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The Day After: Crysis 2

Coole Wummen, imba Nano-Suit, das ist Crysis pur. Coole Wummen, imba Nano-Suit, das ist Crysis pur. - © Waibel
Neues Spiel, neues Glück, wenn auch, hier sprichwörtlich, im alten Gewand. Crysis war zu seinem Erscheinen ein bahnbrechendes Spiel. Nicht nur in seinem hauseigenen Genre als Egoshooter. Weiß der Nachfolger zu überzeugen?

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Crysis goes Konsole. Damit lässt sich die Charakteristik des neuen Vorzeigeshooters aus deutschen Landen im Großen und Ganzen zusammenfassen. Während der Vorgänger noch mehr oder minder maßgeschneidert auf den PC programmiert wurde, legte man die Cryengine 2, auf der das Sequel basiert, von vorneherein als Multi-Plattform-Titel aus. Nicht nur zum Nachteil des Spiels, das sei schon einmal vorweg gesagt. Die verträumten Südseestrände und dicht bewachsenen Dschungel wechseln mit der Kulisse eines postapokalyptischen New York, das Handling des Spiels wird mehr Casual. Ansonsten gibt sich der Titel auf einem bewährt technisch hohem Niveau, mit dem Unterschied, dass die Performance nun auch passt. Wobei Crysis 2 bereits auf der niedrigsten aller Qualtitätsstufen unverschämt gut aussieht.

Nach einer stimmigen Introsequenz auf einem U-Boot schlüpft ein einfacher Marine, dessen Rolle der Spieler verkörpert, in die enge High-Tech Haut des Nano-Suit, der mehr zu sein scheint, als nur ein technisches Gerät. Jedenfalls nimmt sich der Vorbesitzer vor dem verschwommenen Blick des noch zur Tatenlosigkeit verdammten Spielers das Leben, um seine Verbindung zum bereits abgelegten Nanosuit vollends zu kappen. Irgendwie gruselig. Aber nun steckt der Spieler in dem Ding drin und darf sich erst einmal über ein paar nette Features freuen. Fans des ersten Teils wird verwundern, dass die Nutzung der Spezialfähigkeiten vereinfacht wurde - so sind gewisse Superkräfte wie Springen auch ohne aktiven Einsatz immer nutzbar, sofern der Energiebalken voll ist.

Interessant: Auch die PC-Version lässt sich recht angenehm mit einem Gamepad spielen, ich genoss manche Session mit einem Xbox 360 Pad mit Adapter für den PC. Aber ich bin auch kein Hardcore Shooter Gamer, die über so etwas eher die Nase rümpfen würden. Summa summarum: Es funktioniert und ist sehr komfortabel. Gerade auch die eher unkomplizierte und eingängige Steuerung mit der Versimplifzierung des Suits lädt zum Experimentieren ein. Mehr noch als im Vorgänger können Einsätze sowohl mit der Vorschlaghammer-Methode aber auch infiltrierend gelöst werden, wie in einem Spiel vom Schlage eines Thief.

Die Gegnerschaft sind Marines, die wissen wie man ihre Waffe bedient und im zunehmenden Spielverlauf immer mehr und mächtigere Aliens. Die hier aufrecht gehen und normale Schusswaffen benutzen. Wird für manchen Veteranen ein Stilbruch sein, aber das Prinzip funktioniert und ist stimmig.

Grafisch rockt Crysis 2 - erstaunlicherweise sowohl am PC als auch auf der Konsole. Die Xbox 360 und die PS3-Fassung können sich durchaus mit der PC-Version messen, lediglich in Details sieht der Titel am Rechenknecht schärfer und vielseitiger aus. Außerdem bieten alle jeweils eine 3D-Version, die ganz OK ist, wenn man von der Unschärfe und einem dunkleren Bild absieht. Aber ich mag diesen 3D-Krempel ohnehin nicht. New York sah wohl noch in keinem Videospiel derart schön, wenn auch einigermaßen kaputt, und detailliert aus. Ein wenig mehr Belebtheit hätte der Szenerie gut getan, außerdem bietet der Nano-Shooter zuwenig räumliche Freiheit: Man bewegt sich in ziemlich engen Levelschläuchen. Dafür können im sehr überzeugenden Multiplayer coole Häuser-Settings genutzt werden. So kämpft es sich zuweilen hoch über den Dächern der Megametropole in Gewächshausszenarien.      

Übrigens: Abseits der wuchtigen Soundkulisse gibt sich einer der Größen im Hollywoodgenre die Ehre. So komponierte kein geringerer als Hans Zimmer, der für die Soundtracks der Blockbuster dieser Zeit (Fluch der Karibik, The Rock, The Dark Knight) verantwortlich zeichnete, den Soundtrack zu Crysis 2 mit. Schon alleine das ist ein Kaufgrund für den Titel!

Der eigentliche Star des Games sind neben vielen coolen Wummen natürlich auch die Fähigkeiten des Nano-Suit, welche im weiteren Spielverlauf auch notwendigerweise auch durch Alien-Technologie aufgewertet werden können. Das gilt übrigens auch für das bescheidene aber coole Waffenarsenal. Die Bleispritzen können nämlich je nach Belieben um Zielfernrohre, Schalldämpfer oder andere nette Gimmicks aufgebrezelt werden. Die im Spiel befindlichen Fahrzeuge wissen leider nicht wirklich zu überzeugen. Da geht man dann doch lieber zu Fuß.

Dann kann man sich auch besser selektiv um die vorhandenen Ziele im Level kümmern, die zuweilen eine richtig eklig gute KI aufweisen. Wer da als blindwütiger Rambo ins Level stürmt, hat schon auf dem niedrigsten aller Schwierigkeitsgrade schlechte Karten, die Panzerung des Nanosuit ist im Extremfall in Sekunden dahin. Die Gegner reagieren auf Geräusche und organisieren sich auch gegen den Angreifer. Wer übrigens glaubt, im Tarnmodus einen Soldaten von vorn „überraschen“ zu können, wird selbst überrascht sein, dass der Gegner auf einmal das Feuer eröffnet.

Inszeniert wird die stimmige Story im postapokalyptischen New York, aber auch gerne einmal in den düsteren U-Bahn-Katakomben des Big Apple. In Außenszenerien lassen Events wie abstürzende Alien-Schiffe, die effektvoll durch ein Gebäude krachen, schon einmal den Blutdruck hochschießen.

Im Multiplayer erfindet Crytek auch mit Crysis 2 das Rad nicht neu. Allerdings macht die geschickte Nutzung der Anzugsfähigkeiten eine Menge Spaß. Dazu winken sogenannte Perks, also spezielle Belohnungen für Abschuss-Serien, die es dem Team erlauben, bestimmte stärkere Features zu nutzen. Ansonsten: Solide flüssige Technik, cooler Nanosuit, brachiale Knarren in stylisher Kulisse - HC-Gamerherz, was willst Du mehr.

Abschließend noch ein Wort zur Technik: Natürlich ist Crysis 2 kein PC-Exklusivtitel, und das merkt man zuweilen auch. Allerdings täte man Crytek unrecht, wenn man nur jammern würde. Ich finde ein gut aussehendes PC-Spiel mit Konsoleneinschlägen wie automatischer Speicherung und einer insgesamt sehr optimierten Grafik zugunster flüssigerer Framerate gerade bei einem Shooter wichtiger als technische Höhenflüge. Mich hat damals an Crysis insbesondere gestört, dass das Game auf meinem durchaus nicht schlechten Rechner geruckelt hat wie Sau. Crysis 2 ist sicher nicht State of the Art auf dem PC, aber es sieht spitze aus, und läuft superflüssig. Auf den Konsolen, insbesondere der Xbox 360 sieht es nahezu gleich gut aus, wenngleich sich die mittlerweile in die Jahre gekommene Konsole manchmal an den Frames verschluckt, zuweilen ein Tearing den guten Eindruck schmälert und der Detailreichtum hinter der PC-Version zurückbleibt. Aber hey, dafür kann ich das Game auf einem fetten 50 Zöller oder sogar formatfüllend auf einem Beamer zocken! Als wohltuend empfand ich die Möglichkeit, das Game auch am PC mit dem Controller zocken zu können - wenngleich mich die Hardcore Shooterplayer unter Euch für diese Aussage wohl am liebsten steinigen würden.

Fazit

Crysis ließ mich damals kalt wie Nordpol. Das Setting war spaßig, aber wenn das Geschehen dann nur noch vor sich hinzuckelt, dann rockt ein Egoshooter einfach nicht. Crysis 2 versucht nicht nur, ein solides Game für alle Plattformen abzuliefern, sondern spannt auch den Bogen weg vom reinen Coregaming hin zum Casual. Ich sehe mich ja am ehesten im Bereich des Power-Casual - und mir gefällt der Nachfolger richtig gut. Technisch gibt sich das Spiel auf dem PC keine großen Blößen, im Multiplayer rockt der Nanosuit und stimmig ist das postapolyptische New York auf jeden Fall. Auch die Konsoleros kommen nicht zu kurz. Wenn ich mich entscheiden müsste, wo ich jetzt lieber zocke, schalte ich gerne mal meinen Stromfresser-Rechner aus, und setze mich entspannt auf die Couch, nehme ein Pad in die Hand, gieße mir ein Bierchen ein und genieße das Geschehen auf einem großen HD-Fernseher. Mit bis zu 12 Stunden stimmigem Geschehen ist Crysis 2 für jeden PS3, Xbox 360 und PC Gamer mit einer Schwäche für Shooter ein echter Pflichtkauf. 



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