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Wanda im Interview: Mit viel "Amore, Schnaps und Lederjacken"

So viel Liebe - das Wanda-Album
So viel Liebe - das Wanda-Album "Amore". ©Problembär Records
Ihnen schlägt von allen Seite "Amore" entgegen: Mit dem gleichnamigen Debütalbum hat sich die Band Wanda in die Herzen der Pop-Fans im In- und Ausland gespielt. Derzeit mit der deutschen Band Kraftklub auf Tour, darf die Wiener Formation zudem auf fünf "Amadeus"-Awards hoffen. Für die Musiker aber kein Grund für Stress.

“Es fühlt sich toll an”, beschreibt Sänger und Bandkopf Marco Michael Wanda die derzeitige Situation. “Es ist sehr eng bis Jahresende, wir mussten viel absagen. Aber es ist ja schön, etwas abzusagen.” Beschweren müssen sich die Anhänger allerdings nicht, sind Wanda doch quasi pausenlos unterwegs, um in immer größeren Hallen die Nachfrage nach Songs über “Amore, Schnaps und Lederjacken” zu befriedigen.

Trotz eines Auftritts vor 2.000 Fans in München dürfte das Gasometer-Konzert am 17. April mit dem Nino aus Wien, Worried Man & Worried Boy sowie Monsterheart der vorläufige Höhepunkt sein.

Live am new sound festival am 14. März

“Angekommen” wäre aber der falsche Ausdruck für die Band, die am 14. März auch beim “new sound festival” in der Ottakringer Brauerei aufspielen wird. “Wir haben schon größere Ziele”, unterstreicht Marco. Eine Tour mit Kraftklub führt an große Venues heran, Ende des Jahres ist man dann wieder unter eigener Fahne unterwegs. “Das ist derzeit alles gerade im Entstehen, es schaut aber schon sehr schön aus. Das wird ein tolles Jahr für uns.”

Ein Puzzleteil dafür könnte die Verleihung der Amadeus-Awards am 29. März sein: Wanda ist als Band des Jahres, für Album und Song des Jahres (“Bologna”) sowie für FM4- und Alternative Pop/Rock-Award nominiert.

“Wir brauchen nicht viel mehr Präsenz als wir haben, es läuft wirklich gut”, lacht Marco, darauf angesprochen, ob die Musikpreise zusätzliche Publicity bedeuten würden. “Ich sehe den ‘Amadeus’ aber als einen sehr netten Branchenpreis. Schon die Nominierungen sind sehr schön, von dieser Industrie in dem Maße beachtet und ausgezeichnet zu werden. Ob wir gewinnen oder nicht, sei dahingestellt.”

Wanda am Nerv der Zeit

Mit ihrer Lässigkeit und Wiener Schmäh haben Wanda jedenfalls einen Nerv getroffen. Geradlinig instrumentiert gehen Stücke wie “Luzia”, “Schickt mir die Post” oder das bereits erwähnte, hymnische “Bologna” direkt ins Ohr und nisten sich dort ein. Zudem erzählt Songwriter Marco herrlich schräge Geschichten, die gerade deshalb hängen bleiben. “Wir haben sehr viel Zeit miteinander in Lokalen verbracht und uns sehr viel erzählt. Das war ein wichtiger Teil davon”, blickt er auf den Entstehungsprozess zurück, und schiebt lachend nach: “Der Rest ist so ein Dialog mit Gott, den man nicht erklären kann.”

Musikalisch habe man “immer eine sichere Identität gehabt. Was uns hilft: Wir sind nicht sonderlich anspruchsvoll. Wir wollen nicht viel herumspielen, sondern ganz klare Lieder schreiben. Kinderlieder, die jeder mitsingen kann, das war uns am Allerwichtigsten.” Und dafür wird man teils auch als Neuerfinder des Austropop gefeiert – was Marco zwiespältig betrachtet. “Einerseits fühlen wir uns geehrt, andererseits haben wir Angst, dass uns dieser Vergleich vernichten kann. Das kann gefährlich werden, aber noch spüren wir das nicht. Wenn es so weit ist, werden wir zu wilden Tieren und schlagen zurück wie die Irren.”

Sehnsucht in Popliedern

Dass diese Retourkutsche in einem anderen Soundkleid passieren könnte, glaubt Marco indes nicht. “Du sprichst uns da zu viel intelligente Musikalität zu. Wir können nicht anders klingen! Das ist die einzige Wahl, die wir haben mit unserem beschränkten musikalischen IQ, mehr geht nicht.” Also doch knackige Dreiminüter mit mitreißenden Hooks und augenzwinkernder Ironie. “Ich schreibe die Lieder eigentlich alle in Echtzeit”, so Marco, den textlich auch die “ungelebte Sexualität” interessiert. “Ich glaube, ein Poplied ist immer so gut wie die nicht gelebte Sexualität. Das ist etwas sehr Sehnsüchtiges.”

Natürlich gelinge es nicht immer, alles so gekonnt in kurzer Zeit unterzubringen. “Das ist wie Fischen gehen”, setzt Marco an. “Ein Biss pro Tag, und den muss man auch rausholen. Sicher ist es schwer, aber bei ‘Amore’ ist es mir zwölf Mal gelungen – zufälligerweise wahrscheinlich.” Dass man damit im Mainstream angekommen ist, habe nichts mit einer Öffnung der Szene zu tun. “Wanda ist sehr gut und kommt deswegen durch. Aber ich sehe keine große Veränderung in der österreichischen Musikindustrie. Das ist ein Raubfischbecken, so wie jede Industrie.”

Nachfolger zu “Amore” bald fertig

Wanda werden jedenfalls bald einen neuen Köder auswerfen: Der Nachfolger zu “Amore” sei schon so gut wie fertig. “Es wird eine Art Geschwisteralbum werden”, sagt Marco. “Beide bilden zusammen gewissermaßen einen textlichen Reigen, der sich ergänzt und aufeinander verweist. Es wird weiterhin Frauen, Schnaps, Lederjacken sein – vielleicht ein bisschen morbider.” Vor einer Übersättigung der Fans fürchtet sich der Sänger nicht. “Die Bevölkerung will Wanda! Was sollen wir machen? Wenn alles ausverkauft ist, spricht das Bände. Die wollen das immer wieder – und wir geben es ihnen sehr gerne.”

Wanda gastieren weiters am 17. April im Gasometer Wien.

(Interview: Christoph Griessner/APA)

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