Trump plädiert für ein starkes Europa

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Trump empfing den italienischen Premier Gentiloni im Weißen Haus
Trump empfing den italienischen Premier Gentiloni im Weißen Haus - © APA (AFP)
In scharfem Kontrast zu seinem früheren Lob für den Brexit hat US-Präsident Donald Trump nun nachdrücklich für ein starkes Europa plädiert. Die USA wollten die Europäische Union darin unterstützen, “stark zu sein”, denn dies sei im Interesse aller Seiten, sagte Trump am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni im Weißen Haus.

Ein “starkes Europa” sei ihm “sehr, sehr wichtig”, betonte der US-Präsident. Denn er sei der “sehr festen Ansicht”, dass dies im Interesse der Vereinigten Staaten liege. Trump hatte bereits Anfang April mit positiven Worten über die EU überrascht. Damals lobte er in einem Interview der Londoner Zeitung “Financial Times” die Europäische Union dafür, nach dem Austrittsvotum der Briten “sehr gute Arbeit” darin geleistet zu haben, die verbleibenden Mitgliedstaaten “wieder zusammenzuführen”. In der EU herrsche nun “ein anderer Geist des Zusammenhalts”.

Trump glaubt doch an die EU

Der US-Präsident sagte in dem damaligen Interview, nach dem Brexit-Votum habe er zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden: “Aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt”. Dagegen hatte Trump Ende Jänner bei einem Besuch der britischen Premierministerin Theresa May den Brexit als “wunderbare Sache” gepriesen. Kurz vor seinem Amtsantritt im Jänner hatte der Immobilienmilliardär die EU in einem Interview, das viel Aufsehen erregte, als bloßes Vehikel deutscher Interessen abgetan.

Nach der jüngsten Drohung Nordkoreas hat Trump zudem Chinas Bemühungen gelobt, das verbündete kommunistische Land zu zügeln. In den vergangenen zwei oder drei Stunden habe es einige sehr ungewöhnliche Schritte vonseiten der Regierung in Peking gegeben, sagte Trump am Donnerstag, ohne dies zu konkretisieren.

Trump lobt China

Er sei zuversichtlich, dass sich der chinesische Präsident Xi Jinping bemühen werde, weiter Druck auf Nordkorea wegen dessen Atomprogramms auszuüben. Aus US-Regierungskreisen verlautete, es sei zuletzt eine größere Aktivität chinesischer Kampfflugzeuge beobachtet worden. Unklar war zunächst, was dies bedeuten könnte.

Die nordkoreanische Führung hatte den USA am Donnerstag mit einem “gewaltigen Präventivschlag” gedroht. Nordkorea sei auf jegliche Angriffe der USA vorbereitet, hieß es in der staatlichen Zeitung “Rodong Sinmun”. US-Außenminister Rex Tillerson hatte angekündigt, die USA prüften alle Möglichkeiten, wie auf Nordkorea wegen dessen Raketen- und Atomwaffenprogramms Druck ausgeübt werden könne. Vizepräsident Mike Pence wiederholte auf seiner Asien-Reise, die Zeit der “strategischen Geduld” sei vorbei.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea hat wiederholt damit gedroht, Japan, Südkorea und die USA auch mit Atomwaffen zu vernichten. Mahnungen seines einzigen Verbündeten China hat die Führung wiederholt in den Wind geschlagen. Nordkorea hat nach eigenen Angaben eine Rakete entwickelt, die auch das US-Festland erreichen kann. Experten gehen jedoch davon aus, dass es noch einige Zeit dauern dürfte, bis das Land über die notwendige Technologie verfügt.

(APA/ag.)

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