7. September 2012 12:55; Akt.: 7.09.2012 12:55

Vor den Toren Vorarlbergs: Erstmals Wolfsnachwuchs in der Schweiz

Hält der Wolf bald auch in Vorarlberg Einzug? Hält der Wolf bald auch in Vorarlberg Einzug? - © WWF-Canon/ Sergey Gorshkov
Erstmals seit 150 Jahren gibt es im Kanton Graubünden (CH), rund 20 Kilometer von Österreich entfernt, wieder Jungwölfe.

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Vor fast 20 Jahren ist der ehemals ausgerottete Wolf in unser Nachbarland zurückgekehrt. Nachwuchs gab es bei den am Calanda-Bergkamm im Kanton Graubünden beheimateten Tieren jedoch keinen. In den letzten Tagen meldeten zwei Schweizer dem Amt für Jagd und Fischerei Graubünden unabhängig voneinander, Wolfswelpen beobachtet zu haben. Damit war ein erster gesicherter Hinweis auf ein Wolfsrudel in der Schweiz seit der Rückkehr des Beutegreifers erbracht.

Wolfswelpe tappt in Fotofalle

Die Gerüchteküche brodelte. Tagelang wurde darüber gerätselt, ob es in der Schweiz tatsächlich wieder Wolf-Nachwuchs gebe. Ein Foto brachte schließlich Klarheit: Ein Welpe tappte in eine Fotofalle.

© (c) Orlando Galliard

Ein erster Nachweis, der die Vermutung bestätigt, dass eine erste Wolfsfamilie sich in diesem Gebiet angesiedelt hat.

Österreich muss sich auf Wölfe einstellen

Seit über zwei Jahren waren in eben diesem Gebiet immer wieder zwei Wölfe – die Elterntiere – beobachtet worden. Die Bilder der Fotofalle bestätigen diese Beobachtungen nun. Insgesamt darf sich die Schweiz dabei über mindestens drei Wolfswelpen freuen. “Die erste Wolfsfamilie nach so langer Zeit ist ein großartiger Erfolg für den Naturschutz”, zeigt sich dementsprechend auch Christian Pichler vom WWF begeistert. Zur gleichen Zeit jedoch sieht Pichler die Ereignisse aber auch als Herausforderung für Österreich: “Jetzt muss sich Österreich um so rascher auf den Wolf, der im ganzen EU-Raum streng geschützt ist, einstellen.”

Dabei ist die Sorge vor der Rückkehr der Wölfe vor allem bei den heimischen Landwirten groß. Neben Wildtieren fallen schließlich auch ungeschützte Nutztiere wie Schafe ins Beuteschema des Jägers. „Jetzt muss endlich der fast fertig gestellte Managementplan von den zuständigen Bundesländern beschlossen und umgesetzt werden”, fordert der Wolfsexperte. Durch Aufklärungsarbeit und geregelte Zuständigkeiten ließen sich viele Probleme vermeiden bzw. abmildern. Daneben müssten in Österreich die Herdenschutzmaßnahmen vorangetrieben und Schadensabgeltung optimiert werden.

Die Rückkehr des Wolfes

Bedingt durch die steigenden Bestände in den Nachbarstaaten erlebt Österreich derzeit eine Rückkehr des Wolfes, so der WWF am Freitag. In unseren Gefielden wurden vergangenes Jahr zwei bis drei Tiere nachgewiesen. Anfang 2012 konnte ein Nachweis für den slowenische Wolf „Slavc“in Kärnten, Osttirol, der Steiermark und Salzburg erbracht werden. Und im niederösterreichischen Schneeberggebiet lebt seit nunmehr zwei Jahren ein männlicher Wolf, der aus den Westalpen stammt.

(VOL.AT; WWF)



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