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Vorarlberger Tierschutz ist in der Krise

Hunde aus dem Vorarlberger Tierheim und Pferd Smokey vom Gut Bozenau. Hunde aus dem Vorarlberger Tierheim und Pferd Smokey vom Gut Bozenau. - © Vorarlberger Tierheim; Gut Bozenau
von Maximilian Bösch - Schwarzach – Bei den Vorarlberger Tierschutzvereinen sind die Spenden bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Schuld daran ist die Wirtschaftskrise.

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Karin Andres, Geschäftsführerin des Vorarlberger Tierschutzverbandes, bestätigt gegenüber VOL.AT, dass das Spendenaufkommen stark zurückgegangen ist. Den Grund dafür sieht sie in der Wirtschaftskrise. „Die Beträge, die über einen beigelegten Erlagschein in unserem Tierheimmagazin gespendet wurden, sind beispielsweise um circa 40 Prozent zurückgegangen“, sagt Andres. Die Bestreitung der Kosten sei für einen Tierschutzverein immer ein Überlebenskampf, man müsse nun aber noch kreativer sein und zusätzliche Aktionen starten. Geplant ist ein „Bistroshop“ um durch die Einnahmen ein Stück weit unabhängiger werden zu können. Das Land Vorarlberg würde 50 Prozent des Budgets von 600.000 Euro bestreiten, da der Tierschutzverband mit dem Tierheim und der Tierrettung wesentliche Aufgaben des Tierschutzes für das Land übernehme. Die Kapazitäten für die Aufnahme von Tieren sind aber stark begrenzt. Knapp die Hälfte der jährlich 1500 betreuten Tiere sind Fundtiere.

Auch Gut Bozenau leidet unter Krise

Rudi Längle, Obmann des Vereines „Tierhilfe Vorarlberg Gut Bozenau“ erzählt gegenüber VOL.AT, dass durch die Wirtschaftskrise und ihre Folgen das Spendenaufkommen für seinen Verein um 40 bis 50 Prozent eingebrochen ist. Der Verein kümmert sich um 100 Tiere – darunter sind viele große Nutztiere wie Pferde, Schweine, Kühe und auch ein Ochse – und hat ein Jahresbudget von 100.000 Euro zur Verfügung. Der Beitrag des Landes beläuft sich laut Angaben von Längle auf 5.000 Euro pro Jahr als Futterbeitrag, der Rest wird durch Spenden aufgebracht. Der Verein hat nun einen Antrag über 50.000 Euro beim Land gestellt, um einige krisenbedingte Spendenausfälle kompensieren zu können. „Der Bedarf an Tierschutz ist noch lange nicht gedeckt. Wir bekommen dauernd Anfragen, ob wir Tiere aufnehmen könnten. Wir stoßen allerdings an unsere Kapazitätsgrenzen und vermitteln diese Tiere wenn möglich an Privatpersonen weiter“, so Rudi Längle. Tierschutz sei in Vorarlberg vor allem eine Sache der Tierschutzvereine. Als problematisch empfindet er, dass in Vorarlberg die Agenden für Tierschutz und Landwirtschaft im selben Ressort angesiedelt sind.

Hohe Hürden für „Spendenabsetzliste“

Obwohl seit 1.1.2012 auch Tierschutzvereine auf die Liste der begünstigten Spendenempfänger des Bundesministeriums für Finanzen aufgenommen werden können, ist bislang kein Vorarlberger Tierschutzverein darauf zu finden. Der Grund dafür sind die Kosten die für die Zertifizierung entstehen, um auf der Liste geführt werden zu können. Beim Bundesministerium für Finanzen fallen diesbezüglich keine Gebühren an, allerdings muss im Zuge der Zertifizierung ein Wirtschaftsprüfer engagiert werden, der die Gebarung der letzten drei Jahre kontrollieren muss. Dadurch entstünden im ersten Jahr Kosten von 5.000 bis 6.000 Euro und in den Folgejahren bis ca. 3.000 Euro, da jährlich ein neues Zertifikat benötigt wird. Diese finanzielle Hürde ist für die Vorarlberger Tierschutzvereine momentan nicht zu nehmen.

(VOL.AT)

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