Vorarlberg: Inklusive Volkshochschule Götzis erhält Österreichischen Inklusionspreis

Akt.:
Im EDV-Kurs der IVHS Götzis lernen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam.
Im EDV-Kurs der IVHS Götzis lernen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam. - © IVHS
Die Lebenshilfe Österreich und die Österreichischen Lotterien haben erstmals den Österreichischen Inklusionspreis in Wien vergeben. Als einer der Ehren-Preisträger wurde die Inklusive Volkshochschule aus Götzis geehrt. Diese setzt sich ein für gemeinsame Fortbildung für Erwachsene mit und ohne Behinderungen. Das Land Vorarlberg unterstützt die Inklusion im Ländle auf vielfältige Weise.

Im Rahmen der Preisverleihungs-Gala im Studio 44 in Wien wurde am vergangen Mittwochabend erstmals der Österreichische Inklusionspreis verliehen. Kurz vor dem „internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen“, am 3. Dezember, wurden inklusive Projekte aus ganz Österreich ausgezeichnet, die Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen fördern.

Sechs Preisträgerinnen und Preisträger aus den Bereichen Schule, Arbeit, Freizeit (Kunst und Sport), Einfache Sprache und Selbstvertretung wurden für ihr inklusives Engagement geehrt.
Zusätzlich wurde 14 Initiativen ein Ehren-Preis verliehen, darunter die Inklusive Volkshochschule (IVHS) aus Götzis. Dieses inklusive Weiterbildungsangebot der Volkshochschule Götzis gibt es seit Herbst 2014 und entstand durch den Austausch mit der Akademie der Lebenshilfe Vorarlberg.

Gemeinsame Weiterbildung

Die Lebenshilfe Vorarlberg bietet seit Jahren in ihrer Akademie Fortbildungen für Angehörige, Menschen mit Behinderungen, Fachkräfte sowie alle Interessierten an. „Um die Inklusion, also die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, auch im Bereich der Erwachsenenbildung voranzutreiben, war es wichtig, dass die öffentlichen Bildungseinrichtungen den Weg mitgehen. Im Austausch mit der Volkshochschule Götzis entstand dabei das Angebot der Inklusiven Volkshochschule, das ein klares Zeichen des Miteinanders setzt“, berichtet Tanja Feuerstein, Leiterin der Lebenshilfe-Akademie.

Die Inklusive Volkshochschule bietet pro Jahr ca. 20 Veranstaltungen an. Die Themen der Kurse umfassen die Bereiche Kommunikation, EDV, Kulinarik oder auch Persönlichkeitsbildung. „Bildung muss für alle offen sein und gerade die Erwachsenenbildung. Gemeinsame Weiterbildung von Menschen mit und ohne Behinderungen ermöglicht beiden Seiten ein gegenseitiges Kennenlernen, eröffnet neue Perspektiven und fördert die Akzeptanz“, betont Stefan Fischnaller, Direktor der Volkshochschule Götzis. Das gesamte Angebot ist unter www.vhs-goetzis.at/inklusive-vhs zu finden.

Land Vorarlberg unterstützt Integrationshilfe

Den internationalen Tag der Menschen mit Behinderung nehmen auch Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard zum Anlass, um auf die flächendeckenden Leistungen des Landes in der Integrationshilfe aufmerksam zu machen. “Die Angebote und Maßnahmen zielen darauf ab, Menschen mit Behinderung zu unterstützen und in der Gesellschaft die Sensibilität zu erhöhen und die Solidarität zu stärken.”

“Eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen”

Soziale Inklusion ist für Landesrat Bernhard dann verwirklicht, wenn jeder Mensch die Möglichkeit hat, in sämtlichen Lebensbereichen in vollem Umfang mitzuwirken. Es gehe darum, keine isolierten Welten mehr zuzulassen. Schwerpunkte sind neben der gesundheitlichen Rehabilitation die Familienentlastung sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung und ihre Integration am Arbeitsmarkt.

Bedürfnissen engagiert Rechnung tragen

Weil das Gros der unterstützten Personen unter 18 Jahre alt ist, liegen die künftigen Herausforderungen insbesondere in den Bereichen Frühförderung, Qualifizierung und Wohnen. An Bedeutung gewinnt jedoch auch das Thema “Behinderung im Alter”, weil der hohe Lebensstandard der Gesellschaft und die gute medizinische Versorgung zu einer allgemein steigenden Lebenserwartung beitragen.

Älter werdende Menschen mit Behinderung haben in der Regel denselben Wunsch wie alle anderen auch. Sie wollen so lange wie möglich in ihrer bekannten Umgebung bleiben, und zwar unabhängig davon, ob ihr Zuhause in der Familie oder in einem Wohnheim ist. “Den Bedürfnissen wollen wir engagiert Rechnung tragen. Bezüglich der älteren Menschen mit Behinderung ergibt sich demzufolge die Notwendigkeit, Pflegeheime für diese Anforderungen zu rüsten und die notwendigen Strukturen zu schaffen”, betont der Landeshauptmann.

Ihren Dank sprechen Wallner und Bernhard den beteiligten Partnern aus: “Es ist der engagierten Zusammenarbeit aller involvierten Akteure zu verdanken, dass Vorarlberg in Sachen Inklusion sehr gut unterwegs ist”. Das Land werde sich weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – seinen Platz inmitten der Gesellschaft Vorarlbergs finden kann, versichert Wallner abschließend.

(red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Bitte Javascript aktivieren!