zink oder Multivitamin-Präparate, hatte dies meist keine messbare Wirkung auf den IQ. Das Kind erzählen zu lassen oder ihm dabei zu helfen, seinen Alltag zu reflektieren, bringe auch nichts, wie Protzko und sein Team festgestellt haben.

Zufällige Ergebnisse unwahrscheinlich

Für diese Untersuchung durften nur Studien durchforstet werden, die sich in der “Database of Raising Intelligence” (DORI) befinden. Zugang wird hierzu nur dem gewährt, der sich mit potenzieller IQ-Steigerung befasst und eine sogenannte “randomisierte Studie” durchführt. Das heißt, dass die Versuchsteilnehmer nach dem Zufallsprinzip auf zwei verschiedene Gruppen verteilt werden. Einer dieser Gruppen widerfährt dann eine tatsächliche Intervention (dt. Eingriff; Anm.), die den IQ möglicherweise steigern könnte, während die andere eine bloße Kontrollgruppe ist. Ist nach dem Ende der Versuche ein gravierender Unterschied zwischen den beiden Gruppen festzustellen, so ist dies eindeutig auf die Intervention zurückführen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass keine Zufallsergebnisse befürchtet werden müssen. Da bei der aktuellen Untersuchung alle Ergebnisse in mehreren Studien gefunden wurden, ist die Glaubhaftigkeit ebenso stark erhöht.

Einfluss von Elternhaus und Umgebung unklar

Durch die dargestellte wissenschaftliche Methode kann jedoch kein Eindruck darüber gewonnen werden, inwiefern die Eltern und die unmittelbare Lebensumgebung die IQ-Entwicklung des Kindes beeinflussen. Denn diese Faktoren können nicht zufällig auf die Kinder verteilt werden. Den Einfluss von Musik zu überprüfen, ist hier ebenfalls schwierig. Es ließ sich bei den Versuchskindern schließlich kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen frühem Musikhören oder Musiktraining und dem IQ erkennen. Allerdings trug bei älteren Kindern das aktive Musizieren tatsächlich zur Erhöhung des IQ bei. (VOL.AT)


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