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US-Physiker Thorne hofft auf Messung von Gravitationswellen bis 2017

Wissenschafter gab in Bregenz Einblick in seine Arbeit. Wissenschafter gab in Bregenz Einblick in seine Arbeit. - © VOL.AT/Klaus Hartinger
Der renommierte US-Physiker Kip S. Thorne sieht die Wissenschaft vor großen Schritten stehen. “Wir wollen 2017 in der Lage sein, Gravitationswellen empfangen und untersuchen zu können”, sagte Thorne am Samstagnachmittag bei der Veranstaltung “B12 – Vision of the Future” im Bregenzer Festspielhaus.

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Der 72-Jährige erhofft sich dadurch einen Einblick in die Geburtsstunde des Universums und der elektromagnetischen Kräfte.

Gravitationswellen bislang nicht nachgewiesen

Gravitationswellen hat bereits Albert Einstein vorhergesagt. Sie dehnen und quetschen Raum und Zeit und entstehen, wenn massereiche Körper beschleunigen, abbremsen, explodieren oder zusammenstoßen – etwa bei der Kollision von zwei Schwarzen Löchern. Obwohl es kaum ernsthafte Zweifel an ihrer Existenz gibt, sind Gravitationswellen bisher nicht direkt gemessen worden. Thorne war maßgeblich beteiligt am Aufbau des LIGO-Projekts (Laser Interferometer Gravitational Wave Observatory), das den direkten Nachweis der Gravitationswellen anstrebt. An diesem Projekt arbeiten mittlerweile Hunderte Wissenschafter in weltweit über 40 Instituten.

Thorne bedauerte, dass “wir so wenig von Raum-Zeit-Krümmung wissen”. Er zeigte sich aber auch zuversichtlich, dass durch theoretische Überlegungen, Computer-Simulationen und natürlich durch die Beobachtung von Gravitationswellen das Verständnis auf diesem Gebiet in den nächsten zehn Jahren wachsen könnte.

Bregenz: Von Wurmlöchern und Zeitreisen

Der emeritierte Feynman Professor für Theoretische Physik am California Institute of Technology (Caltech) gab in seinem Vortrag außerdem Einblicke in Themen wie Wurmlöcher und Zeitreisen. “Laut Einsteins Theorie dürften Wurmlöcher existieren, auf natürliche Weise kommen sie aber wohl nicht vor”, erklärte Thorne. Mit einem Wurmloch könnte man auch ohne weiteres Zeitreisen unternehmen, praktisch sei dies aber wohl nicht möglich. “Wir bräuchten dazu eine komplett andere Technologie”, so der Wissenschafter.

Befragt nach der praktischen Umsetzungsmöglichkeit seiner Forschungsarbeit blieb Thorne bei der Technologie. Für die anstehenden, hochspezifischen Messungen von Gravitationswellen müsse man eine neue Technologie entwickeln, “die auch anderweitig verwendet werden wird”. Als weiteres Beispiel nannte er die Entwicklung eines hochqualitativen Lasers vor etwa 30 Jahren. “Bevor es ihn gab, sagte man, es sei unmöglich, ihn zu bauen”, so Thorne.

“B12 – Vision of the Future” im Festspielhaus

Die Veranstaltung “B12 – Vision of the Future” im Festspielhaus wurde zum bereits fünften Mal durchgeführt. Die drei bekannten Vorarlberger Persönlichkeiten Eugen A. Russ, Hans-Peter Metzler und Stefan Delacher laden jedes Jahr führende Wissenschafter nach Vorarlberg ein, um über zukunftsträchtige Themen zu diskutieren. Im vergangenen Jahr war der US-amerikanische Virologe und Nobelpreisträger David Baltimore zu Gast gewesen.

(APA)

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