Trauer im Vatikan um Kardinal Martini

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Tausende Menschen sind am Samstag zum Mailänder Dom gepilgert, in dem der am Freitag verstorbene Kardinal Carlo Maria Martini aufgebahrt ist. Politiker, Intellektuelle und Gläubige aus ganz Italien würdigten den Jesuiten und Theologen, der 22 Jahre lang bis zum Jahr 2002 Mailänder Erzbischof war. Der Mailänder Dom wird die ganze Nacht lang für eine Gebetswache offen halten.

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Martinis Tod löste eine Welle an Reaktionen in ganz Italien aus. Laut Staatspräsident Giorgio Napolitano sei der Tod des Kardinals ein "schmerzhafter und großer Verlust nicht nur für die katholische Kirche, sondern für Italien". Die Art, wie Martini seine letzten von der Parkinson-Krankheit gezeichneten Jahren gelebt habe, sei ein großes Beispiel. Ministerpräsident Monti würdigte Martini als einen der "großen Italiener und Europäer, die das religiöse Denken und das gesellschaftliche Leben unserer Epoche" geformt hätten.

Martini gehörte zu den angesehensten Persönlichkeiten der katholischen Kirche in Italien. Er galt beim Konklave 2005 als möglicher Kandidat für das Papst-Amt, in das dann Joseph Ratzinger gewählt wurde.

Papst Benedikt XVI. würdigte Martini als "pflichtbewussten und weisen" Erzbischof, bedeutenden Bibelwissenschaftler und geschätzten Leiter der Päpstlichen Universität Gregoriana. Mit seinen kompetenten und leidenschaftlichen Predigten und Ansprachen habe Martini der Kirche die christlichen Schriften immer mehr eröffnet. Das Begräbnis ist für Montagnachmittag vorgesehen und soll von der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI live übertragen werden.

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