Trotz Euronet (noch) keine allgemeine Bankomatgebühr zu erwarten

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An der Position der Banken habe sich trotz Euronet nichts verändert.
An der Position der Banken habe sich trotz Euronet nichts verändert. - © APA, VOL.AT
Bregenz – An den Bankomat-Automaten von Euronet ist nun seit einigen Tagen eine Gebühr pro Abhebung fällig. Mit der diskutierten Einführung einer flächendeckenden Bankomatgebühr hat das aber nichts zu tun.

Seit einigen Tagen wird bei einer Behebung an einem Gerät von Euronet eine Gebühr von 1,95 Euro fällig. Während solche Bankomatgebühren in vielen Ländern gang und gäbe sind, stellen sie in Österreich ein Novum dar – was man sich bei dem US-Unternehmen vielleicht nicht einmal bewusst war.

Bankomatgebühr kommt (noch) nicht

Die Arbeiterkammer fordert bereits die Auszahlung von Löhnen bar, sollte nun die Bankomatgebühr durch die Hintertür kommen. Die Einführung einer allgemeinen Bankomatgebühr ist aber scheinbar noch nicht zu erwarten. Bankensprecher Wilfried Hopfner betont, dass die Entscheidung von Euronet hierzu keine Auswirkungen hat. “An unserer Sache hat sich nichts geändert”, verweist er auf die Anfang Mai getroffene Vereinbarung mit dem Finanzministerium. Damals wurde ein Arbeitskreis gebildet, die Bundeswettbewerbsbehörde mit einer Analyse beauftragt.

Euronet in Vorarlberg quasi nicht vertreten

Tatsächlich ist Euronet im österreichischen Bankomatensektor als Drittanbieter ein kleiner Fisch. Bis zu 80 Bankomaten und andere Geräte betreibe das US-Unternehmen in Österreich, so die Schätzungen. Davon befindet sich laut girokonto.at gerade einmal einer in Vorarlberg, und zwar bei der Trittkopfbahn in Zürs.

Die Idee hinter der Bankomatgebühr

Der Großteil der knapp 8.000 Bankomatgeräte in Österreich sind im Besitz der PSA (Payment Services Austria). Diese ist im Eigentum der österreichischen Banken und ist für die Entwicklung und Betrieb von bargeldlosen Zahlungsdiensten und Bankomatgeräten verantwortlich.

Die Besitzverhältnisse machen auch den Unterschied bei der Forderung nach einer Bankomatgebühr. Die österreichischen Bankkunden finanzieren die Automaten der PSA durch die Eigentümerstruktur indirekt mit – im Gegensatz zu Kunden von Onlinebanken. Diese sollen durch die Gebühr an der Finanzierung des Bankomatensystems beteiligt werden.

Hausbank bleibt so oder so gebührenfrei

Deshalb sprach man bislang von einer Gebühr, sobald man ein Bankomatgerät einer fremden Bank verwendet. Die der Hausbank sollen wie bislang unentgeldlich bleiben, dies versichert auch Finanzminister Hans Jörg Schelling. Euronet wiederum ist ein reiner Anbieter von Bankomatgeräten und lebt von den Gebühren pro Transaktion.

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