Unfall auf "Alpine Coaster": Die Justiz lässt ermitteln

Von VN/Geraldine Rainer
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Ein Sachverständiger soll den Unfallschlitten unter die Lupe nehmen. Ein Sachverständiger soll den Unfallschlitten unter die Lupe nehmen. - © VOL.AT/Sascha Schmidt
Mädchen hat Intensivstation verlassen, Bahn blieb am Donnerstag gesperrt.

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Wie konnte das nur passieren? Nach dem schweren Unfall auf dem „Alpine Coaster“ am Mittwochnachmittag am Golm laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Über die Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger bestellt. Er soll den Unfallschlitten unter die Lupe nehmen. Auch die polizeilichen Einvernahmen sind noch nicht abgeschlossen. Laut Auskunft der Polizei Schruns werden in den nächsten Tagen weitere Zeugen, Ersthelfer sowie der Betreiber Illwerke zum Unfall befragt.

Fortschritte hingegen macht der Gesundheitszustand des Unfallopfers. Am Donnerstag konnte die 14-jährige Niederländerin von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden, erläutert Dr. Alexander Gohm, Oberarzt auf der Unfallchirurgie am LKH Feldkirch. Das Mädchen wurde wie berichtet unter einem Schlitten eingeklemmt und musste von der Feuerwehr mittels Bergeschere befreit werden. Die 14-Jährige erlitt einen offenen Bruch am rechten Unterschenkel sowie mehrere Wunden am Oberschenkel. „Der Fuß ist gut durchblutet“, gibt der Oberarzt Entwarnung. Zur Erinnerung: Im April 2011 wurde auf derselben Sommerrodelbahn ein damals 15-jähriger Ludescher in der ersten steilen Linkskurve aus dem Schlitten in das Fangnetz geschleudert. Er erlitt eine schwere Knieverletzung, die nach einem Behandlungsfehler letztlich zur Amputation des linken Beines geführt hatte.

Bis die Wunden abgeheilt sind, wird die junge Niederländerin noch im Krankenhaus bleiben müssen. „Sicher noch zehn Tage“, prognostiziert Gohm.

Bahn vom TÜV geprüft

Der „Alpine Coaster“ wurde nach dem Unfall zwar von der Polizei wieder freigegeben. „Die Bahn läuft einwandfrei“, bekräftigte Werner Netzer, Geschäftsführer von Illwerke Tourismus, nach dem tragischen Unglück. Dennoch standen die Schlitten am Donnerstag noch still. „Sicherheitshalber“, sagt Netzer auf VN-Anfrage. „Wir wollten die Anlage, insbesondere die Schlitten, gemeinsam mit dem TÜV nochmals kon­trollieren. Um ganz sicher zu sein.“ Seit der Inbetriebnahme des „Alpine Coaster“ am Golm im Jahr 2008 wurden über eine halbe Million Fahrten verzeichnet.

Mit dem Hersteller der Bahn habe man Kontakt aufgenommen. Weltweit gibt es laut Netzer über 200 baugleiche Anlagen. Ähnliche Vorfälle seien jedoch keine bekannt. „Gute Gespräche“ gäbe es mit den Eltern des verunglückten Mädchens: „Die bekommen von uns jegliche Unterstützung“, versichert Netzer.

Mädchen war angeschnallt

In den Unfall waren Polizeiangaben zufolge drei Fahrer verwickelt: Der erste fuhr langsam, der zweite musste daraufhin abbremsen. Das Mädchen, das im Schlitten dahinter saß, sah dies zu spät und konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten. Durch den Aufprall stürzte sie aus dem Schlitten und wurde eingeklemmt.

Die Bilder der Videokamera im Startbereich sowie das Bild der automatischen Fotoanlage zeigen, dass das Mädchen vorschriftsgemäß angeschnallt war. Wieso sie dennoch aus dem Gefährt fallen konnte, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

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