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Tschechiens Präsident Zeman empört mit Äußerungen über Roma

Zeman ist bekannt für seine fragwürdigen Sprüche
Zeman ist bekannt für seine fragwürdigen Sprüche ©APA (AFP)
Vertreter der Roma-Minderheit in Tschechien haben in einem offenen Brief dazu aufgerufen, Präsident Milos Zeman nicht für eine zweite Amtszeit zu wählen. Mit seinen Äußerungen stelle der 73-Jährige menschliche Grundwerte infrage, hieß es darin nach Medienberichten vom Montag. Zeman hatte vor kurzem in einem Fernsehinterview gesagt, 90 Prozent aller "sozial Unangepassten" seien Roma.

Das seien “Menschen, die Arbeit ablehnten, obwohl sie absolut gesund” seien. Zeman reagierte damit ablehnend auf jüngte UN-Empfehlungen, die Integration der Roma unter anderem im Schulsystem zu fördern. Er unterstütze in der Bevölkerung weit verbreitete negative Haltungen gegenüber der Minderheit, kritisierten die Roma-Vertreter. Die erste Runde der Präsidentenwahl findet am 12. und 13. Jänner statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die tschechischen Roma in NS-Lager verschleppt. Nur knapp 600 der rund 6500 Angehörigen der Minderheit überlebten den Porajmos, den Völkermord an den europäischen Roma. Heute leben in Tschechien nach Schätzungen wieder rund 250.000 Roma, die überwiegend aus der Slowakei zugewandert sind und oft in ärmlichen Verhältnissen leben müssen. Ihre Vorfahren waren im Mittelalter wahrscheinlich aus Indien nach Europa gekommen.

(APA/dpa)

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