22. Juli 2010 15:51; Akt.: 22.07.2010 15:51

USA und Vietnam wollen Beziehungen vertiefen

Hillary CLinton und er Premier- sowie Außenminister Pham Gia Khiem. Hillary CLinton und er Premier- sowie Außenminister Pham Gia Khiem. - © AP
Dreieinhalb Jahrzehnte nach dem Ende des Vietnamkriegs wollen die USA und Vietnam trotz Differenzen beim Thema Menschenrechte künftig stärker kooperieren.

US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr vietnamesischer Kollege Pham Gia Khiem stimmten am Donnerstag in Hanoi überein, die kriegerischen Vergangenheit hinter sich zu lassen. Clintons zweitägiger Besuch in Vietnam fällt mit dem 15. Jahrestag der Normalisierung der Beziehungen zusammen. Im Jahr 2000 hatte ihr Mann, Bill Clinton, als US-Präsident Vietnam besucht, wo ihm ein begeisterter Empfang zuteil geworden war.

Clinton, die am Regionalforum der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) teilnimmt, dessen Vorsitzland derzeit Vietnam ist, sagte: “Wir halten diese Beziehung für sehr wichtig”. Die USA wollten sich für den Erfolg und die Integration der vietnamesischen Wirtschaft in der Region und auf dem Weltmarkt einsetzen, versprach die US-Außenministerin.

Vietnam hatte unter Hinweis auf die verheerenden Auswirkungen des chemischen Krieges die US-Regierung eindringlich aufgefordert, Hilfe für die Opfer von Agent-Orange-Einsätzen zu leisten. Die Krebsraten sind um ein Vielfaches höher als in anderen Ländern. Hunderttausende Vietnamesen erkrankten an Leukämie oder bösartigen Geschwülsten. Die US-Armee warf in den 1960er- und 1970er-Jahren über 80 Millionen Liter Entlaubungsmittel über Südvietnam ab, um die Bekämpfung kommunistischer Widerstandskämpfer zu erleichtern – zu einem großen Teil “Agent Orange” mit extrem giftigem Dioxin. Die Herbizide gelangten in die Nahrungsmittelkette und verursachen bis heute schwere Missbildungen bei Neugeborenen und Tumor-Erkrankungen. Opferverbände sprechen von drei Millionen Betroffenen.

Mehr als die Hälfte der Wald- und landwirtschaftlich genutzten Fläche wurde durch Herbizide verseucht. Vietnamesische Opfer waren in der Vergangenheit mit Schadenersatzforderungen gegen die Herstellerfirmen der Chemikalien vor US-Gerichten gescheitert. Laut der Vereinigung von “Agent Orange”-Opfern wurde das Mittel am 10. August 1961 zum ersten Mal vom US-Militär in Südvietnam eingesetzt. Dioxin ist höchst stabil und bleibt auf unabsehbare Zeit in der Umwelt wirksam. Seine Konzentration im Boden, in Ablagerungen ebenso wie im Tierfutter führt dazu, dass die Nahrungskette verseucht wird. Es steht fest, dass in Familien von Agent-Orange-Opfern eine Häufung von Totgeburten, Geburten von Kindern mit schweren Behinderungen und Missbildungen zu beklagen ist, und dass auch die zweite und dritte Generation davon betroffen sind.


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