Trunkenbolde und große Schweiger: Die skurrilsten US-Präsidenten

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William Howard Taft (Gemälde) steckte einst in der Badewanne des Weißen Hauses fest. William Howard Taft (Gemälde) steckte einst in der Badewanne des Weißen Hauses fest. - © EPA
44 Präsidenten hatten die USA bisher - alles Männer und bis auf jeweils eine Ausnahme alle verheiratet, evangelisch und weiß. Und dennoch: Die Präsidenten bilden eine höchst skurrile Schar.

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Einer der großen Präsidenten der amerikanischen Geschichte war William Howard Taft (1909 bis 1913) sicher nicht. Aber der schwerste. Mit gut 150 Kilo schaffte er etwas, was keinem anderem Präsidenten gelang: Er steckte in der Badewanne des Weißen Hauses fest. Die Mitarbeiter mussten ihn mit Butter einschmieren und befreien. Und er war nicht einmal der skurrilste: Die 44 Präsidenten, die die USA bisher sahen, bilden ein buntes Bild: Emsige und Faulpelze, Asketen und Schwelger, Langeweiler und Trunkenbolde.

Miserabler Smalltalker: Calvin Coolidge

Zu den Stilleren gehört zweifelsohne Calvin Coolidge. Er galt als guter Redner - aber miserabler Smalltalker. Bei einem Essen saß die Schriftstellerin Dorothy Parker neben "Silent Cal" und sagte, sie habe gewettet, mehr als zwei Worte aus ihm herauszubekommen. Collidge guckte sie an, sagte nur "Wette verloren" - und schwieg den Rest des Abends. Parker rächte sich 1933. Als sie vom Tod Coolidges erfuhr, sagte sie trocken: "Woran habt Ihr gemerkt, dass er tot ist?"

Roosevelt hasste Joseph Kennedy

Wenige Wochen später wurde Franklin D. Roosevelt Präsident der USA. Er war reich, brauchte aber die Reichen als Wahlkampfspender. Als einer im Gegenzug Botschafter in London werden wollte, sagte Roosevelt, er solle die Hosen runterlassen. Der verblüffte Millionär tat es, weil er den Posten unbedingt wollte. Roosevelt sagte, er habe nur die Beine prüfen wollen, schließlich müsse der Botschafter vor dem König Kniebundhosen tragen "und Du bist der krummbeinigste Mann, den ich je sah, Joe". Der Mann bekam den Job, aber es war eine gezielte Demütigung gegen einen Emporkömmling, den Roosevelt hasste: Joseph Kennedy, Vater des späteren Präsidenten John F. Kennedy.

Nur 30 Tage Präsident

Roosevelt war auch der Präsident mit der längsten Amtszeit: Vier Wahlperioden, auch wenn er zu Beginn der vierten starb. Die kürzeste hatte William Henry Harrison. Er war 1841 mit 68 Jahren der älteste Präsident, den die USA in ihren ersten 200 Jahren hatten. Erst Ronald Reagan war 1981 ein Jahr älter. Um seine Robustheit zu beweisen, hielt Harrison seine gut zweistündige Rede zur Amtseinführung ohne Hut und Mantel. Eine schlechte Idee: Der geschwächte Senior holte sich später eine Lungenentzündung und starb - nach gerade einmal 30 Tagen im Amt.

Tod durch Eiswasser und unreifes Obst

Einem Nachfolger wurde neun Jahre später hingegen Wärme zum Verhängnis. Zachary Taylor nahm am 4. Juli 1850 in brütender Hitze die Parade zum Nationalfeiertag ab. Nach der stundenlangen Zeremonie kippte der Ex-General Eiswasser in sich hinein und aß unreifes Obst. Seine Verdauung rebellierte und fünf Tage später war Taylor tot. Bis heute halten sich Gerüchte, der Präsident sei mit Gift gemeuchelt worden. Eine Exhumierung 1991 brachte aber keine Hinweise.

Bei James Buchanan (1857-1861) weiß man hingegen, was zu seinem Tod zumindest beitrug: Buchanan nutzte seine sonntäglichen Ausritte, um sich volllaufen zu lassen. Auch sein Vorgänger trank. Franklin Pierce (1853-1857) hatte jedoch auch Schicksalsschläge hinnehmen müssen: Alle seine drei Söhne starben noch als Kinder. "Es gibt nichts mehr zu tun, als betrunken zu werden", sagte er resignierend. Für spätere Präsidenten war Alkohol im Weißen Haus hingegen tabu, selbst bei Staatsempfängen. Eine der eifrigsten Verfechterinnen war Präsidentengattin Lucy Webb Hayes - in die Geschichtsbücher eingegangen als "Lemonade Lucy".

Rivalen starben am selben Tag

Der 4. Juli ist Nationalfeiertag der USA, weil an dem Tag 1776 die Unabhängigkeitserklärung angenommen wurde. Ihre beiden wichtigsten Verfasser wurden Präsidenten: John Adams der zweite, Thomas Jefferson der dritte. Sie waren ihr ganzes Leben erbitterte Rivalen, respektierten sich aber. Als Adams starb, waren die letzten Worte: "Und Thomas Jefferson hat (mich) überlebt". Doch er irrte, Jefferson war, 900 Kilometer entfernt, nur Stunden zuvor gestorben. Beide Gründerväter und Rivalen starben am 4. Juli 1826 - auf den Tag 50 Jahre, nach dem ihre Unabhängigkeitserklärung angenommen worden war.

(APA)

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