Vorarlberg: Kolleginnen für Sex-Dates angemeldet

Von Seff Dünser
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Der entlassene Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe
Der entlassene Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe - © Bilderbox bzw. VOL.AT
Feldkirch – Kläger bekämpft Entlassung. Er soll die Computer der Arbeitskolleginnen gehackt und Daten missbräuchlich verwendet haben.

Weil er zwei Arbeitskolleginnen übel mitgespielt haben soll, wurde ein Mitarbeiter eines Unterländer Unternehmens entlassen. Die Geschäftsleitung hat ihm zur Last gelegt, dass er die Computer der Frauen gehackt und die Daten der Kolleginnen missbräuchlich verwendet haben soll.

So soll er dafür gesorgt haben, dass die Frauen gegen ihren Willen per Mail mit Newsletters laufend von aktuellen Angeboten der Erotikspielzeugfirma Beate Uhse versorgt wurden. Er soll dabei vorgetäuscht haben, dass seine Arbeitskolleginnen die Beate-Uhse-Mails selbst bestellt haben.

Noch schwerer wog ein anderer Vorwurf, den der Arbeitgeber gegen ihn erhoben hat. Demnach soll der Mitarbeiter heimlich eine seiner Arbeitskolleginnen im Internet auf einer Seite für Sex-Dates angemeldet haben. Daraufhin soll die Frau wiederholt sexuelle Anfragen von Nutzern der Sex-Seite erhalten haben.

Der entlassene Mitarbeiter bestreitet die Vorwürfe. Er sagt, er sei zu Unrecht entlassen worden. Derzeit führt der Mann am Landesgericht Feldkirch einen Arbeitsprozess gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Dabei fordert der von der Arbeiterkammer anwaltlich vertretene Kläger als Kündigungsentschädigung, Abfertigung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld insgesamt 27.500 Euro.

Gestern war am Arbeitsgericht die jüngste Verhandlung in dem anhängigen Arbeitsprozess, in dem Richterin Feyza Karagüzel noch kein Urteil verkündet hat. Die Arbeitsrichterin lässt nun mit einem EDV-Gutachten abklären, ob tatsächlich der Kläger der Hacker war.

Täter überführt

In der gestrigen Verhandlung schilderte ein Informationstechniker des beklagten Unternehmens, dass er den Kläger mit der auf einem Opfer-Computer eingeloggten IP-Adresse seines Smartphones überführt habe. Er habe ihn während seiner Überwachungsmaßnahmen an einem Nachmittag im Lager des Unternehmens auf frischer Tat erwischt. Das habe er sofort der Geschäftsleitung gemeldet. Daraufhin sei der nunmehrige Kläger entlassen worden.

Ein Abteilungsleiter sagte gestern als weiterer Prozesszeuge, der Kläger sei im Entlassungsgespräch geständig gewesen und habe sein Verhalten als schlechten Scherz heruntergespielt. Es sei erschütternd, was die beiden betroffenen Mitarbeiterinnen mitmachen müssen hätten. Eine der Frauen sei wegen der Computer-Manipulationen derart mitgenommen gewesen, dass sie gesagt habe, sie könne in dem Unternehmen nicht mehr arbeiten.

(Quelle: NEUE/Seff Dünser)

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