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Transparenzbericht der Pharmaindustrie: Das erhielten Vorarlbergs Ärzte 2016

Vorarlbergs Ärzte bekamen vor allem Weiterbildungen finanziert.
Vorarlbergs Ärzte bekamen vor allem Weiterbildungen finanziert. ©APA
Bereits zum zweiten Mal veröffentlichen die Pharmaunternehmen Transparenzberichte, welche Mediziner und Einrichtungen von ihnen Geld erhalten haben. Vorarlbergs Ärzte sind darin vergleichsweise kleine Fische.

Jährlich fließen Millionenbeträge von Pharmaunternehmen zugunsten von Medizinern, Forschungseinrichtungen und Krankenhäusern. Die Ursachen sind vielfältig: Forschungstätigkeiten und die Durchführung klinischer Studien im Rahmen der Arzneimittelentwicklung, Veranstaltungen zur fachlichen Weiterbildung, Dienst- und Beratungsleistungen sowie Spenden und Förderungen für Institutionen.

300.000 Euro für Krankenhäuser

Allein österreichische Pharmazeuten nahmen dafür 2016 90 Millionen Euro in die Hand. Die großen Player weltweit sind jedoch Pfizer, Novartis, Merck, Roche und Sanofi, in Deutschland kommt man an Bayer kaum vorbei. Diese konzentrieren sich zumindest in Vorarlberg vor allem auf die Krankenhäuser, über 300.000 Euro an Zuwendungen und Finanzierungen werden diesen zugeordnet.

Ärzte vergleichsweise kleine Fische

Doch auch niedergelassene Ärzte und Mediziner werden von den Pharmazeuten bedacht. Von den genannten “Top 6” zahlen zumindest drei Unternehmen auch einzelnen Ärzten Teilnahmegebühren, sowie damit verbundene Reisekosten und Übernachtungen. Vor allem Pfizer und Novartis verbuchten hier Ausgaben, während Bayer, Merck und Roche sich rein auf die Krankenhäuser konzentrierten.

Dennoch, mit Einnahmen und Kostenerstattungen von 32 bis 2.500 Euro gelten die Vorarlberger Ärzte als eher kleine Fische im Teich. Die ausgewählten “Top 6” sind jedoch nicht die einzigen Pharmazeuten, die hierzulande tätig sind. Und auch Sponsoring und Spenden werden in den Transparenzberichten der Pharmazeuten aufgeführt. So erhielt die Aids-Hilfe Vorarlberg einmalig 5.000 Euro von GlaxoSmithKline Austria.

Vollständige Auflistung auf Correctiv

Die Rechercheplattform Correctiv bietet eine Gesamtübersicht aller Ärzte, die von Zahlungen profitierten – sowohl für 2015 als auch 2016. Allein für Bregenz zählt es 25 Personen und Institutionen auf, die Geldleistungen erhalten haben. Die Summen reichen von wenigen Euro bis einige Tausend; über 10.000 Euro und mehr können sich in Österreich gerade mal einige wenige Universitätsprofessoren freuen.

Keine Urlaube auf Pharmakosten

“Dass Ärzte auf Kosten von Pharma-Konzernen private Urlaube oder ähnliches machen, ist eine ‘Mär'”, konstatiert Dr. Jürgen Heinzle von der Ärztekammer Vorarlberg bereits bei der Premiere der Transparenzberichte 2015 im VOL.AT-Gespräch. Eine finanzielle Unterstützung für Fortbildungen oder ähnliches könne aber natürlich vorkommen – Abhängigkeiten von Pharmafirmen würden so jedoch nicht entstehen. Auch sind Kassenärzte angehalten, grundsätzlich beim Verschreiben auf Wirksamkeit und Preis und weniger auf (teure) Marken zu achten.

Pharming Verhaltenskodex

Der EFPIA (European Fedartion of Pharmaceutical Industries and Associations) Disclosure Code zur Offenlegung von Zuwendungen wurde ins Leben gerufen, um größere Transparenz und das Vertrauensverhältnis zur Öffentlichkeit zu fördern. Alle EFPIA-Mitglieder verpflichten sich, sämtliche Zuwendungen an Fachkreise und Organisationen des Gesundheitswesens sowie sämtliche Zuwendungen, die sich im Zusammenhang mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ergeben, zu veröffentlichen. In Österreich wurden diese Regelungen auch in den Pharming Verhaltenskodex (VHC) aufgenommen.

Transparenz für mehr Vertrauen

Die Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pharmazie ist gleichermaßen notwendig wie heikel, da beide voneinander abhängig sind und Korruption nicht auszuschließen ist. Mit dem nun zum zweiten Mal veröffentlichten Transparenzbericht soll Zweiteres verhindert werden. In Deutschland dürfen die Zahlen nur mit Zustimmung der Ärzte veröffentlicht werden. Heuer haben nur 25 Prozent der deutschen Mediziner zugestimmt. In Österreich hat die Ärztekammer der Veröffentlichung zugestimmt.

Alle Geldempfänger auf Correctiv.org

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