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Vorarlberg: Hilti & Jehle profitiert von boomender Bauwirtschaft

Die Baufirmengruppe Hilti & Jehle profitiert von der boomenden Bauwirtschaft.
Die Baufirmengruppe Hilti & Jehle profitiert von der boomenden Bauwirtschaft. ©VN/Hofmeister
Die Baufirmengruppe Hilti & Jehle hat im Geschäftsjahr 2016/17 (31. März) eine Konzernbetriebsleistung von 104 Millionen Euro erzielt.

Das ist ein Plus von 13 Prozent, wie die beiden Geschäftsführer Alexander Stroppa und Reinhard Moser im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur.com erklärten. Dafür verantwortlich sei insbesondere die derzeit boomende Bauwirtschaft auf den wichtigsten Märkten. Dazu gehören vor allem Vorarlberg und Tirol. Maßgeblichen Anteil an der Konzernbetriebsleistung habe dabei die Hilti & Jehle GmbH, auf die etwa 95 Prozent der Betriebsleistung entfallen würden.

Auch mit der Ertragssituation in 2016/17 zeigten sich die beiden Geschäftsführer zufrieden. So belaufe sich das Verhältnis zwischen Konzernbetriebsleistung und Vorsteuerergebnis auf 4,9 Prozent, in absoluten Zahlen auf beinahe 5,2 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 22,8 Prozent. “Wir haben im Vorjahr mehrere große Aufträge abgewickelt, unter anderem im Spezialtiefbau. Das Geschäft lief über alle unsere Sparten hinweg gut”, so Stroppa und Moser. Allerdings genüge es nicht, nur auf die gute Konjunktur zu setzen. “Man muss auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit einem passenden Angebot sein. Denn die Konkurrenz schläft nicht.”

Schweizer Markt zieht nach wie vor nicht an

Weniger zufriedenstellend sei das Geschäft hingegen in der Region Schweizer Rheintal bis St. Gallen verlaufen, wo Hilti & Jehle mit der Tochterfirma Köppel-Vogel aus Widnau am Markt auftritt. Hier boome die Bauwirtschaft nicht im gleichen Ausmaß wie in Vorarlberg. “Dort ist die Situation nach wie vor angespannt. Allerdings ist die Bauwirtschaft dort auch viel kleinstrukturierter. Zudem macht der Wohnbau einen Großteil des Volumens aus.”

Engagement in Hongkong beendet

Nicht weiter verfolgt werden unterdessen die ursprüngliche Pläne für die im Mai 2014 gegründete Hilti & Jehle Construction Ltd. in Hongkong. Das Spezialtiefbauunternehmen habe die letzten Aufträge noch fertiggestellt und werde jetzt seine Tätigkeiten ruhig stellen. “Unser Engagement in Hongkong ist damit beendet”, so Stroppa und Moser.

Sutterlüty-Markt beim Wohnbau-Projekt “Tosters am Platz”

Für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 und das Folgejahr erwartet man am Stammsitz hingegen weitere Zuwächse. So habe Hilti & Jehle derzeit beim Erweiterungsbau der Vorarlberg Milch in Feldkirch einen der größten GU-Aufträge seit Bestehen des Unternehmens am Laufen. Das Auftragsvolumen liege hier bei etwa 15 Millionen Euro. Beim eigenen Hilti & Jehle-Großprojekt “Tosters am Platz” in Feldkirch mit 65 Wohneinheiten habe man jetzt die Vorarlberger Handelskette Sutterlüty für den geplanten Standort eines Lebensmittelhändlers gewinnen können. Dort liege das gesamte Investitionsvolumen bei etwa 20 Millionen Euro, davon etwa zwölf Millionen Euro für Baumeister-Leistungen. Ebenfalls einen Großauftrag habe man im Fahrbahn-Sanierungsbereich erhalten. Hier gehe es um die Sanierung einer Brücke der Rheintalautobahn bei Dornbirn Nord inklusive Neuauftrag der Fahrbahn. Das Auftragsvolumen für eine ARGE bestehend aus Hilti & Jehle und der Strabag liege bei etwa acht Millionen Euro.

Digitalisierung am Bau

Die Baufirmengruppe investiere jedes Jahr zwischen 2,5 und drei Millionen Euro in den Maschinenpark und hier insbesondere in Technologien zur Steigerung der Effizienz am Bau. Heuer setze man zum Beispiel neue Telematik-Anwendungen um. Dabei gehe es darum, dass die bis zu 250 Arbeitsgeräte (Bagger, Walzen, Bohrgeräte) automatisch an ein zentrales System melden, auf welcher Baustelle sie sich gerade befinden und wie lange sie in Betrieb sind. “Das ist direkt mit der Verrechnungs-Abteilung gekoppelt. Dort können die Betriebsstunden dann der jeweiligen Baustelle zugewiesen werden. Zudem wissen wir genau, auf wie viele Betriebsstunden jedes dieser Geräte kommt.”

Hilti & Jehle beschäftigt gegenwärtig rund 600 Mitarbeiter und etwa 40 Lehrlinge. Standorte gibt es in Feldkirch, Feldkirch-Altenstadt, Götzis, Nenzing, Ried im Tiroler Oberinntal sowie in Widnau. Das Unternehmen ist in den Bereichen Hoch- und Tiefbau, Straßenbau, Spezialtiefbau und Bauträger tätig.

(wpa)

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