Vier Favoriten für die Nachfolge des Bischofs

Von VN/Thomas Matt
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Die Auswahl der vier Kandidaten lässt erkennen, dass Rom auch vor einem Ruck in Richtung Tradition nicht zurückscheut. Die Auswahl der vier Kandidaten lässt erkennen, dass Rom auch vor einem Ruck in Richtung Tradition nicht zurückscheut.
Feldkirch - Die Bandbreite der vier Bischofskandidaten ist groß – Rom-Treue offenbar sehr wichtig.

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Wer geglaubt hat, die Nachfolge von Elmar Fischer (75) erfordere geringen Aufwand, wird spätestens jetzt eines Besseren belehrt. Über ein halbes Jahr nachdem Fischer altersbedingt in den Ruhestand versetzt wurde, hat Rom aus einer ersten Umfrage nun vier mögliche Kandidaten für den Bischofsstuhl in Feldkirch herausgefiltert. Gegenwärtig bittet der Nuntius, der diplomatische Vertreter des Vatikan in Wien, Entscheidungsträger und ausgewählte Mitglieder des Klerus um ihre Meinung.Wieder werden die Antworten ausgewertet. Letztendlich wird Papst Benedikt XVI. voraussichtlich aus diesen vier Priestern den künftigen Bischof für Vorarlberg bestimmen. Dessen Namen legt der Vatikan dann der österreichischen Bundesregierung vor, die laut Konkordat zu befragen ist. Dass das noch vor der politischen Sommerpause geschehen wird, glaubt heute kaum einer mehr.

Die Auswahl der vier Kandidaten lässt erkennen, dass Rom auch vor einem Ruck in Richtung Tradition nicht zurückscheut. Überraschend kam seitens des „Werks“ nicht Pater Peter Willi, sondern der gegenwärtige Pfarrmoderator von Gisingen, Thomas Felder, zum Zug. Spannend auch die Auswahl von Anton Lässer, Rektor des jüngsten Priesterseminars im deutschsprachigen Raum.

Das Leopoldinum wurde 2007 von der Österreichischen Bischofskonferenz errichtet. 26 Priesteramtskandidaten bereiten sich dort auf die Seelsorge vor.

Benno Elbs

Geboren am 16. Oktober 1960 in Bregenz. Elbs hat in Innsbruck und Paris Theologie studiert und ein Diplom in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl erworben. Nach seiner Priesterweihe 1986 durch Bruno Wechner war Elbs drei Jahre Kaplan an der Kirche Mariahilf in Bregenz. 1989 wurde er zum Spiritual des Marianums ernannt und ein Jahr später Rektor. Ab 1994 leitete Elbs das Pastoralamt der Diözese Feldkirch. Nachdem Generalvikar Elmar Fischer zum Bischof ernannt wurde, wurde Elbs 2005 Generalvikar. Seit November 2011 leitet er die Diözese als Administrator.

Walter Juen

Der langjährige Wallfahrtsseelsorger in der Rankweiler Basilika und Vorsitzender des Diözesangerichts empfahl sich innerkirchlich zuletzt für höhere Weihen, weil er die Seligsprechung für Carl Lampert in Dornbirn St. Martin federführend inszeniert hat. Die Feier wirkt in der Diözese bis heute nach. Juen hat ursprünglich in Innsbruck Volkswirtschaft studiert. Doch dann beschloss er Priester zu werden und hat sich nach ausgiebigem Theologiestudium noch vier Jahre ins Kirchenrecht vertieft. Jahr für Jahr verhandelt er als Leiter des Diözesangerichts u. a. „acht bis zwölf Ehenichtigkeitsverfahren“.

Thomas Felder

Thomas Felder, 1964 in Schoppernau geboren, ist Priester der streng konservativen geistlichen Familie „Das Werk“. Er hat 1984 in der HTL für Elektrotechnik in Bregenz maturiert. Bis 1989 hat er Philosophie und Theologie in Innsbruck und Rom studiert. Im Juni 1991 wurde er in der Lustenauer Pfarre Rheindorf zum Priester geweiht. Von 1991 bis 1994 war er dort Kaplan. Von 1994 bis 2006 arbeitete Felder als Regionalverantwortlicher der Priestergemeinschaft des „Werks“ in Österreich. Seit Herbst 2006 ist er Pfarrmoderator in der Pfarre Gisingen. Auch Felders Bruder und seine Schwester sind beim „Werk“.

Anton Lässer

Pater Anton Lässer, Jahrgang 1961, studierte nach einer Gastgewerbeausbildung Wirtschaftswissenschaften in Wien und Innsbruck. Danach war er für eine Unternehmensberatergruppe tätig. Während seines Philosophie- und Theologiestudiums in Augsburg und Rom begann er mit dem Aufbau von Radio Horeb. Nach der Priesterweihe 1999 war er Kaplan in Bludenz. 2002 begann er sein Doktoratsstudium in Rom und betreute als Pfarradministrator ab 2005 die Pfarre Zum Guten Hirten in Lustenau. 2007 wurde er Passionistenpater. Seit Ende 2011 leitet er das Priesterseminar Leopoldinum Heiligenkreuz.

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