Bischof Kräutler ist Träger zahlreicher österreichischer und internationaler Auszeichnungen. - © VOL.AT/Hofmeister
Dass am Rio Xingu direkt bei seiner Bischofsstadt Altamira das riesenhafte Kraftwerk mit drei Staudämmen gebaut wird, lässt sich nicht mehr aufhalten. Zu viel Geld hätten die brasilianischen Energieversorger schon in das Projekt gesteckt, sagt Kräutler. Er unternimmt heute alles, damit gut 40.000 Fischer, Indios und Flussbewohner wenigstens anständig entschädigt werden. Sie alle werden ihre Heimat verloren haben, wenn Belo Monte 2015 ans Netz geht.
In seinem Einsatz riskiert „Dom Erwin“ Kopf und Kragen. 1983 wurde Kräutler wegen Teilnahme an einer Solidaritätsaktion von der Militärpolizei festgenommen und verprügelt. 1987 wurde der Bischof durch einen inszenierten Unfall schwer verletzt: Ein Kleinlastwagen hatte frontal sein Auto gerammt. Seit Jahren lebt er unter Polizeischutz.
Bischof Kräutler ist Träger zahlreicher österreichischer und internationaler Auszeichnungen. 1992 wurde ihm der Toni-Russ-Preis verliehen. 2010 erhielt er in Stockholm den Alternativen Nobelpreis.
Wiederholt hat er sich in den letzten Jahren zur Kirchenkrise geäußert. Im VN-Interview tritt er für eine Kirche der kleinen Gemeinschaften ein, in denen Laien Wortgottesdienste halten. So könnten Priester entlastet werden.
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