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Vorarlbergerinnen lassen Eizellen in Liechtenstein einfrieren

Social Egg Freezing: Kinder auf Reserve Social Egg Freezing: Kinder auf Reserve - © Bilderbox; dapd
von Sascha Schmidt (VOL.AT) - Schwarzach – Per “Social Egg Freezing” legen sich Frauen Eizellen für später zurück. Da es in Österreich verboten ist, lassen viele Vorarlbergerinnen den Eingriff in Liechtenstein durchführen.

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Viele Frauen haben noch nichts von „Social Egg Freezing“, einer vermeintlich gezielten Lebens- bzw. Babyplanung, gehört. Wohl deswegen, weil dieser Vorgang in Österreich verboten ist und deswegen nicht den Bekanntheitsgrad erreicht hat wie etwa in Amerika. Was in den USA, Japan und auch Großbritannien schon seit Jahren praktiziert wird, hält trotzdem auch in Vorarlberg Einzug und wird mehr und mehr von jungen Frauen in Anspruch genommen. Doch für was steht der englische Begriff „Social Egg Freezing“, der sich wortwörtlich kaum ins Deutsche übersetzen lässt.

Dornröschenschlaf für junge Eizellen

So soll das Einfrieren von Eizellen den späteren Kinderwunsch ermöglichen. „Es ist ein neues Konzept, bei dem vor allem jungen Frauen ermöglich wird, eine neue Lebensplanung für sich zu erfüllen. So hat heute eine junge Frau die Möglichkeit, ihre Eizellen tiefzugefrieren. Sie werden sozusagen in einen Dornröschenschlaf versetzt. Somit hat man junge Eizellen auf Reserve“, erklärt Nicolas Zech, ärztlicher Leiter des IVF-Zentrums in Bregenz. Damit besteht für eine Frau, die sich vielleicht erst beruflich verwirklichen will, bevor sie sich mit dem Kinderwagen auf dem Spielplatz niederlässt, auch im hören Alter noch die Möglichkeit sich ihren Babywunsch zu erfüllen.

„Social Freezing“ in Österreich verboten

Das „Social Freezing“ bezieht sich auf junge gesunde Frauen, die nur eine Vorsorge betreiben wollen. Die tiefgefrorenen jungen Eizellen sind somit eine Art Vorsorge für das zunehmende Alter, welches ja bekanntlich die Abnahme der Eizellqualität mit sich bringt. Der Haken: In Österreich ist eine Eizellenvorsorge im Fortpflanzungsgesetz nicht vorgesehen. Kurzum: Es ist verboten. Doch es gibt Ausnahmen. Beispielsweise bei einer Krebstherapie oder auch Chromosomenstörungen in der Familie, bei der der Eizellenpool vorzeitig abnimmt.
Doch auch wenn die Fortpflanzungs-Vorsorge in Österreich verboten ist, folgen mehr und mehr junge Vorarlberger Frauen diesem Trend und nehmen so ihre Babyplanung selber in die Hand. Das ist deswegen möglich, da „Social Egg Freezing“ etwa in Liechtenstein nicht verboten ist und dort angewendet werden darf, weswegen viele Vorarlbergerinnen sich dort dem Eingriff unterziehen, bevor sie sich dazu umfassend in Vorarlberg informieren konnten.

Ethik oder Lifestyle?

Für Professor Zech ist das „Social Freezing“ keine Frage der Ethik. „Wir sind Mediziner und versuchen Menschen in ihrer Lebensplanung zu helfen. Es geht einfach vermehrt in Richtung Vorsorgemedizin“, findet Zech und beruft sich auch auf die sozial-demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft. Die Lebenserwartung steigt mit den medizinischen Möglichkeiten und Frauen werden einfach aus den verschiedensten und meist wohl persönlichen Gründen immer älter, bevor sie ihr erstes Kind bekommen. „Wir wissen einfach, dass es heutzutage kein Problem mehr für Frauen darstellt, auch mit fortgeschrittenem Alter ein Kind zu bekommen“, weiß Zech.

Schwanger mit 50 – kein Problem mehr

Die Grenzen verschieben sich auch wissenschaftlich immer wieder. Zech: “Ich bin derzeit der Meinung, dass man Frauen bis zum 50. Lebensjahr helfen kann. Hier ist das Risiko zum Austragen einer Schwangerschaft mit den Techniken, die wir für eine Geburtshilfe haben, nicht erhöht. Ab dem 45. Lebensjahr wird aber noch mehr darauf geschaut, dass die Frau körperlich gesund und in einer guten konstitutionellen Verfassung ist.”
Aber ist es dann überhaupt notwendig, sich die Eizellen einfrieren zu lassen und nicht den natürlichen Weg verfolgt, schwanger zu werden. Man muss sehen, dass die Chancen auf die Fortführung einer gesunden Schwangerschaft mit dem Alter der Frau zusammenhängen. Die biologische Uhr fängt eigentlich schon ab dem 35. Lebensjahr schon sehr laut zu ticken an. Das heißt, dass eine Frau mit ihren eigenen Eizellen, schon aufgrund der Alterung der Eizelle mit dem Körper, die Potenz zu einer Befruchtung sehr schnell verliert und somit zu einer gesunden Entwicklung eines Embryos. „Wir wissen, wie schwierig es in diesem Alter ist, mit eigenen Eizellen ein Kind zu bekommen. Die Chance auf die Geburt eins Kindes liegt hier nur mehr bei vier Prozent von 100 Frauen und entsprechender Therapie“, erklärt Zech die Situation älterer Frauen mit Kinderwunsch.

Social Egg Freezing: Kinder auf Reserve

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