Akt.:

Warum noch vier Jahre? – Obama muss beim Parteitag überzeugen

Alle Augen auf Parteitag der Demokraten in Charlotte gerichtet. Alle Augen auf Parteitag der Demokraten in Charlotte gerichtet. - © EPA
Für die Anhänger von US-Präsident Barack Obama war es eine Qual. Tagelang beherrschten die politischen Gegner in der vergangenen Woche die Hauptnachrichten und Titelseiten. Zur besten Sendezeit konnten die Republikaner bei ihrem Parteitag in Tampa (Florida) ihren Kandidaten Mitt Romney widerspruchslos als künftigen Präsidenten feiern und den Amtsinhaber genüsslich ohne Gegenwehr verunglimpfen und verspotten.

 (2 Kommentare)

Korrektur melden

Nun aber bekommen die Demokraten die Gelegenheit zur Revanche: Mit ihrer Convention von Dienstag bis Donnerstag in Charlotte (North Carolina) wollen sie die Jubelbilder, Versprechen und gestiegenen Umfragewerte der Opposition schnell vergessen machen und Obamas Anspruch auf die Wiederwahl am 6. November zementieren. Das allerdings dürfte deutlich schwieriger werden als ihnen lieb ist.

Luftballons und gefeierte Künstler

Dabei ist es nicht die Kür, die US-typische Wahlkampfshow, die den US-Liberalen Kopfschmerzen bereitet. 100.000 Luftballons von der Decke fallen lassen und mit Konfettikanonen schießen können sie auch. Auch die geplanten Auftritte gefeierter Künstler wie die Soulsängerin Mary J. Blige oder die Rockband Foo Fighters dürften die seltsame Einlage von Hollywoodstar Clint Eastwood beim Republikaner-Parteitag in den Schatten stellen.

Obama nicht mehr “neu und spannend”

Problematisch dürfte es für die Demokraten hingegen in der Pflicht werden, Obama als aufregenden Spitzenkandidaten zu präsentieren und unentschlossene Wähler von seiner Politik zu überzeugen. Inzwischen kennen die Amerikaner den Mann im Weißen Haus in- und auswendig. Was soll er ihnen noch Neues von sich erzählen? Auch ist er längst nicht mehr der frische, aufregende, junge Kandidat von vor vier Jahren. Viele damalige Versprechen des Friedensnobelpreisträgers sind heute politischer Realität gewichen oder von Gegnern zu Tode blockiert.

Sein Kontrahent Romney weiß das ganz genau und machte es zum Leitmotiv seiner großen Parteitagsrede am vergangenen Donnerstag. “Seine Versprechen wichen der Enttäuschung”, sagte er. Von Hoffnung und Wandel – so lautete damals Obamas Wahlkampfmotto – sei nichts mehr zu spüren. Die Begeisterung sei erloschen. Nicht nur der Kontrahent drückt das so bitterböse aus: “Von den Schwierigkeiten des Amtes zerschlissen, ist der große Reformer zum vorsichtigen Mann geworden”, sekundiert das Magazin “The Economist” in seiner jüngsten Titelgeschichte.

Angst statt Hoffnung?

Obama müsse seine Parteitagsrede am Donnerstag nutzen, um eine gute Antwort auf die Frage zu finden, warum ausgerechnet er vier weitere Jahre verdiene. Bis jetzt ziele der 44. US-Präsident in seinem Wahlkampf nämlich allein darauf ab, Romney als bösen Finanzhai hinzustellen, der Millionären auf dem Rücken der Schwachen teure Steuergeschenke machen wolle. “Ein Mann, der vor vier Jahren die Hoffnung verkörperte, kommt nach Charlotte mit einer Kampagne, die bisher an die Angst appelliert”, kritisiert das Blatt.

Michelle auf Stimmenfang

Um sich die Macht in Washington nicht nach nur einer Amtszeit wieder entreißen zu lassen, will die Partei ihren Spitzenmann mit drei perfekt choreographierten Tagen ins beste Licht rücken. Am Dienstag soll die äußerst beliebte First Lady Michelle Obama neue Sympathiepunkte für ihren Ehemann sammeln, so wie es Ann Romney eine Woche zuvor gekonnt vormachte. Der Ex-Präsidentschaftskandidat von 2004, Senator John Kerry, soll Obamas außenpolitische Erfolge unterstreichen.

Clinton unterstützt Obama

Am Mittwoch wird es an Ex-Präsident Bill Clinton (1993 – 2001) sein, in der offiziellen Nominierungsrede die richtigen Worte für Obama zu finden – und vielleicht etwas von seiner riesigen Popularität an den Nachfolger zu übertragen. Seine Ehefrau, die kaum minder beliebte Hillary Clinton, wird sich während der Convention dagegen für eine Dienstreise Tausende Kilometer entfernt aufhalten. Als Außenministerin soll sie ohnehin nicht in die Niederungen des Wahlkampfes herabsteigen – so will es die Tradition.

Finale vor über 70.000 Menschen

Das große Finale am Abschlusstag soll nach Planung der Partei zu einem regelrechten Festival der guten Laune werden. Statt in der Parteitagshalle werden Vizepräsident Joe Biden und Obama ihre großen Ansprachen in einem Stadion vor mehr als 70.000 Menschen halten – wenn es das Wetter erlaubt. Eingeheizt werden soll dem Publikum von zahlreichen hochkarätigen Musikern, darunter auch “Earth, Wind and Fire”. Die Nationalhymne singt der Popbarde Marc Anthony. Das werde besonders die hispanischen Wähler freuen, meinen Experten.

(APA)

Werbung


Kommentare 2

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

HTML-Version von diesem Artikel
Verkehr in Vorarlberg

Mehr auf vol.at
Russische Bomber näherten sich erneut Portugal
Russische Bomber haben sich erneut dem Luftraum des NATO-Staates Portugal genähert. Der südeuropäische Staat ließ [...] mehr »
Kärntner Koalition einigte sich auf Budget 2015
Die Kärntner Regierungskoalition aus SPÖ, ÖVP und Grünen hat sich am Freitag auf das Landesbudget für das Jahr 2015 [...] mehr »
10.000 Hooligans für Berlin-Demo angemeldet
Für eine Hooligan-Demonstration am 15. November in Berlin hat der Veranstalter mittlerweile 10.000 Teilnehmer [...] mehr »
Mob im Kongo steinigte Rebellen und aß die Leiche
Eine aufgebrachte Menschenmenge im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat einen jungen Mann zu Tode gesteinigt, [...] mehr »
Noch Knackpunkte bei Verhandlungen über Bundesheer
In den Verhandlungen zur Reform des Bundesheeres sind noch ein paar Knackpunkte offen. Konkret geht es laut Angaben aus [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Bitte Javascript aktivieren!