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2. Dezember 2011 07:28; Akt.: 2.12.2011 07:28

“Unsere Mitarbeiter werden selbst schon zu Patienten”

Peter Vaschauner, Astrid Breuß, Thomas Steurer, Eugen Waibel, Hermann Vögel und Gerhard Hipp (v. l.): Die LKH-Betriebsräte legten ihre dringendsten Anliegen auf den Tisch. Peter Vaschauner, Astrid Breuß, Thomas Steurer, Eugen Waibel, Hermann Vögel und Gerhard Hipp (v. l.): Die LKH-Betriebsräte legten ihre dringendsten Anliegen auf den Tisch. - © VOL.at/Bernd Hofmeister
Feldkirch – Betriebsräte der Landeskrankenhäuser mahnen dringende Verbesserungen ein. Es rumort nicht nur bei den Ärzten. Auch das nichtmedizinische Personal ist mit den Arbeitsbedingungen in den Landesspitälern unzufrieden. Und das nicht erst seit heute.(20 Kommentare)

Feldkirch – Betriebsräte der Landeskrankenhäuser mahnen dringende Verbesserungen ein.

Es rumort nicht nur bei den Ärzten. Auch das nichtmedizinische Personal ist mit den Arbeitsbedingungen in den Landesspitälern unzufrieden. Und das nicht erst seit heute. Eine vor vier Jahren durchgeführte Mitarbeiterbefragung machte die Problematik bereits sichtbar. “Leider wurde damals nichts unternommen”, kritisierten die Betriebsräte aller LKH im VN-Gespräch. “Unsere Mitarbeiter sind erschöpft, die Zahl der Krankenstände steigt, die Beschäftigten werden selbst zu Patienten”, listet die Zentralbetriebsratsvorsitzende des LKH Feldkirch, Astrid Breuß, auf. Es müsse etwas passieren, bevor die Sache eskaliere.

Weit davon entfernt scheint man nicht mehr zu sein. “So einen Hilferuf gab es noch nie”, weiß Peter Vaschauner aus seiner 30-jährigen Betriebszugehörigkeit. “Die Belegschaft hat viel auf sich genommen. Jetzt beginnt die Stimmung langsam zu kippen”, berichtet sein Kollege aus Rankweil, Gerhard Hipp. Auch, weil die Gehaltsverhandlungen noch ausstehen und die Abschlüsse in den vergangenen zwei Jahren mit 1 und 0,5 Prozent äußerst mager ausfielen.

Eine kolportierte Nulllohnrunde stellt Landesstatthalter Markus Wallner jedoch dezidiert in Abrede. “Es ist üblich, dass wir das Ergebnis auf Bundesebene abwarten und dann erst in die Gehaltsverhandlungen einsteigen.”

“Eine Drei vor dem Komma”

Auf Bundesebene soll bis spätestens Montag eine Entscheidung fallen. Die von der Gewerkschaft geforderten 4,85 Prozent wurden zwischenzeitlich auf 3,9 Prozent zusammengestutzt. Der Bund selbst bietet 2,5 Prozent. Wolfgang Stoppel von der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten im Land monierte bereits “mindestens eine Drei vor dem Komma”. Die Inflation sei auf jeden Fall abzugelten. Auf einen “gerechten Abschluss” hoffen auch die LKH-Betriebsräte. “Wenn das Ergebnis nicht passt, gehen die Leute auf die Straße”, ist Peter Vaschauner überzeugt.

Aber auch innerbetrieblich sind laut Aussagen der Betriebsräte dringend Verbesserungen nötig. “Die Verantwortlichen sollen unsere Anliegen ernst nehmen. Wir arbeiten gerne an Lösungen mit”, bietet Astrid Breuß an. Solche brauche es vorrangig bei den Arbeitszeiten, bei der Entlohnung sowie Personalrekrutierung. Schleppende Nachbesetzungen bei Pensionierungen, Kündigungen, Schwangerschaften und Krankenstände belasten das Personal. “Oft können deshalb nicht einmal die Jahresurlaube konsumiert werden”, verdeutlicht Astrid Breuß.

Nacht- und Bereitschaftsdienste seien ebenfalls schlecht bezahlt. Laut Breuss braucht es jedoch dringend eine Imageoffensive für den Pflegeberuf, zumal 40 Prozent der Pflegekräfte in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen.

Ausbau Kinderbetreuung

Bald schon erledigen könnte sich das Problem fehlender Kindergartenplätze. Die KHBG hat am Donnerstag den Ausbau des Betriebskindergartens um mindestens zwei Gruppen beschlossen. Ebenso kündigte Geschäftsführer Dr. Gerald Fleisch eine Personaloffensive für alle Spitalsbereiche an.


VN/Marlies Mohr

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